Spanische Regierung will Abtreibung verbieten

9. August 2012, 14:50
  • Nonnen bei einer Anti-Abtreibungsdemonstration im März 2012. Nun könnten ihre Forderungen umgesetzt werden.
    foto: apa/kote rodrigo

    Nonnen bei einer Anti-Abtreibungsdemonstration im März 2012. Nun könnten ihre Forderungen umgesetzt werden.

Die mit absoluter Mehrheit regierende Volkspartei wird voraussichtlich im Oktober einen Gesetzentwurf für ein Verbot vorlegen

Madrid - Die konservative spanische Regierung will offenbar die Abtreibung wieder verbieten. Die mit absoluter Mehrheit regierende Volkspartei werde dazu voraussichtlich im Oktober einen Gesetzentwurf vorlegen, erfuhr Reuters am Donnerstag aus Kreisen des Justizministeriums. Die sozialistische Vorgängerregierung hatte die Abtreibung vor zwei Jahren per Gesetz bis zur 14. Woche gestattet und damit eine ähnliche Regelung gewählt wie die meisten europäischen Länder. Im Falle schwerer Missbildungen ist der Schwangerschaftsabbruch noch bis zur 22. Woche zulässig.

Dieses Gesetz wieder zu kippen, war eines der Wahlversprechen des neuen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy. Spanien würde damit auf die Linie anderer streng katholischer Nationen wie Irland und Malta einschwenken. KritikerInnen werfen der spanischen Volkspartei indes vor, sie wollten mit dem Verbot der Abtreibung lediglich ihre eigene konservative Klientel beruhigen, die in der Schuldenkrise unter staatlichen Sparmaßnahmen und Steuererhöhungen leidet. AbtreibungsgegnerInnen begrüßten dagegen die Pläne. Einige von ihnen streben ein völliges Abtreibungsverbot an, das auch im Falle von Vergewaltigungen gilt.

Schwangerschaftsabbrüche waren in Spanien erstmals 1985 von Strafe freigestellt worden, allerdings nur nach Vergewaltigungen sowie im Falle von Missbildungen oder einer befürchteten psychischen oder physischen Schädigung der Mutter. Vor zwei Jahren lockerte die sozialistische Regierung unter Jose Luis Zapatero diese Regelung. (Reuters, 9.8.2012)

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Simpel,

einem Land, in dem solche Gesetze mehrheitsfähig sind, JEDE finanzielle Unterstützung streichen.

Auch wenn ich persönlich nie ein Kind abtreiben würde, ist es wohl 100% klar, dass es zahlreiche Situationen gibt, in dem man diese Entscheidung nachvollziehen kann.

Hier vom Staat her mit Strafe eingreifen zu wollen, zeugt nur wie sehr die "Heilige katholische Kirche" - auch größte Mafiaorganisation seit bestehen der neuen Zeitrechnung genannt - nach wie vor diesen Planeten regiert....

mc kenzie

wieso kommen sie eigentlich jetzt schon wieder mit "es gibt keine ausreichende beratung"?

selbstverständlich gibt es die.
die frage ist eher: was erwarten sie von psychologInnen und sozialarbeiterInnen? sollen die den frauen eine gehirnwäsche verpassen, damit sie ein ungewolltes kind doch bekommen? ist es das, was sie unter "ausreichende beratung" verstehen?

Das war meine Antwort auf eine Behauptung von Viktoria Roth:

Zitat: Es soll bereits seit einiger Zeit wieder der Fall sein, dass
in öffentlichen Spitälern wieder regelmäßig Frauen zur Behandlung auftauchen, die selber was unternommen haben, um eine Schwangerschaf zu beenden - selber, weil sie kein Geld haben, einen Abbruch zu bezahlen.
Was sagen Sie jetzt?
/Zitat
Ich habe daraufhin behauptet, dass, wenn das stimmen sollte (was ich ja kaum nachprüfen kann), offenbar die Beratungs- und Unterstützungsstruktur zu wenig ausgebildet ist. Falsch?

falsch

weil das nichts mit der beratungs- und unterstützungsstruktur zu tun hat - außer sie fordern, daß der abbruch von der allgemeinheit zu finanzieren wäre. mir wär das durchaus recht.

Fragt sich auch wie eine vorab-information über die beratungsangebote aussehen sollte, was würden da unsere plastikembryonenschwinger geifern wenn "werbung" für andere institutionen als die ihre gemacht würde.

Mit Ihren Scheuklappen ...

... sehen Sie natürlich nur die Wahl zwischen Abtreibung mit Arzt und einers solchen ohne. Ich sehe eine wesentlich größere Vielfalt von Varianten, die sich durch fundierte Beratung und Unterstützung eröffnen, am besten solche, die sowohl für die Eltern wie auch für das Kind eine gute Lösung bieten.

wenn eine frau schon mal soweit ist,

daß sie eher an sich selber rumpfuscht als die schwangerschaft fortzusetzen, dann gibts auch keine alternativen mehr zu arzt - oder pfusch.

Sie sind da aber sehr pessimistisch.

Das ist so wie wenn Sie sagen, wenn einer schon auf der Brücke steht, kann man es gar nicht versuchen, ihn vom Springen abzubringen, denn die Entscheidung ist eh schon gefallen.

kommt drauf an WIE er auf der brücke steht

wenn einer auf die brücke geht und so schnell springt, daß niemand der passanten auf die idee gekommen wär, er könnte sowas vorhaben, dann ist das mit einer frau, die an sich rumpfuscht - oder entschlossen eine reguläre abtreibung durchführen läßt - zu vergleichen.

wenn einer auf der brücke steht, runterschaut und zögert, dann will er hilfe - ist mit einer frau zu vergleichen, die zur beratung geht und klarmacht, daß sie unsicher ist was sie tun soll (in den fällen kann beratung auch wirklich dazu führen, daß sie nicht abbricht)

Dieser Vergleich hinkt ...

