Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate

Das werbende Huhn von Sixx Austria.
Österreich hat seit 3. Juli einen sogenannten "Frauensender". Ein Huhn mit Krönchen, langen Wimpern und Österreich-Schleife um den Hals sowie der Slogan "Mädels, euer Fernsehen ist da!" bewerben Sixx Austria. "Euer Fernsehen" übersetzt Sixx Austria in Serienformate wie "Desperate Housewives", "Lipstick Jungle", "Melrose Place" und "Verliebt in Berlin", Reality-Formate wie "Frank - Der Weddingplaner" und Kochsendungen. Ob sich Frauen per se dafür interessieren und ob die Hühner in der Werbung für Frauen stehen sollen, wollte dieStandard.at im E-Mail-Interview von Sixx-Geschäftsführer Bernhard Albrecht wissen.
dieStandard.at: In der Sixx-Werbekampagne werden gezielt Frauen angesprochen. Können Sie es nachvollziehen, dass sich manche an der Bezeichnung "Frauensender" stoßen? Eine unserer LeserInnen äußerte etwa die Kritik, es werde suggeriert, dass Frauen einen Sender wollen, auf dem tagaus, tagein mehr oder weniger sinnfreie/dumme/schlechte Serien bzw. Koch-Sendungen laufen.
Albrecht: Das erachte ich für eine strenge Kritik, denn Sixx ist ein Unterhaltungssender, und sowohl die aktuelle Werbekampagne als auch die Bezeichnung "Frauensender" sind stets mit einem Augenzwinkern zu sehen. Unsere Werbung soll Interesse an dem Programm wecken und muss natürlich dabei verkürzen. Die Welt ist sicherlich um vieles komplexer. Gleichzeitig sucht Sixx Programme, bei denen wir von einer höheren Affinität bei Frauen ausgehen. Ob das tatsächlich so ist, wird die Zeit zeigen. Auch würde ich die Serien, die wir zeigen, nicht als "sinnfrei" oder "dumm" bezeichnen.
dieStandard.at: Warum das Huhn in der Sixx-Werbung? Wird hier die Analogie "Frauen/Hühner" bemüht?
Albrecht: Alle Infos zu unserem Sender werden so auf eine ungewöhnliche und sehr bildstarke Art und Weise kommuniziert - und das wohlbemerkt immer mit einer großen Portion Selbstironie. Das Huhn steht nicht für die Frauen, das Huhn ist die Botschafterin des Senders.
dieStandard.at: Es gibt bestimmt auch viele Männer, die sich für die Sendungen auf Sixx interessieren - nimmt sich der Sender nicht etwas, wenn so explizit nur Frauen angesprochen werden?
Albrecht: Wir sind davon überzeugt, dass ein Spartenprogramm eine spannende Alternative zu den tagesaktuellen Vollprogrammen sein kann - ähnlich wie im Printbereich Frauenzeitschriften. Zudem sind natürlich Zuseher ebenso willkommen. Auch sind doch wohl meistens die Frauen die Entscheider, wenn es um die Wahl des Programms geht.
dieStandard.at: Kochen, Hochzeitsplaner, Soaps und Serien - meinen Sie, dass sich Frauen per se für diese Themen interessieren?
Albrecht: Ja, die Quoten zeigen es.
dieStandard.at: Woher weiß man so genau, wer (Männer oder Frauen, Alter usw.) welche Sendungen konsumiert?
Albrecht: Fernsehen ist ein sehr genau untersuchtes Medium, das durch den Teletest* eine sehr hohe Transparenz hat. Dadurch besteht mehr Spielraum, zielgruppenspezifische Sender zu entwickeln.
dieStandard.at: "Der schönste Tag im Leben einer Frau" ist laut einem der Sixx-Pressetexte die Hochzeit - ziehen progressivere Bilder von Frauen keine Werbekunden an?
