"Normale Leute" versus sexuelle Minderheiten

14. August 2012, 11:27
  • Die Homosexuellen-Parade in Prag im Vorjahr: Tausende hatten sich in der tschechischen Hauptstadt versammelt, um für Sichtbarkeit einer Minderheit und gegen Diskriminierung aufzutreten.
    foto: apa/milan jaros

    Die Homosexuellen-Parade in Prag im Vorjahr: Tausende hatten sich in der tschechischen Hauptstadt versammelt, um für Sichtbarkeit einer Minderheit und gegen Diskriminierung aufzutreten.

Gegenveranstaltung will "Würde von normalen Leuten" verteidigen - Staatspräsident Klaus spricht sich erneut gegen Festival aus

Prag - In der tschechischen Hauptstadt hat am Montag die zweite Auflage des Festivals sexueller Minderheiten "Prague Pride" begonnen. Diesjähriges Motto ist "Bringing our colours together", bis Sonntag, 19. August, stehen rund 80 Veranstaltungen auf dem Programm, darunter Debatten, Ausstellungen und Konzerte. Höhepunkt wird am Samstag die "PraguePrideParade" - ein Marsch durch das Stadtzentrum für mehr Sichtbarkeit sexueller Minderheiten - sein. Die Parade, an der auch dieses Jahr wieder tausende Menschen teilnehmen werden, sorgte abermals bereits im Vorfeld für Kritik.

Die konservative Initiative D.O.S.T. ("genug") zählt dabei zu den vehementesten Gegnern. Sie hat für Samstag zur Gegen-Veranstaltung "Versammlung zur 'Verteidigung der Würde von normalen Leuten'" aufgerufen. Am Montag wollen sie zudem dem Prager Oberbürgermeister, Bohuslav Svoboda, sowie den Botschaftern der USA, Israels und der Niederlande - alle offizielle Unterstützer der "Prague Pride" - eine schriftliche Protestnote überreichen. Der Konservative Politiker Svoboda, ein angesehener Frauenarzt, hat die Schirmherrschaft über das Festival übernommen.

Den KritikerInnen schloss sich wie auch im vergangenen Jahr Staatspräsident Vaclav Klaus an, der seine "klar negative Haltung" gegenüber dem Festival bestätigte. Es sei richtig, wenn sich KritikerInnen der Veranstaltung zu Wort meldeten, so Klaus. "Es kann nicht so sein, dass eine Seite laut ist und die andere schweigt. Ich begrüße, dass sie (die KritikerInnen des Festivals, Anm.) dagegen auftreten", erklärte der Staatschef. Politische Parteien blieben mit Wortmeldungen zunächst zurückhaltend.

"Abartige Mitbürger"

Der Präsident von "Prague Pride" Czeslaw Walek wies auf einer Pressekonferenz am Montag die Kritik zurück. Diese komme von denselben Leuten wie vor einem Jahr. "Es ist wichtig zu unterscheiden, wer Emotionen hervorruft, wer für Spannungen sorgt und wer auf eine friedliche Weise feiern will", sagte Walek. Er versicherte, dass die VeranstalterInnen eng mit der Polizei zusammenarbeiteten und auch selbst für einen ordentlichen Verlauf des Festivals sorgen würden.

Bereits die erste Ausgabe von "Prague Pride" im August 2011 hatte für Kontroversen gesorgt. Dazu hatte vor allem der Vizechef der Kanzlei von Klaus, Petr Hajek, beigetragen, der über "abartige Mitbürger" sprach und die Homosexuellen-Parade als eine Lobbying-Veranstaltung der Homosexuellen bezeichnete, die "kein unschuldiger Spaß" sei. (APA, 14.8.2012)

Und wodurch genau wird die "Würde" der "Normalmenschen" bitte angegriffen? Ich wusste ja gar nicht, dass Regenbogenfahnen so gefährlich sind...

Ich wusste ja gar nicht, dass Regenbogenfahnen so gefährlich sind...

Oh.. die Regenbogenfahne war mal gefährlich .. damals, als es noch das Symbol von Greenpeace war und für den Kampf gegen Umweltverschmutzer verwendet wurde ... aber wie lautet ein altes Sprichwort ...

"you can't sink a rainbow"

RIP Rainbow Warrior!

Der Anblick der Regenbogenfahnen

muss ja wirklich was ganz Schreckliches sein

Vor 20 Jahren ..

.. hat dieser Anblick die ganzen Umweltverschutzer geschockt, als Greenpeace & Co mit dem Regenbogen gegen die Zerstörung von Mutter Erde ein Zeichen setzten ...

"abartige Mitbürger" sind wohl eher jene, die sich daran stören, dass nicht alles schwarz und weiß ist...

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.