Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate

Veronika Eberhart und Julia Mitterbauer sind "Plaided".

Plaided: Playdate, fettkakao 2012

"Just Friends and Lovers" aus Graz.

7": This Tune/Laura auf Fettkakao Recordings
Wer sich dort noch nie verirrt hat, gehört zu den Ausnahmen: Der Matzleinsdorferplatz ist einer der unwirtlichsten Plätze Wiens, oben wie auch unter der Erde mit seinen vielen gekachelten, kalten und verwirrenden Wegen zu S-und Straßenbahnen. Die Band Plaided hat diesem Platz einen Song gewidmet und ihn auch dort performt - in einem Fachgeschäft für Feuerwerkskörper.
Es sind diese Eigenschaften, die den Ort für sie besonders machen. Auch in der Musik von Plaided spielt das Unperfekte, selbst angeeignete eine große Rolle: Das Spielen von Gitarre, Bass und Schlagzeug haben sie sich im Proberaum "beim Spielen, Lachen und Weinen" beigebracht, ihre Texte entstehen über Bilder, zu denen Sängerin Veronika Eberhart frei assoziiert.
Quelle: www.youtube.com; Das Video zu Oh My Dog! ist von autooo
Die Ergebnisse dieser nunmehr sieben Jahre dauernden Zusammenarbeit von Eberhart und Julia Mitterbauer (ab 2005 in der Band Ilsebill, ab 2008 dann als Duo Plaided) kann aktuell auf ihrem ersten Longplayer "Playdate" nachgehört werden. Auf den 12 Gitarren-Popstücken vereinen die zwei Musikerinnen die Coolness von Sonic Youth, die Wut von Team Dresch und die Melancholie von Yo La Tengo - und stehen dabei klanglich doch für sich allein.
Reicher Hörschatz
"Playdate" hört man den reichen Hörschatz einer Adoleszenz mit Indie, Hardcore, Punk und Soul an. Erst mit etwa 25 wurde das passive Hören ins Aktive umgesetzt. Ein Umstand, der nicht zuletzt beim Touren zutage tritt: "Die Bands, mit denen wir heute spielen, sind zumeist 10 Jahre jünger als wir", so Eberhart.
Dass Frauen möglichst früh in Berührung mit dem aktiven Musikmachen kommen, ist Eberhart ein großes Anliegen. Als Ende August das Girls Rock Camp Niederösterreich über die Bühne ging, war die Sängerin erneut als Coach dabei: "Als Jugendliche hätte ich mir so einen inspirierenden Kontext für mich gewünscht. Heute habe ich selbst Wissen weiterzugeben, und das möchte ich auf diesem Weg tun."
Do it yourself
Wenn sie jetzt Anfang September zu ihrer ersten USA-Tour aufbrechen, geht für Plaided ein Wunschtraum in Erfüllung. Möglich wird das internationale Touren für eine Band in der Größenordnung von Plaided durch das internationale Do-it-yourself-Netzwerk (DIY), an dem ihr Label fettkakao hängt. "Do it yourself" ist für Eberhart ein wichtiges Prinzip, jedoch legt sie Wert auf eine Klarstellung: "DIY bedeutet für uns, dass wir uns aussuchen, mit wem wir zusammenarbeiten. Es heißt nicht, dass wir alles selbst machen müssen."
Just friends and lovers
Eine ähnliche Einstellung wie Plaided pflegen auch drei andere Frauen, die mit ihrer Band "Just Friends And Lovers" eigentlich erst seit kurzem, aber dafür umso stärker die Grazer Indie-Szene aufmischen. Veronika Adamsky, Magdalena Gasser und Lina Gärtner spielen seit Februar 2011 zusammen und haben bereits ein Split-Tape auf dem Grazer Kassettenlabel "Wilhelm show me the major label" veröffentlicht. Jetzt im Frühsommer folgte eine 7" auf Fettkakao.
Quelle: www.youtube.com, Video von Theresa Adamsky
Das erste Konzert bestritten sie gleich als Support von "Architecture in Helsinky", gefolgt von Konzertreisen durch Deutschland und Slowenien. Ihre Single "This tune" entwirft mit seinem verhallten Gitarren-Sound und kühl-mädchenhaftem Gesang eine aufregend mondäne Mischung, die im bisherigen Post Punk- und New Wave-Revival schmerzlich fehlte. Wie viele andere Bands, die auf "Wilhelm show me the major label" veröffentlichen, wurden sie im labeleigenen Studio und vom "Labelboss" höchstpersönlich gemischt.
Schwesterförderung
