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Ein Klassiker der zweiten Frauenbewegung: "The Dialectic of Sex: The Case for Feminist Revolution".
Shulamith Firestone, Autorin von "The Dialectic of Sex" und Mitgründerin mehrerer radikalfeministischer Gruppen, ist im Alter von 67 Jahren gestorben. Firestone stand in einer Reihe mit wichtigen US-amerikanischen Feministinnen wie Betty Friedan und Kate Millett.
Firestone studierte an der Washington University in St. Louis, danach absolvierte sie ein Studium am Art Institute of Chicago (1967). Zu dieser Zeit war sie bereits an der Gründung einer feministischen Gruppe beteiligt, der "Westside Group".
Nach ihrem Umzug nach New York engagierte sie sich weiter für Frauenrechte und gründete mit anderen weitere feministische Organisationen, die sich als Alternativen zu etablierten Gruppen wie der unter anderem von Betty Friedan gegründeten National Organization for Women (NOW) verstanden: die "New York Radical Women", die "Redstockings" und die "New York Radical Feminists".
Ihr vielbeachtetes Buch "The Dialectic of Sex" ("Frauenbefreiung und sexuelle Revolution") erschien 1970. Darin analysiert sie, unter anderem auf Basis des Marxismus, die Gründe für die Unterdrückung von Frauen. Ziel müsse sein, dass nicht nur die Privilegien bestimmter Klassen abgeschafft werden, sondern dass die Klassenunterschiede an sich verschwinden. Das müsse auch für die Privilegien von Männern gelten: Nicht nur diese müssten bekämpft werden, sondern die Unterschiede zwischen den Geschlechtern an sich.
Neben Marx fand Firestone bei Sigmund Freud und Simone de Beauvoir weitere theoretische Bezüge.
Für Firestone lag ein wesentlicher Grund für die Unterdrückung von Frauen in der Möglichkeit, Kinder zu gebären. Daher hatte sie die Vision einer Gesellschaft, in der Reproduktion vom Geschlecht völlig getrennt ist. Diese Trennung könnte laut Firestone durch eine gänzlich künstlich gestaltete Fortpflanzung möglich werden, zum Beispiel durch eine Schwangerschaft, die außerhalb des weiblichen Körpers in einer künstlichen Gebärmutter stattfindet.
Die vielen Reaktionen, die ihr Buch - positiv wie negativ - auf sich zog, waren für Firestone nur schwer zu ertragen. In den Jahren nach der Aufregung über ihr Buch führte sie ein zurückgezogenes Leben. Sie widmete sich ihrer Leidenschaft, dem Malen, und publizierte hin und wieder Texte.
Obwohl "The Dialectic of Sex" vielfach übersetzt und zu einem wichtigen Werk der zweiten Frauenbewegung wurde, war Firestone nicht weiter an einer Karriere als Autorin interessiert.
Ihr zweites und auch letztes Buch "Airless Spaces" erschien 1998. In dieser Autobiografie beschäftigte sie sich mit Themen, die sie seit ihrer Schizophrenie-Diagnose 1980 begleiteten: dem Aufenthalt und dem Leben in einer Psychiatrie sowie der Institutionalisierung psychiatrischer Anstalten.
Firestone wurde am Dienstag tot in ihrer Wohnung im East Village in Manhattan gefunden. Laut ihrer Schwester Laya Firestone ist sie eines natürlichen Todes gestorben, berichtete die "New York Times". Shulamith Firestone wurde 67 Jahre alt. (beaha, dieStandard.at, 31.8.2012)
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