Albrecht: In der Bewerbung sind Klischees einfach sehr hilfreich. Und eine Hochzeit ist sicher ein schöner und emotionaler Tag. Auch das sollte man mit einer gesunden Ration an Selbstironie betrachten. (Beate Hausbichler, dieStandard.at, 11.7.2012)
* Teletest ist eine Arbeitsgemeinschaft von ORF, ATV, Servus TV, Seven One Media Austria (Vermarkter der ProSiebenSat.1-Gruppe) und IP Österreich (Vermarkter der RTL-Gruppe), die Studien zur Messung der Reichweiten von Fernsehen in Österreich in Auftrag gibt.
Wende unter der Leitung der neuen Präsidentin: "Entspricht nicht der Linie der TV-Anstalt"
Der Frauenanteil in ORF-Debatten stagniert - Weil sie zu passiv sind, sagt Robert Stoppacher - Weil der ORF zu lasch ist, sagt die Grüne Judith Schwentner
Magazin für das Frauennetzwerk Medien am Weg zum "billig-sexistischen Boulevard" - Rainer: "Profil" in bester Gesellschaft
Das Magazin habe bisher einen 30-prozentigen Frauenanteil, jedoch kaum in Bereichen, in denen journalistische Inhalte entschieden werden
Beauty-Terror made in Austria - Ab nächster Woche begleitet der Privatsender heimische Kandidatinnen auf ihrem Weg zur Schönheits-OP
Ab der nächsten Ausgabe erscheint das feministische Magazin wieder im Zwei-Monats-Rhythmus
Magazin habe Verantwortung, "ihr Gewicht in die relevanten Themen und Diskussionen der Branche einzubringen"
Das noch junge "Philosophie Magazin" fragt, ob Frauen von Natur aus gut sind - Das Heft liefert dennoch keinen Grund für Ärger, ganz im Gegenteil
Frauen seien bei Fernsehdiskussionen oft zu still, sagt ORF-Talkerin Ingrid Thurnher - Die grüne Frauensprecherin Judith Schwentner erwartet sich strategisches Bemühen
Eine türkische TV-Serie rückt das Thema Zwangsheirat ins Licht. Das Aufbrechen traditionell-konservativer Geschlechterrollen und Klischees gelingt aber nicht
Zwei Studentinnen bastelten das Video "Sh*it White Feminists Say" und nehmen darin sich und andere privilegierte Feministinnen auf die Schippe
Netzfunde über das Heranwachsen in einer nach Geschlecht sortierten Welt – Von der kindlichen Empörung in der Spielzeugabteilung bis zum Streit über Biologiebücher
Die Blogosphäre war wieder kreativ, hochaktiv und aktivistisch: Männlichkeit in Graz und wie Bitterfotze "Happy, happy" wurde
Ex-Chefredakteurin Bascha Mika diskutiert am Mittwoch beim Wiener Journalistinnenkongress. Bequemlichkeit habe sie auch unter Kolleginnen beobachtet
Diesmal in der Blogrundschau: Ein Streifzug durch die Blogosphäre feministischer "Supermoms"
Bei "Regendering-Media" wurden stereotype Geschlechterrollen in den Medien hinterfragt und mögliche Gegenstrategien ausgelotet
Eine "Charta für rollenbildneutrale Mediendarstellung" soll Sexismen in den Medien verringern - dieStandard.at fragte nach, wie das gelingen soll
Schwesterlicher Rat an Charlotte Roche, Asexuelle und von ExpertInnen qua erfülltem Gebärauftrag: dieStandard.at startete eine neue Blog-Rundschau
Eine medienwissenschaftliche Tagung in Wien beschäftigte sich mit der Frage, inwieweit Fernsehen Klassenverhältnisse produziert
Dem Magazin "Gazelle" ist weitermachen allein nicht genug - Neue Abos sollen vier Ausgaben pro Jahr ermöglichen
Reaktionen auf den Roundtable: "Vereinnahmung" sagen die einen, "ein wichtiger Schulterschluss" die anderen
Die Zeitschrift "Grundrisse" widmet sich in der aktuellen Ausgabe Geschlechterverhältnissen und Arbeitsteilung
Die älteste Frauenzeitschrift "AUF" musste das Aus verkünden - Nach 36 Jahren und 150 Ausgaben heißt es "Arbeit bleibt, AUF Hört auf"
MigrantInnen werden in Medien meist einseitig negativ dargestellt - Im Forum Feministische Zukunft wurde dieses Phänomen erörtert
die gleichen verdummungs-rituale wie `auch forscherinnen müssen hübsch sein`.. den heutigen initiatoren fällt nichts anderes ein, als endlos- klischees an die frau zu bringen? herr albrecht will uns frauen mit seinen veralteten vorstellungen für blöd verkaufen? eine äusserst dümmliche werbung `mädels macht`s euch selbst/sixx` - das beste wäre, die betroffenen herren würden sich aus der werbung heraushalten ...
