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Sarah Kuttner.
Gleich zwei frühere Viva-Moderatorinnen haben zuletzt in den "öffentlich-rechtlichen Programmalternativen", wie sich ZDF-Neo und ZDF-Kultur selbst nennen, eigene Sendungen bekommen. Charlotte Roche versucht sich mit einem Kollegen in "Roche & Böhmermann" am Late-Night-Talk (dieStandard.at berichtete), und Sarah Kuttner präsentiert seit vergangenem Sommer das Magazin "Bambule". Damals war allerdings noch nicht so klar, ob und wie es mit der Sendung weitergeht. Der Sender startete im Rahmen eines TV-Labs vergangenen Sommer zehn Sendungspiloten - darunter "Bambule" -, über die die ZuseherInnen abstimmen konnten. "Bambule" landete in der ZuschauerInnengunst auf dem dritten Platz, was für einen neuen wöchentlichen Sendetermin reichte.
"Ein Straßenmagazin mit Sarah Kuttner", ein Magazin, das das "Lebensgefühl der 20- bis 40-jährigen Großstadtbewohner und all derjenigen, die sich so fühlen", reflektieren möchte: So stellt sich das Magazin selbst vor, Kuttner selbst rückt es in einem Kurzvideo noch mal in ein etwas anderes Licht: Es gehe um Dinge, die ansonsten im Schatten großer Themen stehen. Das alles trifft es nicht so recht, und was ein Straßenmagazin sein soll, erschließt sich der/dem ZuseherIn auch nicht wirklich. Die Krux scheint also in erster Linie in der Bewerbung eines solchen Magazins zu liegen, weniger im Gestalten. Denn dem auf der Seite des TV-Labs formulierten Anspruch der SendungsmacherInnen, zu "informieren, polarisieren und natürlich zu unterhalten", wird "Bambule" meist gerecht.
Info - in Gehirn und Körper geladen?
"Der neue Mann" war das Thema der allerersten Sendung. Da sprach Action-Star Nicolas Cage über die Herausforderungen an den Mann im 21. Jahrhundert ("Der Mann des 21. Jahrhunderts muss mit unglaublichen Mengen an Informationen zurechtkommen, die in sein Gehirn und seinen Körper geladen werden. Mehr als jemals zuvor in der Geschichte der Menschheit"), eine Soziologin und ein Männerforscher diskutierten über die Bezeichnung "Schmerzensmänner", und ein Therapeut erklärte: "Jeder Junge wächst in einer Stimmung auf, in der es immer darum geht rauszufinden, was im Sinne des Feminismus richtig wäre." Unterhalten (Nicolas Cage), Informieren (bei WissenschaftlerInnen nachgefragt) und Polarisieren ("Feminismus überall"-Analyse des Therapeuten) - ist doch alles da.
Und auch bei dem neuen wöchentlichen Auftritt hält "Bambule" an seinem Anspruch fest. "Glaube" und "Treue" waren die Themen der Sendungen der letzten beiden Wochen. Die evangelische Pfarrerin Margot Käßmann, der Imam Ferid Heiderund Matthias Matussek, Autor des Buches "Das Katholische Abenteuer - Eine Provokation", antworteten in der Glaubens-Sendung auf Kuttners bewusst tendenziöse Fragen. Kuttner will in der Sendung mit ihren eigenen Ansichten nicht hinter dem Berg halten, fragt daher stets so, wie wohl viele ihrer AltersgenossInnen auch fragen würden. Als zusätzlicher Gegenpol zu den Religions-Vertreterinnen wurden Kuttner auch noch ein paar flotte Kommentare von AtheistInnen zur Seite gestellt: "Die Kirchen sind der größte Anbieter für Mythologien weltweit." Wieder bleiben keine Wünsche offen.
Ein spontanes Psycho-Profil
Und beim Treue-Thema wollte Kuttner wissen: "Wer hat das erfunden?" und "Warum geben wir uns ihr hin?" Wenn ihr einer ihrer Interview-PartnerInnen allzu lässig auf ihre immer einfach gehaltenen Fragen antwortet, wie zum Beispiel ein geladener bekennender Untreuer, setzt es von Kuttner eine laienhafte psychologische Skizze, mit der sie dem Interviewten sein Verhalten erklärt. Kuttner kann und darf das, weil sie Schmäh hat, den Leuten dennoch nicht zu nahe tritt und sich damit auch nicht selbst penetrant in den Vordergrund rückt.
Die kluge und ausgewogene Auswahl an Interviewgästen ist neben Kuttner die zweite Stärke von "Bambule". Die Befragten kommentieren sich gegenseitig, informieren kompetent, doch nie unverständlich und geben offen Erfahrungen zum Besten, von denen einige zu überraschen wissen. Etwa wenn ein Ex-Nazi, der sich aus der rechtsradikalen Szene verabschiedet hat, im Rückblick unter anderem feststellt: "Die Musik hat mich am meisten manipuliert" oder "Vor meiner Nazi-Zeit habe ich kein Buch angefasst."
Jede Sendung wird schließlich noch mit KünstlerInnen-Porträts oder der Möglichkeit, Josef Hader zu den großen Fragen unserer Zeit ("Ich möchte eine Religion gründen. Was halten Sie davon?") zu konsultieren, aufgepeppt. "Bambule" hat den wöchentlichen Sendeplatz verdient - ein paar Gästinnen mehr könnte die Sendung noch vertragen, ansonsten gelungen. (Beate Hausbichler, dieStandard.at, 18.7.2012)
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normallerweise müßte doch bei so einem satz doch ein zeitwort vorhanden sein, das die tätigkeit beschreibt. ist kuttnern ein wort mit bedeutung?
"Aufreger. Sein Name ist Programm" würde zb.passen bei jemand der sich dauernd aufregt und auch noch so heisst.
"Läufer. Sein Name ist Programm" würde bei jemanden passen der Marathonläufer ist.
aber im Zusammenhang mit Kuttner passt der Ausspruch überhaupt nicht.
nein, nein, gästin wird in grimms wörterbuch erwähnt und war schon im alt- bzw. mittelhochdeutsch offensichtlich gebräuchlich als "kestin" / "gestin".
als beispiel wird folgende Vorschrift zitiert: "das kein burger oder burgerin, gast oder gestin in diser stat Nuremberg ... peteln sol."
zusammengefasst: die verwendung des wortes "gästinnen" war absolut korrekt.
So gesehen ist Kuttner der "Gastlader" (der einen zu Gast ladet - nach dem Grimm Wörterbuch) bzw die "Gastladerin" oder noch genauer "die Gästinnenladerin" :-)
Hätte nie gedacht dass Gästin laut Duden ein korrekter Begriff ist. Man hätte einmal eine Reihe derartiger altmodischer Begriffe in einer Deutschschularbeit verwenden sollen. Wobei da bei uns glaube ich nur das Vokabular des deutlich weniger umfangreichen Österreichischen Wörterbuchs zulässig war.
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