... an allen Ecken und Enden. Wenn Sie den Mann, der auf der Brücke steht, mit der Frau vergleichen wollen, die zur Beratung geht ... Sie biegen sich die Dinge ja ordentlich zurecht.

Ich würde eine Frau, die zur Beratung geht, vernünftigerweise mit einem Mann vergleiche, der Selbstmordgedanken hat, aber ebenfalls zu einer entsprechenden Beratung geht.

Wer hier einmal mehr biegt sind sie, denn IHRE aussage war

"Das ist so wie wenn Sie sagen, wenn einer schon auf der Brücke steht, kann man es gar nicht versuchen, ihn vom Springen abzubringen, denn die Entscheidung ist eh schon gefallen."

Solange er nicht gesprungen ist, aber die absicht erkennbar, ist er noch unentschlossen, so wie eine frau die eine beratungsstelle aufsucht.

Die Frau, die ...

... selbst an sich Hand anlegt, war vielleicht auch unentschlossen, nur war zur rechten Zeit eben niemand da.

Jemand der hilfe möchte der weiß sie zu finden, selbstmordversuche, die eigentlich ein hilferuf sind, werden so angelegt daß sie selbstverständlich schiefgehen und man noch rechtzeitig gefunden wird.

Na Sie kennen sich aber aus. ;-)

Da haben sie erstmals etwas völlig richtig erkannt.

Natürlich ...

... hat das eine mit dem anderen zu tun. Gibt es die entsprechende Betreuung, können solche Verzweiflungstaten mit einiger Wahrscheinlichkeit verhindert werden.

und nochmal:

sinn und inhalt einer guten beratung ist, daß die frau die entscheidung trifft, mit der sie selber am besten leben kann.

sinn einer guten beratung ist NICHT, die frau in eine bestimmte richtung zu manipulieren, zu nötigen, zu zwingen, ...

nein

denn die verzweiflung bezieht sich in solchen fällen auf das mangelnde geld für einen regulären eingriff, auf sonst nichts.

wenn eine frau ganz sicher nicht schwanger sein will, kann man sie nicht mittels beratung dazu bringen, eine andere entscheidung zu treffen.

die einzige wirkliche hilfe ist in so einem fall, ihr das geld zu geben.

Das ist eine kühne Behauptung!

Da sind aber schon viele Gegenbeispiele dokumentiert, nämlich dass sich Eltern nach einer fundierten Beratung und Betreuung sehr wohl für ihr Kind entschieden haben. Gerade Mütter fühlen sich in solchen Situationen oft allein gelassen - ein entsprechender Zuspruch, der das Gefühl gibt, dass es Menschen gibt, die sie verstehen, und eine Beratung, die Möglichkeiten aufzeigt, wie frau mit der neuer Situation umgehen kann, die den Zugang zu möglichen Finanzquellen aufzeigt, usw., kann da manchen festgefahrenen Entscheidungsprozess ändern.

unsinn

das kann keine feste entscheidung ändern, sondern das hilft in fällen, wo die frau sowieso unsicher ist, in fällen, wo sie eigentlich ein kind gern haben möchte, aber keinen gangbaren weg sieht, in fällen, wo sie das kind eigentlich haben möchte, aber von ihrem partner / ihren eltern unter druck gesetzt wird, etc. - also in allen fällen, wo sie unsicher ist oder das werdende kind eigentlich haben möchte. dann sind sozialarbeiterInnen als beratung hilfreich, auch psychologInnen, sofern sie sich mit unterstützungsmöglichkeiten auskennen.

wenn sie sicher ist daß sie kein kind will (und nicht schwanger sein will), dann hilft nichts, um diese entscheidung zu ändern.

Naja, aber ...

... wie groß ist der Prozentsatz dieser "sicheren"? Ich denke, das ist eher die Ausnahme als die Regel. In den meisten Fällen sind es die äußeren Umstände (finanzielle, familiäre oder beides), oder die Behinderung des Kinds, die zu der Entscheidung führen.

soweit ich weiß

ziemlich groß. die meisten frauen sind sich, nachdem sie einige zeit hin- und herüberlegt haben (und oft mit freundinnen gesprochen) ihrer entscheidung sicher.

von denen, die sich zum zeitpunkt der beratung nicht sicher sind, entscheiden sich auch welche auch nach bester beratung für den abbruch, zb. weil sie sich trotz hilfsmöglichkeiten nicht zutrauen, das kind zu kriegen. kommt eben auf ihr umfeld und ihre lebenssituation an.

Und ? Alles legitime gründe.

Ein kind ist unter umständen 30 jahre lang finanziell belastend, wie wollen sie denn dem begegnen ?

Denken (?) sie wirklich daß ein etwas höheres kindergeld die ersten paar jahre die langzeitrechnung anders darstellt ?

Interessant.

In meiner Umgebung haben gerade die Familien mit relativ geringem Einkommen die meisten Kinder. Die meisten von denen genießen auch eine entsprechende Ausbildung, Matura, Studium, alles dabei. Da gibt's in Österreich für sozial Schwache sehr gute Angebote (und zum Glück noch keine Studiengebühren bzw. Schulgeld). Ein Kind wegen Geldmangels abtreiben zu wollen, ist angesichts der vielen Beispiele, die ich kenne erstens nicht notwendig und zweitens eine sehr krude Wahl.

wir haben aber keine indikationenlösung

mit "sozialer indikation", wo andere entscheiden, was für die betroffene frau ein legitimer grund sein darf und was nicht.

zum glück.

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