Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate
Sao Paulo - Erstmals hat eine Notarin in Brasilien eine Dreierbeziehung formal beglaubigt und damit eine Kontroverse ausgelöst. Die Notarin Claudia da Nascimento Domingues entsprach den Wünschen eines Mannes und zweier Frauen, gemeinsam eine eingetragene Partnerschaft einzugehen, wie sie das brasilianische Recht homosexuellen Paaren erlaubt.
Die nun verpartnerten BrasilianerInnen leben laut einem Bericht des Senders Globo TV seit drei Jahren in einer Beziehung und teilen sich bereits ein Bankkonto und Haushaltsausgaben. Der Formalakt soll von der Notarin schon vor drei Monaten vollzogen worden sein, wurde aber erst jetzt bekannt.
Es gebe keinerlei rechtliche Vorschrift gegen einen derartigen Beziehungsvertrag, sagte die Notarin. "Meine Aufgabe ist nicht, zu entscheiden, ob so eine Situation korrekt ist oder nicht. Meine Aufgabe ist es, eine existierende Situation zu beschreiben", betonte sie. In dem von ihr beglaubigten Fall lebten die PartnerInnen "lange genug zusammen und teilen sich die Rechnungen".
Das Trio sei sich seines rechtlichen Status bewusst, sie hätten gemeinsam eine Doktorarbeit über sogenannte polyamouröse Beziehungen zwischen mehr als zwei Partnern geschrieben, berichtete Domingues. Die drei wollten nun um die Anerkennung ihrer Beziehung durch Gerichte, Versicherungsgesellschaften und Behörden kämpfen.
Widerstand gibt es von JuristInnen und religiösen Gruppen. So nannte die Präsidentin der Kommission für Familienrechte innerhalb der Anwältekammer, Regina Beatriz Tavares da Silva, gegenüber dem Sender BBC die Verbindung dreier Menschen "absurd und total illegal". Ein solcher Rechtsakt sei "komplett inakzeptabel und gegen brasilianische Werte und Moral gerichtet". Die evangelikal-christliche Psychologin Marisa Lobo, die in Brasilien für ihre angeblichen Therapien gegen Homosexualität bekannt ist, sieht in der Dreierpartnerschaft einen Angriff auf traditionelle Werte: "Auf was zielen diese Gruppen ab, in dem sie die Gesellschaft mit solchen total verzerrten Werten konfrontieren?" (APA, 30.8.2012)
Gleichstellung und Öffnung der Ehe für Lesben und Schwule können nicht über die weiter massiven Vorurteile gegen Homosexuelle hinwegtäuschen
Verlängert wird außerdem das halbtags kostenlose und verpflichtende Kindergartenjahr für alle Fünfjährigen - Auch Änderungen beim Zuverdienst
Ina Praetorius vermisst in der Schweizer Grundeinkommen-Debatte das Thema Sorgearbeit – Nun wurde auch eine Schweizer TV-Sendung für ihre einseitige Darstellung gerügt
Christine Baur übernimmt die Agenden der von ihr stets kritisierten Landesrätin Zoller-Frischauf – "Kaffekränzchen-Sager" werde es bei ihr nicht geben
Emel Zeynelabidin hat dreißig Jahre ein Kopftuch getragen – Heute steht sie der Verhüllung als religiöse Praktik kritisch gegenüber
Offenbar erstmals öffentliche Stellungnahme zu dem Fall - In einem Blog bezeichnete sie sich als "Opfer eines Angriffs" vor drei Jahren
"Europa geht anders" mahnt eine Kehrtwende der EU-Politik ein und fordert Regierung auf, gegen den geplanten Wettbewerbspakt zu stimmen
Mehrere Menschen wurden unter Verdacht des Menschenhandels festgenommen - Den Schwangeren wurde Geld versprochen
Umgang mit Zwangsprostituierten im zweiten Weltkrieg ist seit Jahren ein Streitpunkt in Japan, China und Korea
Deutsche Kanzlerin lud erneut zum Demographiegipfel nach Berlin
Die kürzlich verstorbene Frauenrechtlerin Hannelore Mabry schied als Mitgründerin der Neuen Frauenbewegung in Deutschland die feministischen Geister. Eine Würdigung
Diskriminierung wegen Sexualität oder Religion beim Zugang zu Gütern und Dienstleistungen weiter erlaubt - Kleine Änderungen bei Stelleninseraten
Ultraorthodoxe störten die Frauen beim Gebet - Das Gericht erlaubte den Frauen jedoch ihr religiöses Ritual
Metropole muss nach Gerichtsurteil Gesetze ändern
In der Demokratischen Republik Kongo ist es am gefährlichsten, schwanger zu werden und ein Kind zur Welt zu bringen - Österreich auf Platz elf
Reißverschluss-Vorgabe in SP nicht überall umgesetzt - VP-Frauenchefin verweist auf Wiener Landespartei
Der aktuelle Löschantrag für den Begriff "Femizid" heizt die Debatte über die Macht der Maskulisten auf der Wissensplattform an
"Gewerbsmäßige Unzucht" gelte nicht mehr als "sonstige Einkünfte" urteilt der Bundesfinanzhof nach einer Steuerrechtsdebatte
Frauen machen gegen Praxis der "Chhaupadi" mobil: Diese führe nicht nur in die Isolation, sondern oft auch zum Tod
Der belgische Bischof empfiehlt Lesben und Schwulen Abstinenz in Form des Zölibats und erntet dafür eine Wasser-Attacke im Femen-Stil
Keine einzige Frau mehr an der Spitze eines Bundeslands - Auch unter Landtagsabgeordneten sind Frauen stark unterrepräsentiert
Michaela Biancofiore, eine Berlusconi-Vertraute, wird wegen Attacken gegen Lesben und Schwule ein anderes Amt ausüben müssen und fühlt sich dikriminiert
"Aufschrei" bündete Nutzerinnen mit ihrem Protest gegen alltäglichen Sexismus
Sportveranstaltungen für Mädchen nur an "passenden Orten"
In Finnland ist Vereinbarkeit kein leeres Schlagwort: 24-Stunden-Kinderbetreuung ist dort normal und kostet auch nicht mehr als ein herkömmlicher Platz. Ein Lokalaugenschein
offensichtlich zielen "diese gruppen" in eine richtung, die die religiösen sonst selbst predigen:
das "himmelreich" ist wie eine verbindliche liebesbeziehung, die nicht nur winzige grüppchen von zwei oder drei, sondern ganze sieben milliarden menschen miteinander eingehen.
