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Tatort Sandkiste: War da noch jemand?
dieMama meldet sich aus dem (Familien-)Urlaub zurück. Am ersten Tag in der städtischen Heimat konnte ich - wie sollte es anders sein - gleich wieder Einblicke in das soziale Gefüge "Spielplatz" gewinnen und dabei wichtige Erkenntnisse mitnehmen. Was ein paar Wochen im südlichen Ausland alles bewirken können!
Für diejenigen, die keine Kinder haben: Der Spielplatz ist der Ort, wo die Kinder ihren Spaß haben und die Eltern nicht. Meistens sitzen sie irgendwo am Rand im Schatten oder auf der Sandkiste und warten schlapp darauf, dass etwas passiert. Oder sie unterhalten sich mit befreundeten Eltern darüber, wie oft ihr Kind heute schon auf den Popsch gefallen ist oder dergleichen.
Kindersondierung
Fremde Kinder kommen da nicht in den Sinn. Sie tun zwar genau das Gleiche wie das eigene, aber dennoch besteht die Übereinkunft, dass man durch sie einfach hindurchschaut und das eigene dafür keine Sekunde aus dem Auge verliert.
So geschehen auch vor einiger Zeit an einem gut besuchten Wiener Spielplatz. Ein bunt zusammengewürfelter Haufen Eltern und Kinder machen irgendwie alle das Gleiche, nur die Eltern wollen von den anderen Kindern nichts wissen. Warum einem fremden Kind den Wasserhahn öffnen? Soll doch sein Vater machen! Warum dem anderen kreischenden Kind aus dem Schlamm hochhelfen? So weit kommt's noch.
Keinen Millimeter weiter
Ist das strukturelle Kinderfeindlichkeit? Ich denke, ja. Das Interesse reicht eben gerade bis zum eigenen Nachwuchs, aber keinen Millimeter weiter. Richtig aufgefallen ist mir das erst, seit ich erfahren habe, wie viel aufmerksamer Kinder in anderen Ländern behandelt werden.
Hierzulande spielen dann aber glücklicherweise die Kleinen oft nicht mit. So auch an besagtem Nachmittag, wo ein vielleicht vier- oder fünfjähriger Bub von einem wesentlich kleineren Kind die Schaufel ausleihen wollte. Statt sie ihm einfach wegzunehmen, fragte er ganz höflich den Wache stehenden Vater, wie es mit der Verhandlungsstärke des Gegenübers aussehe: "Kann er schon Deutsch?"
Ein gestandener Österreicher kann mit so viel Selbstbewusstsein freilich wenig anfangen. Seine dümmlich-perplexe Antwort "Deitsch kan er scho, aber sprechn kan er no ned" wird mir als vollendeter Ausdruck österreichischer Sprach- und Bildungsstandards in lieber Erinnerung bleiben. (dieMama, dieStandard.at, 13.7.2012)
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ich kann kinder generell nicht leiden.
die sind nur laut und nerven und machen alles kaputt und wenn man was sagt, ist man ein unmensch oder unnatürlich, weil man ja kinder einfach mögen muss.
nein, muss man nicht! und ich steh auch dazu!
Die Madamme Autorin des Artikels schließt offenbar von sich auf andere.
In Meiner Spielplatzkarriere als Vater habe ich meistens großzügige Eltern getroffen die gegenseitig geholfen und Obst Naschereien und Spielsachen geteilt haben. Selten aber doch gab es Ausnahmen - offenbar war die Autor(in) die mama dieses artikels eine solche
was gar nicht fad ist. Die Umgebung ist auch ein schöner Park, ich bin gern dort, freilich ist es mit einem Kleinkind noch schöner.
Die Eltern an diesem Spieplatz kommen durchaus miteinander ins Gespräch und die Atmosphäre ist im Durchschnitt auf der freundlichen Seite. Und man hat schon gegenseitig ein bissl ein Auge auf die Kinder, zB die Pumpe im nassen Sandbereich erfordert Kooperation, kleine Kinder brauchen Hilfe beim Wasser holen usw.
Da Putzi im Gatsch will vielleicht gar nicht von einem fremden Mann aufgeklaubt werden, und "Deutsch kann er schon, aber sprechen noch nicht" kann freilich auch einfach faktisch zutreffen.
Ich versteh die Säuerlichkeit der Schilderung gar nicht.
warum liest man eigentlich keine Kindergeschichten auf DERstandard? Oder ist das nur dann der Fall, wenn es ein Mann schrieb?
