Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate
Wien - Opfer von sexueller Gewalt legen nicht immer Wert auf besonders strenge Strafen für die Täter. "Die Sichtweise ist da sehr individuell. Wenn der Täter ein Familienmitglied ist, wollen sie primär, dass es aufhört. Sie sind manchmal gar nicht spezifisch daran interessiert, dass jemand bestraft wird, weil dies das Familiengefüge zerstören könnte", sagte Rosa Logar, Obfrau des im Bereich der Opferhilfe tätigen Vereins Autonome Österreichische Frauenhäuser (AÖF), am Donnerstag.
Den Opfern gehe es in gerichtlichen Verfahren grundsätzlich darum, "dass klar wird, dass ihnen Unrecht geschehen ist und dass dies Konsequenzen hat", betonte Logar. Nicht immer müssten dies "rein repressive Sanktionen" sein: "Es gibt ja mehr Möglichkeiten, als dass jemand nur im Gefängnis sitzt bei Wasser und Brot." Die Gerichte könnten Weisungen erteilen, Therapien und Bewährungshilfe anordnen und konkrete Maßnahmen zum Schutz der Betroffenen setzen. Wichtig sei jedenfalls, "dass die Opfer von der Justiz ein Stückchen einbezogen werden und ihnen ein Schutzbedürfnis signalisiert wird".
So tritt Logar dafür ein, dass von sexueller Gewalt Betroffenen zukünftig ein Anhörungsrecht zugebilligt wird, wenn ein rechtskräftig verurteilter Täter um eine Fußfessel ansucht.
Im Fall des Salzburger Hundetrainers, der seine Pflegetochter mehrfach vergewaltigt hatte und einen elektronisch überwachten Hausarrest genehmigt bekam, ohne einen einzigen Tag im Gefängnis verbringen zu müssen, hält die AÖF-Obfrau die Fußfessel für "nicht adäquat". Diese Entscheidung sende ein falsches Signal aus. Der Forderung, dass Sexualstraftäter grundsätzlich vom Hausarrest ausgenommen werden sollten, pflichtet Logar allerdings nicht bei: "Wenn jemand jahrelang im Gefängnis sitzt und den letzten Teil der Haft im Hausarrest verbringt, kann das eine vertretbare Maßnahme sein."
Generell stellt sich für die Opferhilfe-Expertin die Frage, ob bei den für die unterschiedlichen Deliktsgruppen verhängten Strafen immer Verhältnismäßigkeit gegeben ist: "Obwohl sich das von uns empirisch nicht beweisen lässt, haben wir den Eindruck, dass bei Eigentumsdelikten konsequenter und härter bestraft wird als bei Gewaltdelikten. Es wäre wichtig, sich anzuschauen, ob da die Relation passt." Gewaltdelikte, die sich im Nahraum oder in der Familie abspielen, würden oft toleriert: "Das wird oft schnell gar nicht als Straftat behandelt, sondern eingestellt."
In diesem Zusammenhang verlangt Logar gerade bei kindlichen Opfern von körperlicher und sexueller Gewalt vom Gesetzgeber eine verbesserte Beweismittelsicherung: Eine gerichtsmedizinische Dokumentation von Verletzungen sollte in diesen Fällen zwingende Praxis sein. (APA, 23.8.2012)
Demokratische Republik Kongo: UN-Menschenrechtskommissarin Navi Pillay will Verantwortliche zur Rechenschaft ziehen
Offenbar erstmals öffentliche Stellungnahme zu dem Fall - In einem Blog bezeichnete sie sich als "Opfer eines Angriffs" vor drei Jahren
Präsident Obama fordert Konsequenzen: "Ich toleriere so etwas nicht"
Fünfeinhalb Jahre Haft für Beamten, der Sita Rai vergewaltigte - Anwalt und Familie des Opfers von Urteil enttäuscht
Polizei nahm 81-jährigen William Roache fest - Im März entschuldigte er sich für die Aussage, Missbrauchsopfer würden für Sünden aus einem "früheren Leben" bestraft
Die Vergewaltigung einer Schülerin in der US-Stadt Steubenville entfacht eine Debatte über eine Kultur, die "Vergewaltigung duldet, fördert und feiert"
ErmittlerInnen im Bundeskriminalamt: "Die Ausbeutungsspanne ist relativ hoch"
Grüne fordern Rücktritt von blauem Mandatar Lausch
Die Schauspielerin wird durch den Kongo sowie nach Ruanda reisen, um sich mit Opfern von Vergewaltigungen durch Soldaten zu treffen
Jugendliche hatten Fotos des Opfers im Internet verbreitet
Zahl beruht auf Schätzungen - Untersuchte Opfer zwischen sechs und 14 Jahre alt
Justizsprecher Jarolim: Analog zu Delikten gegen die Ehre - Justizministerin Beatrix Karl: Es gibt bereits jetzt rechtliche Konsequenzen fürs "Po-Grapschen"
Der Tahrir-Platz gilt als der derzeit gefährlichste Ort für Frauen - Antisexistische Initiativen versuchen, vor sexuellen Übergriffen zu schützen
Verbrechen an 23-jähriger Inderin hatte weltweit Empörung ausgelöst - Der Jugendliche wird der kriminellen Verschwörung, der Vergewaltigung und des Mordes beschuldigt
