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Die drei Musikerinnen müssen mindestens bis 12. Jänner 2013 in U-Haft bleiben.
Keine Gnade nach Punk gegen Putin: Mit harter Hand greift Russlands Justiz gegen die kremlkritische Band Pussy Riot durch. Drei junge Frauen, darunter zwei Mütter kleiner Kinder, bleiben nach dem Beschluss eines Moskauer Gerichts vom Freitag ein weiteres halbes Jahr und damit mindestens bis 12. Jänner 2013 in Untersuchungshaft. Am Montag soll das Datum des Prozessbeginns bekanntgegeben werden. Den Angeklagten im Alter zwischen 22 und 29 Jahren drohen wegen einer Performance gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin in der wichtigsten Moskauer Kirche sieben Jahre Gefängnis. Die Anklage lautet auf "Rowdytum".
Das Gericht folgte mit der Entscheidung einem Antrag der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung kündigte Berufung an. Das Gericht habe die Argumente der Anwälte schlicht ignoriert, kritisierte der Jurist Mark Feigin. "Das ist ein politischer Prozess", kritisierte er. Er warf den Behörden vor, die Gruppe aus politischen Motiven zu unterdrücken. Ihr Fall wird vor demselben Gericht im Stadtteil Chamowniki verhandelt wie im Jahr 2010 der zweite Prozess gegen den Ex-Ölmagnaten und Kreml-Kritiker Michail Chodorkowski. Seine Haftstrafe war damals bis 2016 verlängert worden. Er sah politische Gründe hinter der Verurteilung.
Obwohl sie bereits seit mehr als vier Monaten in Untersuchungshaft sitzen, wurden die drei Frauen am Freitag erstmals einem Gericht in Moskau vorgeführt. Dabei wurden sie in den für Angeklagte in Russland vorgesehenen Käfig gesperrt. Die Verteidigung forderte auch die Vorladung von Putin als Zeuge. Dies lehnte das Gericht aber ab.
Tumultartige Szenen vor Gericht
Der erste Gerichtstermin wurde von großem Medieninteresse begleitet. Vor dem Gerichtssaal spielten sich vor Beginn der Anhörung tumultartige Szenen ab, weil unzählige JournalistInnen sich in den Gängen drängten. Vor dem Gerichtsgebäude forderten Dutzende DemonstrantInnen die Freilassung des Trios. "Russland wird zu einem totalitären Staat", klagte Stanislaw Samuzewitsch, der Vater einer der Angeklagten. Die Polizei führte mindestens vier Menschen ab.
Die Künstlerinnen hatten am 21. Februar mit einem "Punk-Gebet" im Heiligtum der russisch-orthodoxen Christ-Erlöser-Kirche in Moskau die Gottesmutter angefleht, Russland von Putin zu erlösen. Darin hieß es: "Maria, Mutter Gottes - verjage Putin!" Die Band hatte in den vergangenen Monaten mehrere spontane Protestkonzerte abgehalten, unter anderem auf dem Roten Platz. Bei ihren Auftritten tragen die Sängerinnen Strickhauben, die ihre Gesichter verdecken.
Kritik
Amnesty International hat die Frauen als politische Gefangene anerkannt und ihre Freilassung gefordert. Russische SchriftstellerInnen, darunter der international bekannte Autor Boris Akunin, kritisierten den Umgang der Justiz mit Pussy Riot. Maria Aljochina (24), Nadeschda Tolokonnikowa (22) und Jekaterina Samuzewitsch (29) sind bereits seit März in Haft.
Vor der Anhörung am Freitag äußerte sich die Frauensprecherin der Grünen, Judith Schwentner, erneut kritisch gegenüber dem österreichischen Außenminister Michael Spindelegger von der ÖVP: "Dass Außenminister Michael Spindelegger bis dato die anhaltenden Menschenrechtsverletzungen in Russland ignoriert, ist unerträglich", so Judith Schwentner via Aussendung. Spindelegger betone auf diplomatischem Parkett bei jeder Gelegenheit, wie sehr sich Österreich für die Wahrung der Menschenrechte einsetze.
Wenn es aber darauf ankomme, klare Worte zu finden und sich gerade gegenüber Russland kritisch zu äußern, komme kein Ton aus dem Außenministerium, so die steirische Nationalratsabgeordnete. Schwentner fordert den Außenminister und ÖVP-Chef dazu auf, sich für die Freilassung der Künstlerinnen einzusetzen. (APA, red, 20.7.2012)
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bzw. vermutlich aller angeklagten.
ich mein was soll das, daß man leute in käfigen ausstellt wo die leute wie im zoo dran vorbeigehen können.....das ist etwas das unabhängig von diesem fall einfach grauslich ist und eine schande für so ein land, daß de staat dich, bevor überhaupt deine schuld bewiesen ist, so behandelt.
Die Anklageliste ist lang und es sind Wiederholungstäterinnen.
Warum haben sie statt in einer Kirche zu randalieren nicht einfach eine Halle für ihr "Konzert" angemietet?
Weil die Medien sonst nicht darüber berichtet hätten? Naja, die Aufmerksamkeit haben sie jetzt, vermutlich wird aber trotzdem niemand in Österreich ihre Platten kaufen und in Russland ist diese Meldung wenn überhaupt eine unwichtige Randnotiz.
Ich glaube Sie haben eine etwas individuelle Vorstellung davon, was "Tatsachen beschreiben" heißt. Die meisten Leute würden die Aussage "Da geht es ihnen in Moskau so richtig gut dagegen" eher in die Kategorie wertend einreihen. Daher vielleicht diese Missverständnisse.
Viel anders ist der 1. Teil des Postings nicht zu interpretieren:
"was soll denn diese Aufregung. in Teheran würden die 3 am Galgen baumeln. Da geht es ihnen in Moskau so richtig gut dagegen. "
Die gleichen Sätze könnte man schreiben, wenn "nur" drei Finger statt der ganzen Hand abgehackt werden.
Wenn man denn ein wenig differenzieren möchte könnte man EVENTUELL einräumen,
dass Moskau doch eine europäische, christlich geprägte Stadt ist in der drei junge Frauen jetzt schon seit Monaten wegen regierungskritischen "Yoga-Übungen" in einer Kirche
im Gefängnis sitzen.
(Die Drei machten dabei nicht einmal Krach - das Video wurde natürlich nachträglich vertont.)
was an Ihrem Posting lustig sein sollte, Frau Putin-Fürsprecherin.
In Moskau gibt es übrigens ein klar erkennbares Schema,
nach dem man als politischer Aktivist von putin-freundlichen Schlägern verprügelt wird.
Diese "Türsteher" müssen dabei gar keinen Auftrag der Stadtregierung haben.
Also, sicher laecherlich. Aber, aehnliche gesetze gegen die herabwuerdigung religioeser einrichtungen gibts sicher in den meisten laendern, ganz sicher in jedem einzelnen islamischen land. Und in russland gibts hunderte menschen die wegen anti putin aeusserungen im gefaegnis sitzen. Also, wenn die spindelegger da immer protestieren soll, tut er sonst nix mehr....
"Ehrenmord, 705 Frauen im Jahr 2011 getötet" 6 Postings hat.. und hier 140 Postings geschrieben wurden..
Und: ich hab schon in einigen Foren geschrieben, aber selten so eine hasserfüllte, beleidigende Diskutantenschar erlebt. Vielleicht zieht ja dieses Thema "Punkrock in Kirche" besondere Leute an...(mich diesmals auch..:) geb ich zu)..
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