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Hanoi - Dutzende Homosexuelle haben am Sonntag in Hanoi die erste Gay Pride-Parade veranstaltet. Mit Fahrrädern, Ballons und Regenbogenfahnen machten sie sich auf eine mehrere Kilometer lange Tour durch die vietnamesische Hauptstadt. "Es ist an der Zeit, die Diskriminierung von Menschen zu beenden, die eine andere Sexualität haben", sagte der 19-jährige Teilnehmer Kyle Tran.
Obwohl die Behörden den Umzug offiziell nicht genehmigt hatten, griff die Polizei nicht ein. Die PassantInnen nahmen nur wenig Notiz von den RadfahrerInnen. "Die vietnamesische Gesellschaft unterstützt uns und diese Parade", sagte der 22-jährige Hung Culif. "Ich hatte nach meinem Coming-Out nie Probleme."
Als Krankheit betrachtet
Homosexualität ist in Vietnam größtenteils noch ein Tabu-Thema. In dem kommunistisch regierten Land, in dem konfuzianische Werte wie Familiensinn eine große Rolle spielen, wird gleichgeschlechtliche Liebe häufig als Skurrilität oder Krankheit dargestellt.
"Wir wollen den Leuten klar machen, dass es keine Krankheit ist, jemand vom selben Geschlecht zu lieben, wir sind Menschen wie alle anderen auch", sagte Huy, ein 21 Jahre alter Student.
Vorstoß für gleichgeschlechtliche Ehe
Ende Juli brachte Justizminister Ha Hung Cuong überraschend eine Einführung der Homosexuellehe ins Gespräch. Dass sich die Moralvorstellungen in Asien allmählich ändern, zeigten kürzlich auch Paraden in Burma (Myanmar) und Laos. (APA, 6.8.2012)
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