Wie viel Chauvinismus steckt im Film?

Der Bechdel-Test fragt banal und verdeutlicht die Rolle von Frauen im Film: Von 3.300 getesteten Filmen bestanden nur 53 Prozent den Test

Berlin/Wien - Sind Frauen in Filmen nur schmückendes Beiwerk? Mit dieser Frage beschäftigt sich der sogenannte "Bechdel-Test", ein kleiner Fragenkatalog zur Gleichberechtigung im Film: Spielen mindestens zwei Frauen mit, die einen Namen haben? Unterhalten die Frauen sich miteinander? Unterhalten sie sich über etwas Anderes als einen Mann?

Zu den berühmtesten Filmen, die beim Bechdel-Test durchgefallen sind, zählen "Fluch der Karibik", die "Herr der Ringe"-Trilogie und "Harry und Sally". Von rund 3.300 Filmen, die auf einer Webseite zum Test beurteilt wurden, bestanden nur 53 Prozent den Test. Jeder dritte Film genügte nur einem oder gar keinem der drei Kriterien.

Der Test geht zurück auf den Comic "Dykes to watch out for" der US-amerikanischen Feministin Alison Bechdel, die mit ihren Comics zur Erfolgsautorin wurde. Ihren Durchbruch konnte sie 2006 mit ihrer autobiographischen Graphic Novel "Fun Home: A Family Tragicomic" verbuchen. Der Bestseller, in dem sie sich mit ihrer Kindheit und Jugend, besonders jedoch mit dem Verhältnis zu ihrem Vater auseinandersetzt, wurde von den KritikerInnen begeistert aufgenommen. (APA, red, 3.8.2012)

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