Aktivistinnen gehen in Berufung

27. August 2012, 17:52

Verteidigung legt offiziell Widerspruch gegen Urteil ein - BeobachterInnen rechnen mit Strafmilderung

Moskau - Im Verfahren gegen die russische Punkband Pussy Riot hat die Verteidigung am Montag Berufung gegen die Urteile eingelegt. "Alle Unterlagen" seien beim zuständigen Gericht in Moskau eingereicht worden, sagte Verteidigerin Wioletta Wolkowa der Nachrichtenagentur AFP.

Chancen auf Strafmilderung

"Wir konnten erst heute reagieren, nachdem wir den Richterspruch endlich schriftlich erhalten haben", sagte Anwalt Nikolai Polisow am Montag Medienberichten zufolge in Moskau. Die Urteilsbegründung sei stellenweise "sehr schwer zu verstehen", sagte er.

Nach Ansicht von BeobachterInnen könnten die Strafen in einem Berufungsverfahren reduziert werden.

Die einen sitzen, die anderen fliehen

Die Musikerinnen Nadeschda Tolokonnikowa, Maria Alechina und Jekaterina Samuzewitsch waren vor zehn Tagen wegen "Rowdytums" und "Anstiftung zu religiösem Hass" trotz internationaler Proteste zu jeweils zwei Jahren Lagerhaft verurteilt worden. Die 22, 24 und 30 Jahre alten Frauen hatten bei einem sogenannten Punkgebet im Februar in einer Moskauer Kathedrale die Muttergottes aufgefordert, den damaligen Regierungschef und heutigen Präsidenten Wladimir Putin zu vertreiben.

Die russische Polizei sucht noch nach zwei weiteren Mitgliedern von Pussy Riot. Sie setzten sich nach Angaben der Band jedoch inzwischen ins Ausland ab. (APA, 27.8.2012)

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