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Willke, Pionier im Einsatz "schockierender" Bilder von "ungeborenen Kindern", stellt mit seinen Ansichten für die heute starke Anti-Abtreibungsbewegung in den USA die Weichen.
Die 1970er waren in den USA die Zeit, in der die Anti-Abtreibungsbewegung aufkam, und Dr. John "Jack" Willke wurde damals bekannt als der Hausarzt, der zum Advokaten für die Abschaffung der Abtreibung wurde. Seine Ansichten, die in Pamphleten, Büchern, Reden und Radioausstrahlungen vorliegen, wurden zur Basis für die "Pro-Life"-AktivistInnen bei ihren unermüdlichen Versuchen, das Grundsatzurteil "Roe v. Wade" zur Dekriminalisierung von Abtreibung aus dem Jahr 1973 zu Fall zu bringen.
Seine Behauptungen hallen auch noch vier Dekaden später nach, wenn ein Republikaner wie Todd Akin, der sich anschickte, Gouverneur von Missouri werden zu wollen, Seltsames über Vergewaltigung und Schwangerschaft von sich gibt, oder der niederländische rechts-konservative Abgeordnete Kees van der Staaij diese wissenschaftlich unhaltbaren Ansichten als "Tatsache" wiederholt.
"Legitimate rape"
Willkes Arbeit hat nicht nur viele der heutigen AnführerInnen der Anti-Abtreibungsbewegung beeinflusst, sondern auch die Positionen der GesetzgeberInnen. Sein Name war es, der schnell im Zusammenhang mit Akins Äußerungen über "natürlichen Abwehrmechanismen" des weiblichen Körpers bei "legitimate rape" fiel - eine Formulierung, die im Deutschen mit "rechtmäßiger" sowie "echter" Vergewaltigung übersetzt werden kann. Von diesen abstrusen Aussagen distanzierte sich die republikanische Führung umgehend und strich Akin jede finanzielle und parteiliche Unterstützung.
"Natürliche Abwehrmechanismen" der Frau
Akin entschuldigte sich daraufhin für den Gebrauch des Wortes "legitimate" ("rechtmäßig"), um eine "Form" von Vergewaltigung zu benennen. Wovon er allerdings nicht abrückte, war die Theorie hinter seinen Aussagen: Dass Schwangerschaften nach Vergewaltigungen nur selten aufträten, den "natürlichen Abwehrmechanismen" der Frauenkörper sei Dank - eine Theorie, die Willke in den 1970ern neu formuliert hat.
Quatsch mit Potenzial zur Manipulation
"Was Willke behauptet, ist völliger Quatsch ohne jeglicher wissenschaftlicher Basis", sagt Nancy Stanwood, außerordentliche Professorin für Geburtshilfe, Gynäkologie und Reproduktionsmedizin an der "Yale School of Medicine". "Hätten seine Aussagen nicht an Boden gewonnen, könnte man sogar darüber lachen." Aber wenn, wie geschehen, ein Kongrassabgeordneter sie in der Öffentlichkeit als Fakten darstelle, könne das Einfluss auf die öffentliche Ordnung haben, zeigt sich Stanwood besorgt.
Keine soliden Daten
Es gibt nur wenig verlässliche Daten über die Schwangerschaftsrate nach Vergewaltigungen in den USA - denn wie andernorts auch, werden viele Taten nicht gemeldet. Bis heute wird die im Jahr 1996 durchgeführte Studie "Rape-related pregnancy: Estimates and descriptive characteristics from a national sample of women", veröffentlicht im Fachmagazin "American Journal of Obstetrics and Gynecology", viel zitiert, wonach fünf Prozent der weiblichen Vergewaltigungsopfer schwanger wurden.
Diese Studie wurde von Anfang an als nicht repräsentativ kritisiert. AbtreibungsgegnerInnen bringen üblicherweise noch kleinere Zahlen ins Spiel, denen zufolge weniger als ein Prozent der Opfer schwanger werden.
Ein "guter Katholik"
Der heute 87-jährige Willke, der mit seiner Ehefrau Barbara sechs Kinder hat und 22-facher Großvater ist, arbeitete vierzig Jahre lang als Allgemeinmediziner mit Zusatzausbildung als Geburtshelfer, bevor er sich voll und ganz der Aufgabe, gegen Abtreibung zu kämpfen, widmete. Er, ein "guter Katholik", hatte über fast zwei Jahrzehnte eine Radiosendung, die täglich über beinahe 400 Radiostationen ausgestrahlt wurde, er schrieb gemeinsam mit seiner Frau etliche Bücher über Abtreibung und die menschliche Sexualität, und er hielt in 85 Ländern weltweit seine Vorträge ab.
