Homosexuellen-Aktivist schoss in christlichem Lobby-Büro um sich

17. August 2012, 10:33
  • Kundgebung vor dem Weißen Haus in Washington.
    foto: apa/jim lo scalzo

    Kundgebung vor dem Weißen Haus in Washington.

Der mutmaßliche Täter habe einen Wachmann in einer religiös-konservativen Organisation angeschossen - Die Homosexuellen-Community zeigt sich "schockiert"

Washington - Nach der Schießerei in dem Büro einer christlich-konservativen Organisation in Washington hat die US-Justiz einen Aktivisten für Homosexuellen-Rechte angeklagt. Der 28-jährige Floyd Lee C. sollte nach Angaben der Justiz noch am Donnerstag vor Gericht erscheinen. Der Mann steht im Verdacht, am Mittwoch einen Wachmann in den Räumen des Family Research Council (FRC) in der US-Hauptstadt angeschossen zu haben.

Der Angeklagte hat den Angaben zufolge Verbindungen mit einer Gruppe, die sich für die Rechte von Schwulen, Lesben und Transsexuellen in Washington einsetzt. Am Mittwoch soll C. das FRC-Büro mit einer Waffe betreten haben. Einem Wachmann, der ihn aufhalten wollte, schoss er der Bundespolizei FBI zufolge in den Arm. Anschließend sei er von dem Wachpersonal überwältigt worden. Dem Mann droht eine Haftstrafe von bis zu 40 Jahren.

FRC "diffamiert Schwule und Lesben"

Der FRC ist eine 1983 gegründete Lobby-Gruppe, die sich in der US-Politik für religiös-konservative Werte und gegen die Homosexuellen-Ehe stark macht. Der republikanische Präsidentschaftsbewerber Mitt Romney erklärte, er sei "entsetzt" über den Vorfall und bete für die Mitarbeiter des FRC, "deren Gefühl der Sicherheit von den schrecklichen Ereignissen erschüttert" worden sei. KritikerInnen wie die Bürgerrechtsorganisation Southern Poverty Law Center werfen dem FRC vor, er würde "Schwule und Lesben diffamieren".

Die "Washington Post" und andere US-Medien berichteten, der mutmaßliche Täter habe einen Beutel der Imbisskette Chick-Fil-A mit sich geführt. Der Fast-Food-Konzern hatte in den vergangenen Wochen für eine Kontroverse gesorgt, weil sich die konservative Firmenleitung gegen die staatliche Anerkennung gleichgeschlechtlicher Beziehungen ausgesprochen hatte.

Washingtons Polizeichefin Cathy Lanier nannte den verletzten Wachmann Leonardo Johnson einen "Helden", weil er sich dem Schützen entgegengestellt habe. Die Gruppe "The DC Center for the LGBT Community", bei der sich der mutmaßliche Täter für Homosexuellen-Rechte engagiert hatte, verurteilte den Vorfall. Direktor David Mariner zeigte sich "schockiert", dass ein früherer ehrenamtlicher Mitarbeiter der Organisation für "solch einen tragischen Akt der Gewalt" verantwortlich sein könnte. (APA, 17.8.2012)

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"deren Gefühl der Sicherheit von den schrecklichen Ereignissen erschüttert"

gewalt ist nie eine lösung.

aber: jetzt hat eine hand voll von diesen hassmenschen am eigenen leib erlebt, was sie für homosexuelle in den usa heraufbeschwören.

in den letzten beiden monaten wurden mehrere morde an schwulen und lesben von conservativen christen in den usa begangen, eine lesbische frau wurde von mehreren männern erst vergewaltigt und dann wurden ihr schwulenfeindliche sprüche in die haut GERITZT! das war in den nachrichten auf fox gerade mal eine fußnote, aber einem wachmann in einer der größten hassorganisationen (Family Research Council) wird in den arm geschossen und mitt romney betet.

in so fern hält sich zumindest mein mitleid doch arg in grenzen.

um bei der bibel zu bleiben: wer wind sät wird sturm ernten ...

tu ma wida amoi ois umdrahn?

Schade und sehr bedauerlich.

