Heinisch-Hosek für Tempo bei Frauen-Quote

15. Juli 2012, 08:26

Förderpläne für Betriebe - "Ich will das" - Recht auf Kinderbetreuungsplatz ab dem ersten Lebensjahr

Wien - EU-Kommissarin Viviane Reding macht es vor und ihre nationale Partnerin Gabriele Heinisch-Hosek will es ihr auf österreichischer Ebene gleichtun: Freiwillige Selbstverpflichtungen sind schön, aber wenig effektiv, es braucht eine Frauen-Quote. Reding kündigte für Herbst einen Gesetzesentwurf für eine europaweite Frauen-Quote in den Vorständen börsenotierter Unternehmen an. So weit ist es in Österreich noch nicht, Heinisch-Hosek erklärt aber im Interview mit der APA: "Ich glaube, dass eine Quote Tempo macht und Frauen in Führungspositionen hievt."

Zunächst sollen in der für Herbst angekündigten Gleichbehandlungsgesetzesnovelle Frauen-Förderpläne festgeschrieben werden. Mit der freiwilligen Selbstverpflichtung für staatsnahe Betriebe wurde in Österreich der erste Schritt gesetzt, so die Frauenministerin, aber: "Ich hätte natürlich gerne eine Quote für alle, auch in der Privatwirtschaft, weil ich glaube, dass eine Quote Tempo macht." Kommt die Verpflichtung auf EU-Ebene, "wäre das Wasser auf den Mühlen", zeigte sie sich erfreut. Gespräche hierzu führe sie seit ihrem Amtsantritt: "Es passieren ja Schritte", verweist sie auf die staatsnahen Unternehmen. Ein höherer Frauenanteil in den Chefetagen "wäre gut" für die Wirtschaft: "Derzeit lassen die Betriebe sehr viel Potenzial liegen."

In der anstehenden Novelle des Gleichbehandlungsgesetzes pocht Heinisch-Hosek auf die Aufnahme von Frauenförderplänen für Firmen. Die Ministerin verweist hier auf ihren kürzlich präsentierten Leitfaden, um die Betriebe zur Frauenförderung zu animieren. Ihrer Vorstellung nach sollen Betriebe mit mehr als 100 Mitarbeitern verpflichtend Frauenförderpläne erstellen und je nach Art des Unternehmens aus einer Reihe von Vorschlägen wählen. "Da herrscht bei der Wirtschaft nicht nur Freude. Ich will das", hielt die Frauenministerin jedoch fest. Die Wirtschaft solle die "Angst" vor Frauenförderung verlieren, meinte sie weiters.

Über Sanktionen nachdenken

Keine Rolle spielen werden bei dieser Novelle die seit dem Vorjahr ebenfalls verpflichtenden Einkommensberichte für mehr Gehältertransparenz. Hier wurde eine Evaluierung für 2014 ausgemacht, über etwaige Änderungen oder teils geforderte Sanktionen möchte sie erst dann nachdenken. Grundsätzlich werden die im Vorjahr beschlossenen Einkommensberichte gut aufgenommen, so die Ministerin.

"Die Einkommensgerechtigkeit ist ein Thema, das wird mich bis Ende der Legislaturperiode nicht verlassen", stellte Heinisch-Hosek fest. "Wenn wir bessere Vereinbarungsstrategien entwicklen, steigen Frauen früher wieder in den Beruf ein und die Einkommensschere schließt sich." Die Frauenministerin drängt daher auf das von ihr forcierte Modell zum Umbau der Familienförderung. Dieses würde es ermöglichen, dass bei den Unter-Dreijährigen in zwei Jahren das Barcelona-Ziel (eine Betreuungsquote von mindestens 33 Prozent, dies allerdings schon 2010) erreicht wird.

"Ich will skandinavische Verhältnisse"

In Zuge dessen will sie auch den Rechtsanspruch auf einen Kinderbetreuungsplatz ab dem ersten Lebensjahr anbieten. "Wenn man diese Kraftanstrengung probiert, ist das ein Riesenschub nach vorne für die Familien", so Heinisch-Hosek, die betont, dass es ihr um keine "Pflicht", sondern um das "Recht" auf einen Platz geht. "DDR-Methoden - das liegt mir fern und der Vergleich ist nicht zulässig. Ich will skandinavische Verhältnisse, Mütter und Väter sollen es sich aussuchen können", so die Ressortchefin. Im Wahlkampf befinde man sich deswegen noch nicht, es sei aber "legitim", rechtzeitig auf Themen zu setzen, meinte sie zum Geplänkel über die Familienförderung mit der ÖVP in den vergangenen Wochen. (APA, 15.07.2012)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 61
1 2
quote beginnt nicht zufällig mit Qu wie quatsch !

das ist einfach populistischer unsinn.
eine frau die gut ist UND es will kommt auch so an die spitze.
ausserdem was bringts den frauen generell, wenns ein paar managerinnen aus quotengnaden mehr gibt.

förderung ja !
frauen berufe schmackhaft machen - ja absolut !
(sagt ihnen doch dass es ausser frisörin und verkäuferin auch noch was gibt - sich immer job mit schlechter bezahlung auszusuchen und dann darüber klagen ist zu simpel - wie wärs mit der technik meine damen)
gleicher lohn für gleiche arbeit - unbedingt !
betreuungsplätze und möglichkeiten für kinder von klein auf - ja absolut und unbedingt !

aber Quote ist quatsch - nicht mehr und nicht weniger

ohne Quoten tut sich leider nichts. daher für Quoten!