.. so leben lassen, wie sie wollen? Was soll der Unsinn einer religiös determinierten Beurteilung einer selbstgewählten Lebensform, die die Betroffenen auch rechtlich absichern möchten. Mit welchem Recht mischen sich Staat und Gesellschaft andauernd in ganz persönliche Belange? Die Freiheit scheint gerade durch die gesellschaftlichen Wertnormen stark gefährdet.
...meine Theorie ist, in einer Zweierbeziehung wird die Frau gelegentlich einen Streit mit dem Mann vom Zaun brechen, aber in einer Dreierbeziehung werden die beiden Frauen eher untereinander streiten als mit dem Mann. Ersteres weiss ich aus Erfahrung, zweiteres ist nur eine Theorie.
'
Grundessenz Ihrer Aussage: Zum Streiten gehört immer eine Frau.
Die Frechheit der Religiösen erstaunt mich immer wieder.
Was solche Gruppen wollen? Na ja, leben natürlich, und zwar so wie sie sich untereinander konsensual entschieden haben zu leben. Leben ohne dass sich Leute einmischen, deren größte Sorge es zu sein scheint, andere daran zu hindern so zu leben wie sie wollen.
"Verzerrte Werte"? Die religiösen Weltbilder der verschiedenen großen und kleinen Sekten, die uns ständig zu tyrannisieren versuchen, diese Weltbilder sind doch alle gegeneinander "verzerrt". Ah ja, die katholische Sekte ist natürlich unverzerrt, denn deren Weltbild ist ja "normal". Zumindest für jene, die nach ihrer Geburt zwangskatholisiert wurden und nie wieder rausgefunden haben :)
...ist erstaunlich, sondern das Gewicht, das viele menschen deren Ansichten (noch immer) zumessen.
Sollen "die Religiösen" doch meinen, glauben, sagen, vertreten, was sie wollen, es ist ihr gutes Rechts wie jedermans. Niemand muss sich speziell darum kümmern. Man muss es nichtmal kommentieren.
Wo ist das Problem?
grundsätzlich kann ich mir eine rechtliche anerkennung polyamouröser beziehungen für irgendwann in der zukunft schon vorstellen, voraussetzung dafür wäre meiner meinung nach aber eine überwindung patriarchaler normen und strukturen in unserer gesellschaft. denn solange die vorhanden sind, seh ich die gefahr, daß es fast nur auf polygynie und so gut wie nie auf polyandrie hinausläuft, was ziemlich gefährlich wäre (wie das ja in islamischen ländern der fall ist).
Würde aber bedeuten dass Sie bereits jetzt einer Polyandrie zustimmen aber einer Polygynie nicht - sorry, dass finde ich auch nicht richtig!
Es kann doch in einem patriarchalischen System auch Menschen geben die über diesen Dingen stehen und denen müßte man auch schon jetzt eine rechtliche Basis zugestehen!?!
Einfacher noch:
Kann bitte jede/r/s so tun dürfen wie er/sie/es möchte, solange er/sie/es niemandem schadet?
Und, nein, die "Konfrontation mit verzerrten Werten" zählt nicht als Schaden :)
Worauf ich rauswill: es gibt da überhaupt keinen Regelungsbedarf. Das sind Menschen, die in einer bestimmten Weise zueinander stehen, und die möchten, dass das von staatlichen und sonstigen Institutionen genau so anerkannt wird, wie es anerkannt wird, wenn andere Menschen in sogenannten "normalen" Konfigurationen zueinander stehen.
Moral ist etwas, das man besser für sich hat, nicht für Andere.
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.