Abgesehen vom persönlichen Leid schadet es dem Ansehen der Bewegung für die Rechte und gesellschaftliche Akzeptanz von LGBT-Personen.

also mir persönlich

wären demonstranten lieber - ob des jetzt sinnvoll ist wofür sie demonstrieren is nebensache ,

als eine kugel im bauch von jemanden , der sich offensichtlich nicht im griff hat

eigenartig finde ich , wenn man hier eindeutig partei für jemanden ergreift , der menschen abschießt

Wer ergreift hier Partei für den Täter?

und der Romney "betet"....

Wenn man sich diese 'God hates fags' T-Shirt Träger wie am Bild anschaut, würde mich echt interessieren was bei denen falsch gelaufen ist.

Kindheit, Erziehung, Umfeld? Einfach nur bescheiden im Geiste kanns ja auch nicht sein - das bewirkt doch nicht so einen Hass.

Wenn da jemand Studien zu Motiven kennt, das würde mich interessieren.

Sorry, hätte die Antworten unten lesen sollen.

Wahrscheinlich genau das, Kindheit, Umfeld, Erziehung das ist offensichtlich die berühmte Westboro Baptist Church und die ist, was tröstlich ist, im Wesentlichen eine Großfamilie (minus ein paar tapfere Abtrünnige).
Vgl. http://www.youtube.com/watch?v=8eLaPEdoIIM
Und ein Geschäftsmodell dürfte es für den Clan inzwischen auch sein.
Aber sie hassen auch Katholiken, das Militär und die US-Regierung... Und stammen komischerweise aus einem erzdemokratischen Milieu. Der Pastor hat sich auch echte Verdienste im Kampf um die Bürgerrechte Schwarzer erworben. Sehr strange.

die westboro-partie ist eine narzisstische gruppierung. alle positiven gefuehle werden nach innen gerichtet, alles negative nach aussen. nur so koennen die sich ihr verhalten auch rechtfertigen.

das wort "fags" bezieht sich bei denen allerdings nciht nur gegen lesben und schwule, sondern gegen alle, die ihnen gegen den strich gehen (so wie die von ihnen schon angesprochenen gruppen).

ich glaube ganz einfach. Keine Liebe.
Jeder der weiß was liebe ist, was es ist mit jemand das Leben zu teilen, kann nur das für alle wollen. Alle anderen glaube ich leben ein Leben voll von Angst und "was werden die anderen sagen" und "ich muss in der Community passen", heiraten einfach jemand der mehr oder weniger passt, dann kommen die Kinder und dann kommt die Langweile.

Keine Studie, aber eine gute These: Homophobie entsteht u. a., wenn Menschen eigene tabuisierte Begierden und Wünsche verdrängen, auf andere Menschen projizieren und dann diese Menschen dafür hassen. Dadurch können sie ihre unterdrückten Begierden und die unbewusste Wut über diese Verdrängung ausleben. Der Fachbegriff dafür ist "pathische Projektion".
Zahlreiche Untersuchungen, die bei besonders homophoben Menschen stärkere homosexuelle Neigungen nachweisen, sprechen für diese These.

Ich hätte da ein paar Fragen zu Ihrer These.

Wenn Menschen eigene tabuisierte Begierden verdrängen, warum gehen Sie davon aus, dass es sich dabei gerade um homosexuelle Begierden handelt? Es gibt doch auch genug verdrängte heterosexuelle Begierden, dann müssten die (nach Ihrer These) ja auch heterophob sein.

Wie wurden denn die homosexuellen Neigungen gemessen? Am Erektionswinkel?
Wenn mich, als heterosexueller Mensch, jetzt lesbische Scenen erregen, habe ich dann stärkere lesbische Neigungen?

Wenn jemanden, als heterosexueller Mensch, homosexuelle Scenen (oder nur der Gedanke daran) abstoßen, ist dieser Mensch dann automatisch homophob?

Alle möglichen, auch nicht im engeren Sinne erotischen Wünsche werden verdrängt. Dass du hier meine Aussage zu einem absurden Absolutum verzerrst, ist der Diskussion nicht dienlich. Ich fürchte, du willst nur deine bestehende Meinung bestätigt wissen. Falls nicht, kannst du immer noch selbst recherchieren. Das notwendige Stichwort habe ich dir schon genannt.

Wobei genau wäre Ihre Aussage (Behauptung) denn dienlich?

