Beschreib doch mal ... Manager!

Kommentar | 2. August 2012, 16:50
  • "Der Manager", im Anzug und immer im Stress!
    montage diestandard.at / foto: reuters/bernardo montoya

    "Der Manager", im Anzug und immer im Stress!

Die FH Oberösterreich wirbt mit Web-Filmen und verabsäumt so manche Regieanweisung - Liebe Kinder, es gibt auch Frauen in dem Beruf!

Erinnern Sie sich noch an "Dingsda"? Ab Mitte der 1980er präsentierte Fritz Egner die Rateshow, in der Kinder Begriffe umschreiben mussten. 

Die FH Oberösterreich bedient sich bei der Kampagne "Kluge Köpfchen" nun dieser kollektiven Fernseherinnerung. "Die klugen Köpfchen von Morgen erzählen uns heute etwas über ... " heißt es zu Beginn der Web-Videos, die für die verschiedensten Ausbildungsbereiche von Informatik über Medien bis zu Soziales werben. 

Auch das "Management" müssen die Kinder mit ihren Vorstellungen von diesem Berufsfeld beschreiben. Wer betreibt es? Wie und was ist zu tun? Vor allem die ersten Assoziationen, betreffend das Äußere, kommen von den Kindern wie aus der Pistole geschossen: "Der hat einen Anzug an" und "Meistens hat er eine Krawatte um" sind die ersten Bilder, die den Kindern in den Kopf schießen.

Der verdient und telefoniert viel

"Er ist der Chef, der Anführer halt - sozusagen" lautet eine weitere Schilderung eines Mädchens und leitet so zu nötigen Soft Skills eines Managers über: "Ein gutes Gefühl für Mitarbeiter", die er aber auch ein "bissi schimpft, wenn sie nicht das tun, was er sagt".

Und schließlich weiß ein Junge: Man verdient viel und telefoniert immer. 

Es ist also "der Manager", den die Kinder da beschrieben haben. Krawatte, Anzug und beinah jeder Satz beginnt mit "er" - all das lässt keinen Zweifel darüber aufkommen, wen die Kinder und schließlich auch die ZuseherInnen da im Kopf haben, wenn sie an die Arbeit im Management denken. 

Dank solcher starrer Rollenzuschreibungen könnte es bei den Mädchen noch etwas dauern, bis sie auf die Idee kommen, darüber nachzudenken, ob sie später vielleicht auch mal "viel verdienen und viel telefonieren" wollen.

Eine Zitrone für folgende fehlende Regieanweisung: Es gibt auch Managerinnen - und die müssen nicht unbedingt ein Businesskostüm tragen. (beaha, dieStandard.at, 2.8.2012)

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Das fehlende Gendern gehört den Rotzpippen noch ausgetrieben!

wenn die kinder zu 95% anzugträger sehen in der funktion na wie werden sie die wohl beschreiben?

und eine zitrone für kinder im volkschulalter....das ist doch schon ein bisschen lächerlich.

die haben grad schreiben gelernt und jetzt regt man sich drüber auf, daß sie nicht gendergerecht denken.
das ist doch lächerlich

Und wo ist die Zitrone für den Herrn Papa

der seiner Tochter die Teilnahme an den Olympischen Spielen verbieten wollte?

Ich meine, patriarchalischer geht's nicht, oder?

Wo bleibt die Zitrone??

* * * UMFRAGE * * *
Grün : Zitrone
Rot : keine Zitrone

Beschreib doch mal ... Manager!

Kinder würden die wohl gleichartig beschreiben wie einen Heissluftballon ;-)

wieviele managerinnen die kein business-kostüm tragen gibt es eigentlich...würde mich interessieren,wieviel prozent aller manager und managerinnen in diese kategorie fallen würden

Wenn man nach "Managerin" gefragt hätte,...

...wär wahrscheinlich als erste Assoziation "Quote" gekommen, was? ;)

Oh Gott, liebe Zitronenredaktion! Sie haben die Ironie dieses Settings offenbar gar nicht kapiert. Deshalb bleibt für mich wirklich nur mehr der schale Geschmack säuerlich-bitterlicher absoluter Humorfreiheit in der Gendersache.

zitrone ist halbwegs veständlich

aber wenn gendern, dann in allen bereichen. weil, wie oft liest man "VerbrecherIn, DiebIn, MörderIn, VergewaltigerIn, AlkoholikerIn, ..."?

Sie kapieren das nicht.

Verbrecherinnen, Diebinnen, Mörderinnen etc gibts im Verhältnis nur ganz wenige. Grosso modo sind also die Männer die Bösen. Daher muss das nicht gegendert werden.

Was? – Managerinnen gibts auch nur ganz wenige? Skandal! Das zeigt wieder mal, wie böse die Männer sind, weil sie Frauen nicht an die Spitze lassen! Daher muss das dringend gegendert werden!

