Freedom!

18. Juli 2012, 17:20
  • Hochparterres' Message: "be free to be gorgeous and beautiful, no matter what gender or size you are. Thank you!"
    foto: hochparterre/youtube

    Hochparterres' Message: "be free to be gorgeous and beautiful, no matter what gender or size you are. Thank you!"

Queere Kunst für 90ies-Sozialisierte: Was passiert, wenn Cindy, Naomi und Co von bärtigen Männern ersetzt werden, zeigt der neue Clip der Gruppe Hochparterre

Erinnern Sie sich noch an den Hit von George Michael "Freedom!"? 1990 sorgte das Video mit den damaligen Supermodels Naomi Campbell, Linda Evangelista und Cindy Crawford für internationale Aufregung: nicht nur weil damit eine neue glamouröse Ästhetik in Musikvideos ausgerufen wurde, sondern auch weil Sänger George Michael kein einziges Mal im Video zu sehen war.

Quelle: www.youtube.com 


Mit "Freedom" markierte der Ex-Wham!-Star seine neue künstlerische Unabhängigkeit gegenüber den Majors und seiner eigenen musikalischen Vergangenheit. Dieser Befreiungsgedanke wurde seither von anderen Musikern gern zitiert. Robby Williams wählte etwa eine Coverversion des Hits 1996 um seine Solo-Karriere nach dem Ausstieg von Take That zu starten.

Eine gänzlich neue und (Achtung Werturteil) äußerst bestechende Interpretation hat der alte Selbstermächtigungsstampfer nun durch eine kleine Wiener Truppe erfahren, die am Mittwoch auf Facebook veröffentlicht wurde und in der einschlägigen Queer-Community für wahre Begeisterungsstürme sorgt. Der Kick dabei: die Rollen von Cindy, Naomi und Co haben die Jungs von "Hochparterre" übernommen. In ihrem "Freedom"-Clip geistern sie bärtig, bäuchig und auf Stöckelschuhen durch die Kulissen von "Freedom" und lassen die Symbole der Slim- und Wellness-Kultur in Rauch und Flammen untergehen. Das alles obendrein, ohne die ursprüngliche Idee des Videos zu zerstören.

Quelle: www.youtube.com 


"Hochparterre" ist eine Gruppe von Freunden, die seit mehreren Jahren ihre Liebe zu Musikvideos, Filmen und Serien via kurzen Video-Clips dokumentiert und in den digitalen Dunstkreis entlässt. Entstanden sind dabei Perlen wie der "Porto Cervo Rhino Plasty"-Film von 2010 oder auch die Adaption einer Glee-Folge vor der ehrwürdigen Wiener Oper.

"Wir verstehen uns nicht als Künstlergruppe oder dergleichen, sondern einfach als Gruppe von Freunden mit Hang zum Wahnsinn, die mit ihrem Output kleinere Messages rüberbringen will", erklärt Gerhard von Hochparterre. Ihre Clips entstehen nicht in Folge hochstehender Konzepte, sondern werden spontan bei ihren Treffen entworfen und dann auch gleich umgesetzt. 

Das Freedom-Projekt sticht gegenüber ihren herkömmlichen Produktionen heraus, weil es viel aufwendiger produziert wurde (gemeinsam mit Simon und David Rabeder) und ein halbes Jahr Nachbearbeitungszeit forderte - eine lange Zeit für die Schnellschießer von Hochparterre. Ihren unstillbaren Drang zu Trash, wie es in der Info über die Gruppe heißt, konnten sie bei "Freedom" also nicht stillen. Dafür aber ihre Liebe zu George Michael und seinem alten Hit. Ob der alte Meister ihre Adaption auch als Hommage versteht? Die Gruppe würde es sich wünschen, doch: "Bis jetzt haben wir noch keine Antwort von ihm erhalten." (freu, dieStandard.at, 18.7.2012)

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