Ähnlich wie Plaided engagieren sich Teile von Just Friends and Lovers auch in der Popschwester-Förderung: "Eigentlich möchte ich auf die Frauenbeteiligung in Bands nicht achten müssen, aber es ist einfach zu auffällig, dass der Indie-Bereich sowohl was die Bands betrifft, als auch auf Seiten der Veranstalter und der Magazine sehr männerlastig ist", so Lina Gärtner gegenüber dieStandard.at. Aus diesem Grund startete sie gemeinsam mit Tress Traumhaft (Theresa Adamsky) die feministische Konzertreihe "Wilhelmine, show me the microphone", bei der ausschließlich Bands von Frauen bzw. gemischte Bands auftreten.
Was die nächsten Jahre in der Musik bringen, wissen die Frauen freilich nicht. Die Band ist ihnen allerdings so wichtig, dass sie vor kurzem den Pakt geschlossen haben, wenn, dann nur gemeinsam aus Graz wegzuziehen. Vorerst bleiben sie also in der steirischen Hauptstadt und feilen weiter an ihren Songs. Wie bei Plaided ist es nicht die Perfektion, die sie anspornt. Es ist die Liebe zur Musik und die Versprechen der Selbstermächtigung, die in ihr liegen. (Ina Freudenschuß, diestandard.at, 2.9.2012)
Links:
Wilhem show me the major label
Nächste Konzerte:
Plaided spielen am 3. Oktober gemeinsam mit "Deep Time" in der Wiener Arena und am 13. Oktober im Rahmen des "Gender Crash" im Brut Wien.
Just Friends and Lovers spielen am 23. November im Youki in Wels (gemeinsam mit Plaided) und am 24. November in der Kapu in Linz.
Die feministische Rezensionszeitschrift "WeiberDiwan" wird volljährig. Gefeiert wird mit einer großen Release-Party am 29. Juni
Zweiter Jury-Preis an Kollektivprojekt "Children of Srikandi" - Die 10. Ausgabe des Festivals war so gut besucht wie noch nie
In den 80ern eroberten Autorinnen das männerbesetzte Krimigenre. Krimiforscherin Brigitte Frizzoni über das Phänomen Frauenkrimi
Christiane Rösinger erzählt in "Berlin - Baku" von einem nicht besonders aufregenden Road-Trip zum Song Contest nach Aserbaidschan
Am 26. Mai wurde die Fotografie-Ausstellung "Europäerinnen" von Bettina Flitner im Frauenmuseum Hittisau eröffnet
Die Auszeichnung für populäre Musik wird von der Bibliothek des US-Kongresses in Washington vergeben
Künstler* Jakob Lena Knebl setzt mit der Installation "Schwule Sau" ein temporäres Mahnmal für die homo- und transsexuellen Opfer des Nationalsozialismus
Die Abenteuer einer jungen Möchtegern-Schriftstellerin in New York versetzen feministische Serien-Junkies weltweit in Entzücken. Was ist dran am Hype?
Am 20. April können Musikfans exklusives Vinyl in den Plattenläden erwerben - Mit dabei sind auch Luise Pop und Half Girl mit einem gemeinsamen Release
Wie weit es mit der Repräsentation weiblicher Artists in der elektronischen Musik her? Eine neue Studie des female:pressure-Netzwerks gibt die ernüchternde Antwort
Image stamme aus einer Zeit, in der man "Frauen insgesamt das Recht absprach, sexuell aktiv zu sein"
Die Performance des Regisseurs Milo Rau wird als Installation zu den Wiener Festwochen kommen
Das "Pink Noise Girls Rock Camp" vernetzt Mädchen und junge Frauen und ermutigt sie, ihr eigenes Musikprojekt auf die Beine zu stellen
Das Frauennetzwerk "FC-Gloria" schaut sich genauer an, wie Fördergelder vergeben werden
Frauengeschichtliche Stadtrundgänge im Update
Hilde Spiel durchschaute schon in jungen Jahren die Differenz der Geschlechter - Nun wurde ihr Debütroman "Kati auf der Brücke" neu aufgelegt
In den Comic-Universen der SuperheldInnen tummeln sich jede Menge queerer Gestalten - Im neuesten DC Comic von "Batwoman" gibt sich die offen lesbische Protagonistin gar heiratswillig
Von Anti-Fashion bis Zootsuit: Im jüngsten Band der Sachbuchreihe "Absolute" präsentiert Sonja Eismann Grundlagentexte zum Thema Mode
In ihrem eindringlichen Comic-Debüt erzählt Paula Bulling vom Alltag von AsylwerberInnen in Deutschland
Der dänische Regisseur Thomas Vinterberg liefert mit seinem Lynchjustiz-Drama eine klischeehafte Männlichkeitsstudie
Der Film "Hannah Arendt" erzählt vier Jahre aus dem Leben der Denkerin - Ein fesselndes Porträt
"Bitterfotze"-Autorin Maria Sveland beschreibt in ihrem neuen Roman die Ohnmacht gegenüber sexueller Gewalt
Von der Kritik als "Mädchenfilm" verlacht, ging er in die Popkultur-Geschichte ein
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.