Zu behaupten, jemand hätte verdrängte homosexuelle Begierden, nur weil er auf homosexuelle P0rnoszenen mit einer Erektion reagiert, ist einfach unfug.

Das habe ich in meinem anderen Posting eh noch deutliche beschrieben.

Trollen kannst du woanders.

Stimmt

Aber jetzt weiß ich noch immer nicht, wobei genau Ihre Aussagen (Behauptungen) dienlich sind?

gute fragen zum nachdenken, denn der vorwurf

dass nichtunterstützer von homosexualität oder homophobiker selber homos. neigungen hätten, ist ein totschlagargument.
das besagt nämlich: wer sich nicht positiv und oder ablehnend gegenüber homos. äußert ist selber homosexuell.
wenn sich diese unterstellung als argument durchsetzt, dann macht man ablehnende haltungen gegenüber homosexualität unmöglich.

dann gäbe es nur noch 2 möglichkeiten: 1) man ist für homosexualität
2) man ist für homosexualität, sagt aber das gegenteil.

ablehnende haltungen gegenüber homosexualität wären damit unmöglich gemacht.

Tatsachen sind keine Totschlagargumente. Natürlich ist es nicht sinnvoll, über jemandes sexuellen Neigungen zu spekulieren und sie ihm gar "vorzuwerfen", wenn jemand etwas homophobes äußert. Und die These geht auch nicht davon aus, dass zwischen Homo- und Heterosexuellen eindeutig und klar unterschieden werden kann, also bedeutet der Verweis auf homosexuelle Begierden nicht dasselbe wie die Aussage, jemand sei homosexuell.

Was der Sinn einer "ablehnenden Haltung gegenüber Homosexualität" sein und warum diese möglich sein sollte, erschließt sich mir nicht. Das ist ungefähr so, wie für das Recht auf rassistische Diskriminierung zu kämpfen.

Aber es gab und gibt ja auch Menschen

die, wie Sie schreiben, für das Recht auf rassistische Diskriminierung kämpfen.
Da käme ja wohl auch niemand auf den Gedanken, dass er versteckte Begierden hätte, selbst lieber einer anderen Rasse an zu gehören.

Bei Homosexuellen Männern gibt es ja auch eine deutliche ablehnende Haltung gegenüber religiös-konservativen Organisationen.

Richtig, eine ablehnende (bzw sogar eine nicht befürwortende) Haltung wird so unmöglich gemacht.

Ich denke, in diesem besondern Fall, geht das sogar noch weiter.
Bislang ist hier nur von schuldhaften Verhalten des Opfers zu lesen, aber nur eine einzige negative Aussage (tschamba fii) zum eigentlichen Täter.

Wobei, wenn ich jetzt diese genannte These anwende, dann wäre die ablehnede Haltung des Täters gegenüber religiös-konservativen Organisationen ja auch nur eine unterdrückte (sexuelle) Neigung zu religiös-konservativen Organisation.

Beispiel.
Würden homosexuelle Männer, an Blutdurchfluss-Messagerät angeschlossen, eine messbare Reaktion (Erektion) auf Pornoszenen mit religiös-konservativen Männern zeigen, wären damit unterdrückte sexuelle Begierden zu religiös-konservativen Männern ja sogar bewiesen.

Das auf dem Foto ist die Westborough Baptist Church.. ganz ein eigenes Thema.

http://de.wikipedia.org/wiki/West... ist_Church

auch Ihnen Danke für die Antwort.
Habe den Wikipedia Artikel überflogen, kann Ihnen nur Recht geben, habe selten so etwas sonderbares wie diese Gruppe gesehen.

"Aktuell macht [der Anführer] Phelps durch seine Demonstrationen und die Störung von Begräbnissen im Irak gefallener US-Soldaten Schlagzeilen. In seinen Augen haben Soldaten, die für eine Regierung gefallen sind, die der 'Homosexuellen-Problematik' so tolerant gegenüber steht, kein Recht auf ein geordnetes Begräbnis [...]. "

http://de.wikipedia.org/wiki/Fred_Phelps

Kann dazu die Doku von Louis Theroux sehr empfehlen (und die Fortsetzung, America's most hated family in crisis)
http://www.youtube.com/watch?v=bOrz5k0jWdU

OT aber

von Louis Theroux kann man uneingeschränkt alles empfehlen :-)

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