"was bringts den frauen generell, wenns ein paar managerinnen aus quotengnaden mehr gibt"

ich glaub, um die sprichwörtliche alleinerziehende billa-kassiererin gehts schon lange nicht mehr. die quoten dienen nur dazu, einer kleinen clique gut bezahlte jobs zu garantieren - und das wird dann als frauenförderung (miss)verstanden.

gerade bei den top-jobs (es geht um den vorstand bitte!!) sollte eine quote nun absolut nicht erforderlich sein. in welcher verhandlungsposition wird die wohl stehen? und eigentlich dann jede andere frau? eine differenzierung in "dank qualifikation echt geschafft" und "platz dank quote" wirds dann ja wohl nicht geben

find ich ganz toll, daß endlich jemnad für mehr als 50% der österreichischen Bevölkerung etwas positives unternimmt.
Ganz großartig wäre v a die flächendeckende kinderbetreuung ab einem Jahr. Weiter so. Bitte nicht nachlassen. Östereich braucht solche guten Politiker. Und daß manche Aktionen nicht allen passen ist eh klar, aber wie immer va nicht denkende Männern und leider auch ein paar genauso wenig denkenden Frauen.

Welche mehr als 50% profitieren von einer Vorstandsquote?

Du glaubst nicht im Ernst, dass nicht zufällig dann eine Ex-Frauenministerin und ihre Freundinnen an erster Stelle für die Besetzung dieser Quotenjobs stehen und die anderen 99.999% der weiblichen Bevölkerung hierzulande genau null davon hat?

Bei der Quote interessiert sich niemand für die Frauen

Diese Quote ist eine Forderung der Wirtschaft. Egal, wie frau/man zu Frauen steht aber ohne die Nutzung der Kompetenzen von Frauen, werden viele Betriebe den Bach runter gehen.
Du kannst das tollste Auto bauen aber ohne Schminkspiegel, wird ihn kaum eine Frau kaufen ... und ihn auch kein Mann, der eine gepflegte Partnerin hat, kaufen dürfen ;-)

"Ich will skandinavische Verhältnisse"

das ich nicht lache. da fehlt die ergänzung: aber nur dort wo es zum vorteil der frau ist.

wo bleibt z.B. das automatische geteilte sorgerecht auch für unverheiratete?

"Heinisch-Hosek für Tempo bei Frauen-Quote"

Ich wär für Tempo 15!
Einfach weil Quoten etwas beschissenes sind...

War schon im Studium so. Da werden Frauen mit MSOffice-Kenntnissen im IT-Studium mit begrenzter Plätzeanzahl aufgenommen und gleichzeitig Männer, die 5 Programmiersprachen flüssig beherrschen, abgelehnt.

Und nach einem Semester wars dann eh wieder fast eine reine Männergruppe...aber wer konnte schon damit rechnen, dass das ganze nix werden konnte, wenn man sich bisher schon nicht für IT interessiert hat. Hauptsache die Quote!!!! Gebt uns mehr Quoten!

Wie wärs mit einer Männerquote bei Teilzeitjobs? :D
Eine Quote für Krankenpfleger, Kindergärtner...

Komischerweise wird aus motivierten Frauen immer etwas... für die faulen gibts dann eh die Quoten!

sie vergessen die 4 fremdsprachen und dass die frauen außer kochen sowieso nix gscheit können

"War schon im Studium so. Da werden Frauen mit MSOffice-Kenntnissen im IT-Studium mit begrenzter Plätzeanzahl aufgenommen und gleichzeitig Männer, die 5 Programmiersprachen flüssig beherrschen, abgelehnt. "

"Quote für Krankenpfleger, Kindergärtner... "

Lebensmüd? Männer sind als Geilisten verschrien.
Fahr mal als Kindergärtner nach Thailand in Urlaub und komm danach wieder heim :)
Pfleg mal als 40+ schwuler Pfleger, einen 20jährigen Buam :)

will die ernsthaft privaten unternehmen vorschreiben wer in einer führungsposition zu sein hat? das ist doch krank!
bei börsennotierten unternehmen ist es zwar genauso falsch, aber wenigstens noch halbwegs praktikabel weil die organisation groß genug ist. aber bei normalen mittelstandsbetrieben ist das oft unmöglich. muss man dann passende frauen extra einstellen um die qoute zu erfüllen oder wie stellt sich das die werte frau minister vor?

die frau minister stellt sich das gar nicht vor

die kommuniziert das nur weils populistisch ist und den eindruck erweckt, als würde sie was tun.