Jetzt kapiert?

Wir brauchen eine Frauenquote bei Verbrechern!

schon klar

wollte das eigentlich schon lange mal schreiben und hier hat sich die gelgenheit geboten.

ich hätte eigentlich gerne einmal eine antwort von diestandard dazu.

An die üblichen Kastrationsangsthaserln hier im Forum

Es geht darum, was der/die RegisseurIn dieses Clips die Kinder beim Dreh gefragt hat. "Was macht ein Manager?" wurde gefragt, und offenbar kein einziges Mal "Was macht eine Managerin?"

Und so enststehen 70 "er macht"-Antworten. Kein einziges Mal "sie".

Darum gehts dieser Zitrone.
Nicht darum, dass die Kinder Trottln sind.

Ich schätze das ein Manager das selbe wie eine Managerin macht...wozu nach beidem fragen!?

gendermäßig richtig wäre die fragestellung: "was macht ein manager oder eine managerin?" vl wurde sogar so gefragt.
wie würde ein ca. 7-9jähriges kind auf so eine frage antworten? ich glaube nicht, dass es mit "er oder sie macht..." antworten würde.

ich hätte auch gerne mal eine erklärung, warum es so wichtig ist an jede berufsbezeichnung ein -Innen dranhängen zu müssen

Weil manche Leut(innen)^^ anscheinend nach bestätigung suchen :P

Manager ist ein englisches Wort und die englische Sprache unterscheidet bekanntermaßen nicht zwischen Geschlechtern. Dass das einigen "UserInnen" hier zu hoch ist ist eh klar.

Üblicherweise übernimmt man WÖRTER aus einer anderen Sprache ... aber gleich die ganze GRAMMATIK zu übernehmen ist etwas unüblich :-p

So wie es in deutschsprachigen Ländern also richtig bzw. okay is zu sagen "Capuccinos" und nicht "Capuccini" ist es auch okay zu sagen "Managerin".

Das Video insgesamt zeigt weniger die Inkompetenz der Macher. Es zeigt eher - wenn nicht eindeutig darauf hingewiesen wird, dass ein Manager auch eine Frau sein kann, dann ist in den Köpfen bereits unserer kleinsten Mitbüger drinnen "ER". Das Video zeigt also wie sehr schon kleine Kinder unsere falschen Rollenbilder (Er arbeitet, sie ist für Haushalt und Kinder zuständig) in sich aufgesogen haben. Problem - ab dem Zeitpunkt dieses "aufsaugen" ist es zu spät

Klar denken die so, umgekehrt ist es ja auch seltener...

Stimmt, das Video ist ein guter Beweis dafür, dass das angebliche "generische" Maskulinum intuitiv eben nicht als generisch verstanden wird.

Oh Mann. "Zu hoch" ist hier einigen (wie Ihnen), dass die englische Sprache keine geschlechtsspezifischen Artikel hat. "A manager" im Englischen ist also weiblich oder männlich, "ein Manager" im Deutschen ist jedoch ausschließlich männlich.

Kapiert?

Und wärs also nicht sexistisch gewesen, wenn nach "einer Managerin" gefragt worden wäre und die Kinder immer statt "der" "die" gesagt hätten? Oder hätte man mal so, mal so fragen müssen und damit den Clip verunstalten, weil ständig das Pronomen getauscht wird?

Und wenn man das getan hätte, wärs dann nicht sexistisch, wenn die Managerinnen besser/schlechter weggekommen wären als die Manager? Oder öfter/seltener genannt? Vielleicht wurden die Kinder sogar danach gefragt, aber die Antworten dazu waren nicht so gut?

Sorry, ernsthaft...

wenn die macher das filmchen selber sprechen wollten dann bräuchten sie es nicht kinder beschreiben lassen. sollte jedesmal einer wie beim leben des brian von der seite und frauen hineinrufen ? wer ist denn jetzt wieder schuld ?

Jetzt kommt vermutlich bald die verpflichtende Genderunterrichtsstunde inm Kindergarten und Volkschule :P

Die Genderunterrichtsstunde könnten Sie sich sparen, wenn Kinder in einer Welt aufwachsen würden in der selbstverständlich ist,d ass Frauen und Männer dieselben Positionen inne haben können und auch tatsächlich inne haben. Denn dann hätten ja Kinder von klein auf verinnerlicht "es gibt Mamas und Papas, die auf Kinder aufpassen. Es gibt Mamas und Papas, die in Büros arbeiten. Es gibt Mamas und Papas, die ...". Das Video zeigt ja wie manifest falsche Rollenbilder schon bei Kindern sind. Problem: ein mal manifest sind sie kaum weg zu bringen.

Vermutlich versucht man die Kinder nur an die Realität (ungleicher Rollenverteilung) heranzuführen mit Ken als Arzt und Barbie als Erzieherin, Köchin, Büglerin.

it's a beautiful world

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