Auf Du und Du mit Republikanern
Willke hat eine Dekade lang das "National Right to Life Committee" (Nationales Kommittee für das Recht auf Leben) mitgeleitet und war Mitgründer der "International Right to Life Federation" (Internationale Föderation für das Recht auf Leben). Über seine Arbeit stieß er in politische Kreise vor und war auf Du und Du mit den Größen der konservativen Politik in den USA wie Ex-Präsident Ronald Reagan. Präsidentschaftskandidat Mitt Romney warb im Wahlkampf 2008 mit Willkes Unterstützung.
Stellungsnahme nicht notwendig
Mittlerweile ist Willke offiziell im Ruhestand. Er und Barbara leben bescheiden im Norden Cincinnatis, in der Vorstadt. Das von ihm dort gegründete "Life Issues Institute" (Institut für Lebensbelange) sei ein "stiller Nachbar", heißt es aus dem umliegenden Friseursalon und der Schneiderei nebenan.
Interviewanfragen nach dem Eklat um die Akin-Aussage lehnte Willke bislang ab. Er muss sich aktuell auch gar nicht dazu äußern, denn die Verbindung zu seinen Theorien ist schon längst niedergeschrieben: In "Why Can't We Love Them Both: Questions and Answers About Abortion" (Warum können wir nicht beide lieben: Fragen und Antworten zu Abtreibung), seinem dritten Werk aus der Serie zum Schwangerschaftsabbruch, die er mit seiner Frau ab 1971 veröffentlichte.
Frauen lügen ja
In Kapitel 29 heißt es: "Jede Frau ist sich bewusst, dass Stress und emotionale Faktoren ihren Menstruationszyklus beeinflussen können. Um schwanger zu werden und zu bleiben, muss der Körper einer Frau einen sehr anspruchsvollen Mix aus Hormonen erzeugen. Die Hormonproduktion wird von einem Teil des Gehirns gesteuert, der leicht von Gefühlen beeinflusst wird." ... "Es gibt kein größeres emotionales Trauma für eine Frau als eine tätliche Vergewaltigung ('assault rape' im Original, Anm.). Das kann ihre Fähigkeit zur Ovulation, Fruchtbarkeit, Einnistung und Beibehaltung der Schwangerschaft radikal durcheinanderbringen."
Willke schreibt weiters, dass schwangere Frauen, die behaupten, vergewaltigt worden zu sein und deswegen eine Abtreibung vornehmen lassen wollen, oft falsche Aussagen machen - sprich lügen.
Wieder salonfähig gemacht
Diese Ansichten, als "wissenschaftlich" maskiert, kursierten schon vor Willke Jahrhunderte lang in verschiedenen Wortwahlen. Doch während es mit medizinischem Fortschritt und Wissenschaft gelungen ist, sie als Unsinn zu widerlegen, hat sie Willke im 20. Jahrhundert wieder salonfähig gemacht - in Kreisen, denen jede Behauptung gegen Abtreibung, auch im Falle von Vergewaltigung, nur allzu Recht kam.
Auch wenn Willke alt und im Ruhestand ist, lässt er nicht wirklich locker: Er will Bemühungen, Abtreibung ganz und gar zu verbieten, weiter vorantreiben. So war er letztjährig erst Berater beim Gesetzesentwurf zur "Heartbeat-Bill" in Ohio, der als einer der härtesten contra Abtreibung in den USA gilt. Sollte er durchgeboxt werden, wären Abtreibungen ab dem Zeitpunkt verboten, an dem fetaler Herzschlag hörbar wäre, was meist innerhalb der ersten acht Wochen nach Befruchtung bereits zutrifft.
Republikaner sind gespalten
Einer von Willkes ErbInnen ist Bradley Mattes, Geschäftsführer der von Willke gegründeten "American Life League" und zugleich Präsident der "International Right to Life Federation". Mattes hat sich in Tampa, dem Schauplatz des Parteitags der Republikaner, ins Zeug gelegt, und eine Plattform für die Aufnahme eines Verfassungszusatzes, der Abtreibung als verfassungswidrig erklärt, konstituiert. Er hat prominente Mitglieder der Republikaner getroffen, auch Todd Akin, den er in einem Tweet als "beeindruckendes Individuum" bezeichnete. "Schade, dass ihn manche Republikaner über die Klinge springen lassen."