Gleichberechtigung in Ehren, aber ich bin für Qualifizierungsquote (entscheidend ist, was ein Bewerber kann und was nicht). Von mir aus, dass bei zwei gleichqualifizierten Spitzenkandidaten die Frau bevorzugt wird (wenn Nr. 2 ein Mann ist).

Gleiches Gehalt, gleiche Behandlung, gleiches Pensionsantrittsalter und Verdienst in der Karzenzzeit wird nicht zur Berechnung der Pension herangezogen.

Es gibt keine 2 gleichqualifizierten Bewerber. Gerade bei höherwertigen Jobs, sind Qualifikationen wie ein fachlich passendes Studium "nur" Grundvoraussetzungen.

Die tatsächlich ausschlaggebende Qualifikation liegt oft einfach im Auge des Betrachters.

Bsp: Ist jemand besser qualifiziert, wenn er 3 Jahre Auslandserfahrung und 1 Jahr Erfahrung als Führungskraft aufweisen kann oder wenn er 1 Jahr im Ausland war und 3 Jahre Führungskraft? (Kommt natürlich zusätzlich noch auf den Job an). Und selbst die besten Qualifikationen am Papier können sich beim Interview als vollkommen nutzlos erweisen.

Schon klar. Aber wenn die leitenden Stellen sich bei der Entscheidung uneins wären (z.B. 2 für den einen und 2 für den anderen Kandidaten).

Immer fest die Augen verschließen...

Heinisch-Hosek sieht immer noch nicht ein, dass ihr Modell auch durchschnittsfamilien schadet. Auch erfolgreiche Frauen werden dadurch getroffen!

Eine vierfache Mutter und Alleinverdienerin hat durchgerechnet, was sie durch das Heinisch-Hosek Modell verlieren würde - es sind 3.000,-, die sie jedes Jahr WENIGER hätte! (Hier die Rechnung: http://www.leonore.at/2012/06/s... dienerin/) Stellen Sie sich vor, eine Ministerin, die vorgibt, Ihre Interessen zu vertreten, würde auf einmal so einen Anschlag auf Sie planen!

"vierfache Mutter und Alleinverdienerin"?

Super Beispiel :)
Die hat sich doch in ihrem gesamten Leben gewaltig verrechnet? Wie einfältig muss mann sein, sich auf deren "Berechnung" zu beziehen ;-)

Wie einfältig muss man sein, zu denken alles besser zu wissen?
Idiotie ftw ist ihr motto, was?

die ministerin vertritt ja ihre interessen

ihre eigenen ;)

sagen sie mir einen politiker unserer zeit dessen entscheidungen bestimmt sind durch nachhaltigkeit, weitsicht und verantwortung...

... und ich zeige ihnen einen naturblonden schwarzafrikaner!

Quotenfrau und Stolz darauf?

"Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek findet es in Ordnung, eine Quotenfrau zu sein. Nur so konnte sie selbst in ihrer Partei, der SPÖ, Kar­riere machen"

http://www.profil.at/articles/... betondecke

Die Frage ist, was hat der große Teil an Frauen davon, wenn es auf ein paar gutbezahlten Posten (soviele gibt es in Österreich nicht) Frauen sitzen?

Diese Rosinenrauspickerei - z.B. Quote bei Aufsichtsräten - nützt nur einem kleinen Menge, erzeugt aber auf der Gegenseite enormen Unmut.

Das Problem bei der heutigen Politik ist,...

...dass sie immer mehr zum Selbstzweck verkommt. Alternde Politikerinnen (Reding, Heinisch e. a.), die ihr Ablaufdatum kommen sehen, wollen noch schnell Gesetze durchpeitschen, die ihnen und ihren Freundinnen auch nach der Legislaturperiode zu lukrativen Posten verhelfen - aber 99,999% der Frauen und 100% der Männer genau null bringen. Wer diese offensichtliche Pfründeabsicherung, die ganz nebenbei dem Gleichheitsgrundsatz widerspricht, als "Gleichberechtigungsmaßnahme" begreift, den kann man nur als sehr naiv bezeichnen. Ich wundere mich nur, dass gegen derart massiv gegen unser aller Grundrechte und -freiheiten verstoßende Gesetzesvorhaben nicht lauter protestiert wird.

Warum nur bei hochbezahlten Vorstandsposten? Das Ungleichgewicht bei der Müllabfuhr, am Bau und bei der Straßenreinigung ist mindestens genau so groß.

der war gut - danke !

Neu hier?

Nur uninformierte Newbies klatschen zu Opas Wiedergekäutem Beifall :)

Ihre Wortwahl ist sehr fragwürdig! o.O

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 61
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.