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Meint es ernst: Roseanne Barr tritt mit sozialistischen Lösungen gegen Barack Obama an. Als "Peace and Freedom"-Vize ist eine weitere Frau aufgestellt, die Anti-Kriegs-Aktivistin Cindy Sheehan.
Nur echte Stars können sich keinen Nachnamen erlauben. Madonna, Buddha, Barbie. Oder deren Gegenentwurf Roseanne. Zugegeben: Weltweit so groß rausgekommen wie die Erstgenannten ist sie nicht. Aber Frau Barr hat für viele westliche TV-KonsumentInnen Kultstatus inne, seit ihre vornämlich betitelte SitCom in den 1990ern höchst erfolgreich gelaufen ist.
Ziel: Erste Frau im Amt
Dieser Ruhm ist Roseanne bei ihrem jüngsten Projekt abseits des Showbiz sicher nicht abträglich: Sie will die nächste und damit erste Präsidentin der Vereinigten Staaten werden.
Dieser Entschluss ist in medialen Zeitaltern gerechnet ein alter Hut, schließlich verlautbarte ihn Roseanne bereits 2011 in der "The Tonight Show with Jay Leno". Und sie ließ sich konsequenter Weise im Februar 2012 von den Grünen aufstellen, nur machten die Mitte Juli dieses Jahres die politerfahrenere Kinderärztin Jill Stein zu ihrer Kandidatin. Barr landete mit 72 zu 193 Stimmen nur auf Platz zwei.
Die zweite Chance und du bist: Dabei!
Doch Roseanne will es wirklich wissen: Sie wechselte rasch die politische Farbe - für US-Verhältnisse von rot zu dunkelrot - und stieß zu der "Peace and Freedom Party", die 2008 schon Ralph Nader gegen Barack Obama ins Rennen schickte. Beim Parteitag Anfang August in Los Angeles wurde Roseanne auf Anhieb zur Spitzenkandidatin gewählt und kann im November selbst gegen den ersten schwarzen US-Präsidenten antreten.
Sprecherin für soziale Gerechtigkeit
Der steht, trotz linker Pläne wie der Krankenversicherung für alle, im Vergleich zur gerechtigkeitsliebenden Roseanne rechts. Sie war nicht nur im Fernsehen als die "fierce working-class domestic goddess" zu sehen, die sich gegen die patriarchale Konsumkultur stellt. Sie tritt auch im echten Leben als Sprecherin für Minderheiten und soziale Gerechtigkeit in Erscheinung, betont auch ihre neue Partei, die in Kalifornien seit 1967 und US-weit seit 1968 aktiv ist.
Sozialistische Lösungen einbringen
Roseanne nimmt die Sache mit der Gerechtigkeit für alle unterrepräsentierten AmerikanerInnen, egal welches Geschlecht, welcher sexuelle Orientierung, welcher Klasse oder Herkunft, sehr ernst, und sie will "sozialistische Lösungen" in den Diskurs zur Präsidentschaftswahl einbringen, teilte sie dem US-Wahlvolk via CNN mit.
Dass ausgerechnet sie, als Komikerin, die "einzig ernsthafte Komödiantin" in dieser Kampagne sei, ließ sie in ihrer Rede vor "Peace and Freedom Party"-Mitgliedern wissen (siehe eingebettetes Video ab Minute 01:40): "Alle anderen sind Clowns." Mit ihrer Kandidatur wolle sie das "zweiköpfige Monster" bestehend aus Republikanischer und Demokratischer Partei endlich zu Fall bringen.
Und dass sie nicht nur austeilen - und dabei witzig sein - kann, hat sie erst letzte Woche beim "Comedy Central Roast of Roseanne" bewiesen, wo sie selbst als "Monster" betitelt wurde: Achtung also vor "Rozilla" - es kann Angst und Schrecken verbreiten und Welten zerstören! Und hat dabei noch Visionen, wie's danach, besser für alle US-AmerikanerInnen, weiter geht. (red, dieStandard.at, 23.8.2012)
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Sie wird es nicht schaffen und ein politisches Kuriosum bleiben. Was ihr hoffentlich gelingt, wird sein, den medienpolitischen Mainstream zu irritieren und Themen aufzuwerfen, die nicht ins Kalkül der Großen passen. Ich traue ihr das nicht zu, weil sie Roseanne oder Rozilla ist (ekelhafte Show im übrigen dieser Roast), sondern weil ich denke, dass auch in den USA genügend Menschen bereit sind, den "Change" weiter gehen zu lassen und gerade auch das politische Establishment von Neuerungen spricht - die ihm jedoch weder einfallen und die es auch nicht wagen würde. Roseanne for Presidente!
... hier ist übrigens ein Hinweis, woher sich Hundstorfer die Unglaublichkeiten saugt, die er als "sozial(demokratisch)e"Erfolge" lobpreist: http://www.theintelligence.de/index.php... raten.html
Bei Roseanne fällt man aber leicht auf ein Missverständnis herein: sie steht durchaus und ohne Ausflüchte für etliches Vernünftige an linkem Gedankengut (Mama fragen, Tante fragen),
aber
dass sie das "sozialistisch" nennt, ist irreführend und beruht darauf, dass der einfache Begriff "demokratisch" in den USA durch Obama/Biden & Co blockiert ist (die aber nur etwas mildere NeoGlobaille sind)
Anders als bei der EUraille koppelt Roseanne NICHT ihre Ziele an STRUKTUR ...
denn in den schlimmsten Zeiten war durchaus Wahrheit daran, dass "sozialistische Errungenschaften nur mit Parteibuch konsumierbar sind"
-- was bei jungen linken Sozis (sogar in der SPOe) nicht mehr so brutal stimmt --
d.h.
dass damals tatsächlich "sozialistisch" nur hiess, dass sozialistische ParteiSTRUKTUR davon etwas haben durfte.
Diesen Gedankengang gibt es heute nur mehr bei Bilderbergern und Weltwirtschaftsforlern, von denen Faymann inzwischen viel gelernt hat (aber der ist ja weder jung noch links in seiner Partei)
junge MarxistInnen heute sind fast schon zum Hort der Freiheit und Demokratie mutiert (jedenfalls relativ zu allem Etablierten seit 1985), und Roseanne könnte ihre Ziele in diesem Sinne genauso marxistisch nennen
und gegen Verbrennung als Energiequelle genauso wie gegen (absolut NICHT "saubere") NuklearIndustrie als Müllquelle kann nicht oft genug auf kritische Seiten hingewiesen werden:
http://sendaiproblems.wordpress.com
(da ging es nicht nur um den Umgang mit Wahrheit)
http://akweh2.wordpress.com
(in Ruhe ansehen, die meisten nuklearen Probleme bekommt man erst im 3.Anlauf mit)
http://umwedem.wordpress.com/#mwltprblm
(auch Batterien der E-Autos sind nicht klima- oder umweltfreundlich, abe Verbrennung ist das Böseste, auch und gerade wenn dafür abgeholzt wird)
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