Manche, aber nicht alle. So verabschiedeten die Republikaner am Parteitag ihr Parteiprogramm, in dem auch sie die Durchsetzung des vollständigen Abtreibungsverbots, auch nach Vergewaltigung oder Inzest, als politischen Auftrag festschreiben - trotz der Distanzierung Romneys von Akin.
Kein Recht
Andere Konservative können diesen extremen Plänen nichts abgewinnen, und das, auch wenn sie, wie Richard Armitage, unter George W. Bush Vizeaußenminister der USA, Abtreibung generell ablehnen. Seine persönliche Einstellung würde er niemals in ein Gesetz schreiben, sagte er: "Als Mann steht es mir nicht zu, solche Entscheidungen für eine Frau zu treffen." (Reuters/red, dieStandard.at, 27.8.2012)
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das ist wirklich deren ernst? also eine 11 jährige die von ihrem vater vergewaltigt und schwanger wird MUSS das kind austragen????
also das hätte ich ja gerne mal in der form bestätigt von einem der abtreibungsgegner, wollt ihr das wirklich???
Kann nur heißen "tatsächliche Vergewaltigung" im Gegensatz zur "erfundenen Vergewaltigung" als "Ausrede". Mit Sicherheit ist nicht "rechtmäßige Vergewaltigung" gemeint.
Das macht den Holler nicht weniger hollundrig, aber nur so kann man verstehen, wie der Kerl tickt.
"Rape between one man and one woman who are not married or even acquainted; the only rape sanctioned by the Republican Party."
Urban dict.
"Legitimate kann nämlich unter anderem auch in accordance with established rules, principles or standards heißen (vgl. The Random House College Dictionary, 1982). Bezogen auf Vergewaltigungen bedeutet dies eine Vergewaltigung, die alle Kriterien der landläufigen Definition erfüllt, also eine Handlung, die mit Fug und Recht als Vergewaltigung bezeichnet werden kann. Auf Deutsch könnte man zum Beispiel auch sagen eine regelrechte Vergewaltigung."
http://furormundi.wordpress.com/2012/08/2... mate-rape/
das problem ist immer - das die leut die so was behaupten und ihr umfeld so unapetitlich sind - das man sofort - emotional dagen hält -
wichtig wäre diesen leuten unaufgeregt und sachlich entgegen zu treten
weil natürlich hat die psyche einfluss auf die schwangerschaft (wie auf alles - was sich im körper abspielt) - und trotzdem ist es natürlich ein topfen - das frauen das bewust steuern könnten - wenns anders wär - könnt ma uns ja die ganze verhütung sparn
Yea, mit grossen Schritten in Richtung Mittelalter !
Als nächstes verbietens Homosexuellen als solche aufzutreten, so wie in den Muslimisch geprägten Ländern wos dich dann jahrelang einsperren nur weilst in einer männerbeziehung warst und das "vor gott !!!" eine große sunde ist.
Wie kann man nur so weltfremd sein und diese religöse motivierte extrem Menschenverachtende einstellung vor sich selbst rechtfertigen ??
Ich mein da muss doch mehr dahinter stecken als dummheit.
Am besten würde es wahn-sinn beschreiben.
Warum werden diese menschen nicht für unzurechnungsfähig erklärt und behandelt weil krank sinds allemal.
Eine verrückten der auf da strasse rumrennt und meint er sei jesus lassen wir ja auch einweisen oder ??
Der grösste Hemmschuh für Humanität, Toleranz und Vernunft ist nun mal die Religion (egal welche).
Wenn ein Mensch von Kindheit an religiös indoktriniert wird, wird er jede wissenschaftliche Erkenntnis, die seiner religiösen Überzeugung zuwiderläuft verteufeln und gar nicht erst zu Kenntnis nehmen. Und wenn möglich von einem religiös gleichgesinnten Pseudowissenschaftler "widerlegen"lassen.
Das ist die Schattenseite der Demokratie. Jede Auffassung, wie krank sie auch ist, darf frei geäußert werden.
Die Demokratie ist immer noch das beste aller Systeme. Ich will nicht, dass mir eine Obrigkeit vorschreibt, was ich zu denken und glauben habe und was nicht.
Wenn ich dich übelst beschimpfen würde oder hinter deinem Rücken schlecht über dich rede bist du mit Sicherheit der 1. der mich anzeigt . Wo bleibt da mein Recht auf freier Meinung . Abgesehen davon : Demokratie + Meinungsfreiheit haben per Definition Null miteinander zu tun und bedingen sich auch nicht gegenseitig (siehe DDR)
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