Ich würde es als Schritt in die Gleichberechtigung und als Zeichen dafür sehen, dass auch Männer in der Kinderwelt gewünscht und nicht nur eingefordert werden. Bilder sprechen auch viele Worte: Kinder sieht man abgebildet mit Müttern. Wenn man wirklich Werbung für Väter machen will, dann muss das auch ausgewogener sein. Schließlich wurde von Frauen zu Recht bekritzelt, dass man Wäschewaschmittel-Werbung (fast) ausschließlich immer nur mit Frauen sieht. Wollen wir mehr Gleichberechtigung gehören schon die Bilder dazu, die wir ständig und die auch Kinder ständig sehen!!!
sonst wäre ja überall weltfrieden.
ich denke, über solche pitzeligen eltern sollte man einfach hinwegsehen. eher sollte man sie zu einem miteinander motivieren und loben. Man muss ja nicht so zurückfeuern, wie andere in den Wald schreien.
orte, wo die eltern auch fremden kindern helfen und sich gegenseitig unterstützen. die ganzen postings hier aber, die so tun als ob spielplatz das ultimative unterhaltungsprogramm für die ganze familie wäre, kann ich nicht recht nachvollziehen. ich geh mit meinen kindern quasi jeden tag. bei aller liebe, das ist fad as can be, auch wenn man durchaus nette leute trifft! meine tochter ist erst 2 1/2 und mein sohn 10 monate, dh ich muss beide schon im auge behalten. sie kommt noch nicht allein in die schaukel rein, er findet immer wieder lustige sachen wie tschickstummel oder glasscherben, die er sich in den mund steckt, da bleibt fürs gute buch keine zeit - auch ohne glucke zu sein. kann ja nicht erwarten, dass alle anderen meinen job machen.
in den USA:
http://www.usatoday.com/news/nati... 53779670/1
.
das finde ich gar nicht "dümmlich-perplex", sondern sogar durchaus pointiert.
natürlich hätte er auch antworten können:
"naja, mein lieber bub, da müsste man zuerst mal klären, was Du unter "können" verstehst, denn das ist alles relativ. also er versteht zwar deutsch, ist aber noch nicht in der lage, ganze bzw. zusammenhängende sätze zu formulieren. sogesehen "kann" er zwar deutsch verstehen, er "kann" es aber nicht sprechen, und wenn Du ihn ansprichst, wird er Dich zwar verstehen, allerdings wird er seinerseits wohl nonverbal mit Dir kommunizieren."
das wäre der heimgekehrten mama wohl eher angemessen erschienen? ;o)
Die Bemerkung übersetzt: der kleine versteht schon alles und er ist völlig fähig dazu, Zustimmung oder Ablehnung auszudrücken, aber er tut das momentan ohne volle Sätze bzw. ohne Worte.
Wie komm ich drauf, dass diemama in Wien zu Hause sein muss?
da kommt diemama nach einem auslandaufenthalt wieder nach hause und erwartet, dass sich das zuhause am spielplatz in dieser zeit geändert hat - dabei hat sie sich selbst nicht geändert. ständig trommelt auch sie, dass keine väter auf spielplätzen anzutreffen sind. und dann trifft sie ja doch einen solchen ebendort an und stellt ihn aber mit einer selbstverständlichkeit als dümmlich-perplex dar. dabei hat die ach so intelletuelle diemama bloß nicht erkannt, dass dieser vater seinen torberg gelesen hat ;-)
Der Vater hat die Situation erfasst, die Artikelschreiberin nicht bzw. sich aus Standesdünkel als etwas besseres gefühlt ohne es zu sein.
Außerdem hatte der Vater klare Verhältnisse hergestellt bzw. erforderliche Grenzen aufgezeigt, und damit dem verwöhnten Sprössling mehr Gutes für sein ganzes Leben getan als die mütterlich dominierte Situation jemals erreichen könnte.
was mir bei derartigen artikeln (und postings) immer wieder auffällt: die eigene elternkompetenz wird meistens fehlerlos gesehen, die der anderen eltern dafür umso kritischer.
ich muss zugeben, ich empfinde das elternsein teilweise extrem schwierig: ohne irgendeine erfahrung/"ausbildung" (außer dass man selber mal ein kind war) übernimmt man die elternrolle. ich stelle mir regelmäßig die frage: muss ich strenger/lockerer/aufmerksamer, etc. sein. wann schau ich weg und lass die kinder das alleine regeln, wann greif ich ein. wie kann ich meine kinder fördern ohne sie zu überfordern. einfach alles seinen natürlichen lauf lassen und was heißt das genau?
Wenn ich mir Ihre Artikel so durchlese, kommen Sie mir ja ziemlich mühsam rüber. Aber wichtig ist ja vor allem, dass es Ihnen gut geht und alle anderen, die gerne auf einen Spielplatz gehen, weil's dort lebhaft & lebendis zu geht, die kommen ohne Leute wie Ihnen supertoll klar. Die nehmen auch aktiv fremde Kinder & deren Eltern wahr. Aber vielleicht habe ich Ihre Schreibkunst nur nicht verstanden und Sie meinen das voll ironisch ... wer weiss.
Selten konnte ich mich meiner Emma o.a. Fachliteratur so ausgiebig widmen wie am Spielplatz. Die Kinder beschaeftigen sich grosteils selbst und sind nachher wunderbar dreckig und muede.
Man muss nur aufpassen, nicht in Kleinkriege mit hyperengagierten Helikopter-Mamis zu geraten (jetzt ist MEIN Kind dran auf der Rutsche! Nein, nichts zuckerhaeltiges! Etc.)
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