Tausende Protestierende für Frauenrechte

14. August 2012, 10:26

"Die Zukunft ist ohne Frauen nicht denkbar", riefen die Massen - Einige forderten eine "zweite Revolution" - Kritik an islamischer Partei Ennahda

Tunis - Tausende Menschen haben am Montagabend in Tunesiens Hauptstadt Tunis für Frauenrechte und gegen die islamistische Ennahda-Partei protestiert. "Gleichheit in der Verfassung" und "Die Zukunft ist ohne die Frauen nicht denkbar", riefen die Massen und forderten eine verfassungsrechtlich gesicherte Gleichheit der Geschlechter. Die Demonstrationszüge zogen auf zwei Routen durch Tunis, wobei nur eine der Demonstrationen vom Innenministerium genehmigt war. Einige riefen auch Slogans gegen die von der Ennahda-Partei geführte Regierung und forderten eine "zweite Revolution". Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, dass an der Demonstration rund 6.000 Menschen, überwiegend Frauen, teilnahmen.

Wie dieStandard.at berichtete riefen Menschenrechtsverbände, Frauenorganisationen und die Gewerkschaft zur Großdemonstration auf. Im Mittelpunkt ihrer Kritik steht ein Artikel der neuen Verfassung Tunesiens, der in den Augen von Frauen- und Menschenrechtsaktivisten die Gleichheit der Geschlechter untergräbt. In dem Text ist von "Komplementarität" und nicht von Gleichheit die Rede. Auch in anderen Städten des Landes fanden am Montag Demonstrationen statt. Es waren die größten Proteste seit mehreren Monaten.

Die neue Verfassung des Landes sollte ursprünglich im Oktober dieses Jahres verabschiedet werden. Als "realistisches Datum" wurde nun aber Ende April 2013 genannt. Die DemonstrantInnen fordern, das Gesetz von 1956 müsse in Kraft bleiben, nach dem Frauen und Männer vollständig gleichberechtigt sind.

Tunesien gilt als eines der liberalsten Länder in der arabischen Welt. Der Sturz des lange herrschenden Präsidenten Zine al-Abdine Ben Ali Anfang vergangenen Jahres löste den Arabischen Frühling aus, in dem es auch in Ägypten und Libyen zum Umsturz und in zahlreichen anderen arabischen Ländern zu Protesten kam. (APA, Reuters, red, 14.8.2012)

Doria Shafik (Feministin) gestrichen aus der Geschichtsschreibung ..

..und ägypten versinkt i.d. Shariah : "mit der begründung, dass die frauenrechtlerin von vielen religiösen abgelehnt werde, weil sie nicht verschleiert war. die islamwissenschaftlerin Sarah Eltanawi schreibt i.d. taz, frauen würden unter den muslimbrüdern buchstäblich aus der geschichte und dem gedächtnis gelöscht!
http://www.wissenbloggt.de/?p=14768

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