In Flüchtlingslagern nehmen sexuelle Übergriffe stark zu - Ärzte ohne Grenzen fordert Zuständige auf, die prekäre Lage der Frauen zu verbessern
23-Jährige Frau wurde auf Heimweg überfallen und attackiert
Nach einer Vergewaltigung verstarb die 17-Jährige im Krankenhaus - Präsident und Gewerkschaften fordern Ächtung sexueller Gewalt
Schwestern waren sechs bis elf Jahre alt - Nach Bekanntwerden der Tat gab es mehrere Demonstrationen
Nach der Vergewaltigung einer 21-Jährigen durch nepalesische Beamte ist die Bewegung "Occupy Baliwatar" entstanden - Seit 25 Tagen demonstrieren sie täglich
Die Tochter des Sitar-Spielers Ravi Shankar hat sich im Zuge der indischen Debatte über Frauenrechte als Opfer sexuellen Missbrauchs offenbart
Der ehemalige IWF-Chef erzielt außergerichtliche Einigung mit Nafissatou Diallo
Kölner Erzbischof Meisner war nach Abweisung von Vergewaltigungsopfer durch katholische Kliniken scharf kritisiert worden
Verletzung der Sittlichkeit abgewendet: Die Polizisten müssen sich nun wegen Vergewaltigung vor Gericht verantworten
Organisation spricht von einer "Kultur der Straffreiheit" und fordert Präsident Mursi zum Eingreifen auf
Grazer Frauen fordern eine Gesetzesänderung
Nach der Tat ist es keine Spur besser: Man muß mit Polizei, Gericht und anderen Behörden zusammenarbeiten, egal ob man Lust hat oder nicht. Die normative Kraft des Faktischen ersetzt Recht und Billigkeit. Man ist vielleicht nicht mehr dem Täter, aber immer noch der Tat ausgeliefert.
Deshalb wollen viele Opfer aktiv werden und selbst Macht über den Täter ausüben. Sehr verständlich und gut als Therapie zum Rückweg in die Normalität geeignet. Aber der Staat gibt Opfern keine Macht, keine wirksamen Druckmittel, keine Schlüsselstellung im Verfahren.
Natürlich gibt es auch Opfer, die lieber passiv bleiben wollen und die Sache nur möglichst rasch abschließen können. Die sind dem Staat am liebsten, weil pflegeleicht und einfach zu steuern
Würde von Seiten des Gesetzgebers, der Justiz und der Exekutive endlich eine verbesserte Gesetzesgrundlage zu einer angemessenen Verfolgung und Verurteilung von Sexualstraftätern kommen, dann wäre damit den Opfern geholfen.
Höhere Strafen bei Sexualstraftaten. Fußfessel nur bei minder schweren Delikten (zB Ladendiebstahl) mit Strafausmaß von unter 6 Monaten. Aber unbedingte Haft bei Gewaltdelikten ! Und Aufwertung des Personalbeweises (Aussage d. Opfers).
Frau Logar, was Opfer glauben, muß nicht gleich auch gut für jene sein. Und Gerichte haben nicht für die Opfer alleine da zu sein, sondern sind der Gesellschaft gegenüber verantwortlich !
Seit Einführung des DNA-Beweises (welcher ebenfalls keine 100% Sicheheit gewährt), besteht das juristische Problem einer Abwertung aller anderer, insbesondere des Personalbeweises. Das ist eine Fehlentwicklung, welche dringendst krorrigiert gehört.
Begleitend ist eine Änderung im Gesetz bezügl. Verleumdungsklagen nach einem Vorwurf einer Sexualstraftat notwendig, da in Relation zu viele Vergewaltigungsanzeigen (-klagen) scheitern. Man sieht aber, daß bei sehr vielen derartigen Verleumdungsklagen bei welchen meist auch auf Grund des Personalbeweises (Aussage) geurteilt wird, dann doch ein Urteil gefällt wird.
Es lässt sich nie ausschließen, daß Unschuldige verurteilt werden, mein Vorschlag würde die Situation nicht verschlechtern.
"Opfer von sexueller Gewalt wollen von der Justiz "einbezogen werden""
ich finde das eine zumutung für opfer, und ein abwälzen auf opfer, gesellschaftliche verantwortung heißt hier, dass ich mir vorstellen kann, was es für ein opfer bedeutet, wenn ein täter frei kommt. dazu gibt es viele berichte von opfern, die ich lesen kann.
wird aber in einem spezifischen fall das opfer befragt, der täter erhält daraufhin keinen freigang mit fußfessel, so kann es zu rache-akten gegenüber dem opfer kommen, früher oder später.
opfer für etwas ausgesetzt, wo die gesellschaft sagen müssen: das geht freilich nicht, ist für opfer untragbar. das opfer muss das in dem spezifischen fall nicht mehr sagen müssen. was denn noch alles?
Dazu kommt es nämlich bei einer solchen Einbindung der Opfer. Auch wenn die Motivation hier und jetzt vielleicht eine "edle" sei. In weiterer Konsequenz wird eine opferorientierte Justiz zur Rachejustiz und wir haben es dann nicht mehr weit zu solch barbarischen Auswüchsen wie in den USA.
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.