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Zürich/New York - Laut einer Studie der Schweizer Großbank Credit Suisse entwickeln sich Unternehmen mit mindestens einer Frau in der Geschäftsleitung in der Krise besser als Firmen, in denen ausschließlich Männer die Zügel in der Hand halten.
Aktienkurse unter der Lupe
Der Aktienkurs von großen Konzernen, in deren Geschäftsleitung mindestens eine Frau saß, stieg stärker als derjenige von Unternehmen in Männerhand. Bereinigt um andere Effekte betrug die Differenz in den letzten sechs Jahren bei den Firmen mit einem Börsenwert von über zehn Milliarden Dollar (8,10 Milliarden Euro) 26 Prozent.
Allerdings traten die Unterschiede erst in der Krise auf. Zwischen 2005 und 2007, als das Wirtschaftswachstum relativ robust war, erreichten Unternehmen unabhängig von der Zusammensetzung der Geschäftsleitung ähnliche Werte.
Mehr Ausgeglichenheit, weniger Schwankungen
Seit Ausbruch der Schuldenkrise aber überflügelte der Aktienkurs von Firmen mit gemischten Geschäftsleitungen jene Unternehmen, die ausschließlich von Männern geführt wurden. Das bessere Ergebnis sei kaum ganz konsistent, schreiben die AutorInnen der Studie. Aber die Hinweise deuteten darauf hin, dass mehr Ausgeglichenheit in der Geschäftsleitung zu weniger Volatilität und Schwankungen führten.
Gemischte Teams schneiden besser ab
Auch bezüglich anderen Faktoren schnitten Firmen mit gemischten Geschäftsleitungen besser ab, wie die Studie weiter zeigt. Die Kapitalrendite beispielsweise stieg bei Unternehmen mit Frauen in der Geschäftsleitung um 16 Prozent, bei Firmen in reiner Männerhand nur um 12 Prozent. Das Netto-Einkommen von Firmen ohne Frauen in der Geschäftsleitung stieg um 10 Prozent, dasjenige von Unternehmen mit gemischten Geschäftsleitungen um 14 Prozent.
Für die bessere Performance von Unternehmen, in deren Geschäftsleitung Frauen und Männer sitzen, machen die AutorInnen der Studien sieben Faktoren aus. Unter anderem ergebe sich eine bessere Mischung bei den Führungsfähigkeiten, heißt es. Zudem würden gemischte Teams zu einer besseren Leistung führen: Laut Forschungen würden auch die Geschäftsleitungsmitglieder, die in einer Gruppe zur Mehrheit gehören, ihre Leistung steigern, wenn eine Minderheit mitarbeitet, womit im Durchschnitt ein besseres Ergebnis resultiert. Weitere positive Effekte seien meist eine höhere Risikoaversion bzw. eine geringere Verschuldung des Unternehmens.
Für die Studie wurde die Entwicklung von fast 2.400 großen Unternehmen seit 2005 analysiert. (APA, 6.8. 2012)
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