irgendwie. Ich dachte immer, Frauen sind nicht so - das ist alles nur Klischee - keine meine Freundinnen ist so - Man will uns nur ärgern...
Je älter ich werde, desto sicherer bin ich mir aber, dass viele Frauen aber eben genau so sind, wie es das Klischee herzeigt. In meinem Umfeld (zum Glück nicht in meinem Freundeskreis) zeigt sich das Gegacker und das "McDreamy is sooo feeeesch, blaa", und "als Frau muss man mindestens 3 Jahre beim Kind bleiben" und "neeeein, alsooo die Dachrinne kaaannnn ich nicht ausputzen" und "ich bin mit meinem 20h Job derart überlastet, ich will gar nicht mehr arbeiten"...etc. die Liste ist endlos und grauenhaft.
wenn ein klischee aber einen teil einer gruppe beschreibt und dann aber der ganzen gruppe unterstellt wird, dann find ich das aber nicht in ordnung. wenn man zb sagt, alle frauen sind oberflächliche tussis, dann habe ich ein problem damit! klar, es gibt leute die diverse klischees sicher erfüllen, aber man muss IMMER daran denken, dass es auch personen gibt, auf denen es eben nicht zutrifft. weil menschen zu komplex sind um sie in eine schublade zu stopfen.
..frauen wollen nur soaps und kochsendungen sowie hochzeitsplaner sehen. aus dem gleichen grund mögen mädchen - wenn überhaupt! - nur rosa gameboys und ponyspiele.
GUTEN MORGEN! nicht jede frau ist nach stereotyp a abzufertigen, genausowenig wie männer immer nur sport schauen. pfft.
ich muss sagen dass ich die werbung als sehr beleidigend empfunden habe.. und die seichten argumente machen es nicht besser.
"GUTEN MORGEN! nicht jede frau ist nach stereotyp a abzufertigen, genausowenig wie männer immer nur sport schauen. pfft."
stimmt genau. bei klischees muss man immer daran denken, dass es eben auch menschen gibt, die nicht so sind, weil menschen oft zu komplex sind um sie in eine schublade zu stopfen.
"es werde suggeriert, dass Frauen einen Sender wollen, auf dem tagaus, tagein mehr oder weniger sinnfreie/dumme/schlechte Serien bzw. Koch-Sendungen laufen."
*rofl* ist das nicht so?
Wen haben wir den ganzen scheiß sonst zu verdanken?
also abgesehen davon, dass ich es wahnsinn finde, kochsendungen und stumpfsinnige und dumme serien (denn was sonst ist desperate housewives??) auf einem sog. "frauensender" zu zeigen, werden auf diesem sender hauptsächlich alte folgen gezeigt, wen interessiert das denn bitte? und kochsendungen usw. gibt es eh im "normalen" programm auch schon, wieso muss ich die auf einem eigenen sender nochmal zeigen?
In Deutschland hängen überall Plakate mit dem Slogan "Mädels, Macht's Euch Selbst!".
Da habe ich mich gefragt, was die Notwendigkeit dieser Aufforderung bedingen könnte. Denn die "Mädels", die ich kenne, machen doch schon alles mögliche selbst. Sonst macht's ja auch niemand (richtig).
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.