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Passau - Es war ein Jubiläum ohne Prunk und Protz: Schwere Dienstlimousinen suchte man am Freitag vor der Passauer Redoute ebenso vergebens wie VertreterInnen der politischen Bühne. Ob die Honoratioren gekommen wären, wären sie denn eingeladen gewesen, ist höchst fraglich, feierten doch römisch-katholische Priesterinnen ihr zehnjährige Weihejubiläum.
Nach den römisch-katholischen Kirchengesetzen darf es so etwas gar nicht geben. Und so wurden die sieben Frauen aus Österreich, Deutschland und den USA, die sich vor genau zehn Jahren auf einem Donauschiff vor Engelhartszell zu Priesterinnen weihen ließen, folgerichtig 2003 vom Vatikan exkommuniziert. "Das ist eine Beugestrafe und schließt uns nicht aus der Kirche aus", wird Bischöfin Christine Mayr-Lumetzberger aus Salzburg nicht müde zu betonen.
Zu einer Massenbewegung hat sich die "Initiative Weiheämter für Frauen in der römisch-katholischen Kirche" oder kurz RCWR ("Roman Catholic Women Priests") in den zehn Jahren seit der Priesterinnenweihe durch den argentinischem Bischof und Befreiungstheologen Romulo Braschi nicht gerade entwickelt, aber Mayr-Lumetzberger ist zufrieden.
"Just do it"
"Wir haben alles erreicht, was man erreichen konnte", sagt die Salzburgerin. Weltweit 130 römisch-katholische Priesterinnen und zehn Bischöfinnen zeugen davon, dass etwas in Bewegung geraten sei. Besonders viel Zuspruch findet die Priesterinnen-Bewegung in den USA. "Just do it" (Mach es einfach) ist dort ihr Motto.
Die Runde, die sich an diesem Freitag in der Dreiflüssestadt versammelte, war klein, dafür aber umso ernsthafter und inniger bei der Sache. Zwei Bischöfinnen - Mayr-Lumetzberger und die Argentinierin Alicia Braschi - feierten die Heilige Messe. Gott möge helfen, in den "verkrusteten Kirchenstrukturen den Geist Jesu wiederzubeleben", brachte ein Teilnehmer in den Fürbitten vor.
Einen großen öffentlichen Rummel wollte Mayr-Lumetzberger aus dem weiblichen Weihejubiläum nicht machen - auch aus Furcht vor der in Passau noch besonders mächtigen Amtskirche, die womöglich bei der Überlassung des Saales interveniert hätte.
Kein gottgegebenes Priesterinnen-Verbot
Zwei der sieben vor zehn Jahren gegen den Willen der Amtskirche auf der Donau geweihten Priesterinnen haben sich zurückgezogen, die anderen sind voll bei der Sache. Die in Krems geborene Dagmar Braun Celeste muss bei ihren Messen nicht einmal auf eine Kirche verzichten. Die Lutheraner stellten dafür ihr Gotteshaus zur Verfügung, berichtete die mit dem ehemaligen Gouverneur von Ohio verheiratete katholische Priesterin: "So wird die Bewegung auch Teil der Ökumene".
Für die Priesterinnen und ihre AnhängerInnen ist das Weiheverbot für Frauen natürlich nicht gottgegeben, sondern eine Erfindung männlicher Kirchenpotentaten. Die emeritierte Geschichts- und Theologieprofessorin Dorothy Irvin, die in Tübingen lehrte, hat viele Nachweise aus den ersten acht Jahrhunderten nach Christus gefunden, die beweisen, dass Frauen sehr wohl als christliche Priesterinnen tätig waren. Das Argument des Vatikans, man könne Frauen nicht ordinieren, weil Jesus das auch nicht getan habe, wischt die Wissenschaftlerin mit einem Satz vom Tisch: "Männer hat er auch nicht ordiniert."
Reformen, weil BeitragszahlerInnen wegbrechen
Treibende Kraft der Priesterinnen-Bewegung ist zweifellos die pensionierte Salzburger Lehrerin Mayr-Lumetzberger. Viele Taufen, Begräbnisse, mehr als 40 Hochzeiten und ungezählte Messen und Segnungen hat sie bereits als Diakonin, Priesterin und Bischöfin vorgenommen. "In vielen von uns", sagt sie, "ist ein Gottes-Gen: Wir möchten das machen. Wir wissen gar nicht, warum". Sie hat die Zuversicht einer Prophetin, dass ihre Bewegung sich irgendwann durchsetzen wird: Die große Kirchenreform werde sich in Europa dadurch einstellen, "dass die Kirche die Masse der Kirchenbeitragszahler wegbrechen werden".
