Kroatien: Gegner der künstlichen Befruchtung drohen mit Referendum

7. Juli 2012, 19:13

Im Parlament wird kommende Woche abgestimmt - Unmut kommt von kirchlicher Seite

Zagreb - Eine kirchennahe Organisation in Kroatien, die von einigen Bischöfen unterstützt wird, will das geplante neue Gesetz zur künstlichen Befruchtung mit einer Volksabstimmung bekämpfen. Das Gesetz wird kommende Woche in zweiter Lesung vom Sabor (Parlament) behandelt. Die kroatischen Bischöfe wollen nach einer Sondersitzung am Montag offiziell zu den Plänen der regierenden Linkskoalition Stellung nehmen.

Die Regierung wolle auf "undemokratische Weise, in der Ferienzeit, heimlich ein Gesetz durchbringen, das die Grundfragen der Wahrung des menschlichen Lebens und des Rechts auf Leben betrifft", kritisierte Kresimir Miletic von der Initiative "Auch ich war ein Embryo" vor JournalistInnen am Samstag. In 500 kroatischen Pfarrgemeinden waren 133.000 Unterschriften gegen dieses Gesetz gesammelt worden. Die Vereinigung argumentiert, dass künstliche Befruchtung ein gesundheitliches Risiko für Frauen darstelle, aber auch moralisch nicht vertretbar sei.

Das Gesetz sieht unter anderem vor, dass sich auch Frauen ohne PartnerIn, was auch lesbische Frauen einbezieht, einer Behandlung unterziehen können. Den Kinderwunsch auf diesem Weg können sich aber nur unfruchtbare Frauen erfüllen, was zu Kritik von lesbischen Vereinigungen geführt hat. (APA, 7.7.2012)

Kooatien hat also auch (seit über 10 Jahren), ähnlich wie Slowenien, worüber wir im demokratiepolitischen Entwicklungsland Österreich, gerade erst nachzudenken beginnen! Wird nun in

Kroatien im Wochentakt abgestimmt, wurden BürgerInnenrechte vom Volk abgeschafft, ist das arme Parlament entrechtet und sinnlos geworden, wie die Ösis (die Neues immer als allerletzte wagen, aber mit zehn Mal mehr Ängsten und Diskussionen als die Pioniere) befürchten?
Nein, es zeigt sich, (bei einer freilich hohen Hürde von 10% der Wahlberechtigten, genau wie bei uns geplant, wobei die Unterschriften allerdings in der doppelten Zeit gesammelt werden können), dass so etwas in der Praxis kaum vorkommt, den Alltag eindeutig nicht verändert und mehr als Krisenfeuerwehr, primär theoretisches Korrektiv betrachtet werden muss (die aktuelle Initiative hat natürlich nicht meine Sympathie, aber bisher hat es auch keine einzige andere geschafft).

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