Kirchenaustritte berühren die Priesterinnen des RCWP nicht, weil sie ohnehin keinen Cent aus dem Kirchensteueraufkommen erhalten. Alle ihre Aktivitäten finanzieren sie selbst oder aus Spenden. "Das ist auch gut so", meint Bischöfin Mayr-Lumetzberger: "Da bleiben wir unabhängig". (APA, 29.6.2012)
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aber wenn sie exkummuniziert sind und keine offiziellen kirchengemeinden betreuen, dann sind sie auch keine römisch-katholischen priesterinnen.
und beschöfinnen schon garnicht. dazu kann man sich auch selbst machen, aber wenn daneben noch ein offizieller vertreter vorhanden ist und der alle macht innehat und man selber garkeine, dann ist man auch nicht bischöffin dieses gebietes.
jede andere ansicht ist augenauswischerei.
... wusste ich nicht.
Die apostolische Sukzession (d.h. die Weihe weiterer Bischöfinnen, die nur ein gültig geweihter Bischof oder eben eine gültig geweihte Bischöfin vornehmen kann) dürfte damit längerfristig gewährleistet sein.
Für die Weihe von weiteren Frauen zu Priesterinnen gilt das natürlich gleichermaßen.
Vielleicht "gilt" es auch für Sie, wenn sich jemand selbst zum Präsidenten der USA erklärt. Das interessiert aber niemanden. Tatsache ist: ihre Weihe ist ungültig und damit sind sie nicht in der apostolischen Sukzession. Und außerdem auch nicht mehr in der katholischen Kirche.
der Amtskirche ging es immer um Macht und geld. Biegen kann man sie also nur wenn man ihnen die Einnahmequellen nimmt. Einerseits sollten kirchl Würdenträger nicht mehr vom Staat bezahlt werden, die Kirche sollte gezwungen werden ihre Finanzen offen zu legen und ihre Einkünfte zu versteuern, andererseits sollten die menschen aus diesem Verein, der mit Jesu Kirche nichts, aber schon gar nichts gemein hat, AUSTRETEN!
Es gibt keine relevanten theologischen Gründe gegen die Priesterweihe von Frauen. Wenn nun Frauen und Gemeinden auf die "Erlaubnis" eines "Heiligen Vaters" oder sonstigen (Über)Vaters warten, können und werden sie lange warten und zu unmündigen, braven und "gehorsamen" Kindern regredieren. Was wir in dieser gewaltigen, von einer unfähigen Kirchenleitung herbeigeführten Kirchenkrise brauchen, sind erlöste, mündige und selbst-bewusste katholische Christinnen und Christen. Was wir benötigen, ist eine Kirche, die glaubwürdig ist, weil sie sich auch kirchenintern an die Menschenrechte hält, statt Frauen mit fadenscheinigen Argumenten zu diskriminieren. Daher: "Just do it!"
Ich war kürzlich zur Beichte in einem dieser alten, antiken Beichtstühle aus Holz. Meine Begleiterin hatte den Platz in der Mitte inne. Dann schob sie den versetzten Teil des Holzgitters auf und ich konnte sie sehen. Irgendwann schmerzten mich dann auch die Knie, denn ich musste auf einer unbequemen Holzbank knien. Sie hatte natürlich einen Stuhl. Die Beichte war sehr lang, denn sie wollte von mir die Liste der von den Menschen selbst definierten Sünden, mit denen sie sich das Leben vergällt haben. Ach, ich habe in Anthropologie nicht genug aufgepasst und so war es ein wenig schwierig. Die Busse dafür erfolgte dann gleich vor dem Beichtstuhl.
....will man katholische Priesterin werden, wenn der Katholizisumus die Frauenfeindlichkeit zum Dogma erhoben hat?
Ich habe den Verdacht, dass es sich dabei vorwiegend um seit Kindheit auf Gut & Böse gedrillte Frauen aus dem ruralen Umfeld handelt, welche es gewöhnt sind - aufgrund ihrer anerzogenen masochistischen Grundeinstellung - einfach von einer greisen Mänergesellschaft zur Sau gemacht zu werden!
Helft diesen Frauen - und bringt sie von diesem kranken Katholizismus weg!!!
Irgendwie opfern diese Frauen ihr Leben oder Teile davon um Akzente in diesem durch und durch patriarchalen Verein zu setzen. Das bedauere ich natürlich. Allerdings sind dies erwachsene Frauen und haben sich bewusst dazu entschieden. Also kann man wohl nichts machen, ausser auf die Zeit zu hoffen. Denn irgendwann macht sich jede ihre Gedanken, wo sie da gelandet ist.
Andererseits schwächen diese Frauen auch diesen Frauenfeindlichen Männerverein mit staatlichem Siegel. Und das ist gut so.
ist ja recht putzig, dieses sich zur priesterin oder bischöfin weihen lassen, aber für die katholiken und -innen etwa so relevant wie unsere kinderspiele, wo wir uns ja auch gegenseitig zu königen gekrönt haben usw.
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