Katholischer Verband will Regisseur verklagen

5. September 2012, 11:21
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    foto: ulrich seidl filmproduktion

Mit neuem Film "Milliarden Christen beleidigt": Schadenersatz soll in den Kampf gegen Abtreibung in Italien fließen

Venedig - Die ultrakonservative katholische Organisation "NO 194", die bei der Staatsanwaltschaft in Venedig eine Klage gegen den österreichischen Regisseur Ulrich Seidl wegen Blasphemie in seinem neuen Film "Paradies: Glaube" (der zweite Teil seiner "Paradies-Trilogie") eingereicht hat, will als Zivilkläger an einem möglichen Prozess gegen den Filmemacher teilnehmen. "Wir wollen Schadenersatz von Seidl und den anderen Angeklagten verlangen", kündigte Rechtsanwalt Pietro Guerini, Präsident der katholischen Organisation. "Seidl hat zwei Milliarden Christen auf der Welt beleidigt, für die das Kreuz ein Symbol ihrer Religion ist."

Gelder sollen in Prolife-Aktivitäten fließen

Den Schadenersatz will der Rechtsanwalt für Benefizzwecke spenden, oder zur Finanzierung seiner Organisation nutzen, die sich in Italien für die Abschaffung des Gesetzes starkmacht, das seit den 1970er Jahren einen legalen Schwangerschaftsabbruch ermöglicht. Laut Guerini werde das Gericht in Venedig in etwa drei Monaten entscheiden, ob es zum Prozess gegen Seidl, die Schauspielerin Maria Hofstätter, die Filmproduzenten, sowie die Leiter des Filmfestivals von Venedig kommt.

Inhalt

In dem zweiten Teil der Seidl-Trilogie geht es um eine ältere Frau, die sich vollkommen dem Glauben an Jesus verschrieben hat. Ihren Urlaub verbringt sie damit, mit 40 cm großen Wandermuttergottes-Statuen missionierend von Haus zu Haus zu gehen. Als eines Tages ihr Ehemann, ein Ägypter und Moslem, nach Jahren der Abwesenheit aus Ägypten zurückkommt, beginnt ein Kleinkrieg um Ehe und Religion.

Verteidiger verweist auf Gesetzeslage

"Ich hoffe, dass der Richter nicht politisch handelt, sondern das geltende Gesetz anwendet, das die Beleidigung einer Religion durch die Verleumdung ihrer Gläubigen bestraft", meinte Guerini. Für dieses Vergehen ist laut dem italienischen Strafgesetzbuch eine Geldstrafe bis zu 5.000 Euro vorgesehen.

"Uns geht es aber nicht so sehr um die Strafe, sondern um die Verurteilung. Man muss religiöse Symbole respektieren. Das gilt natürlich auch für moslemische, oder jüdische Symbole. Ich bin der Meinung, dass zwei Milliarden Christen nicht mit Obszönitäten beleidigt werden dürfen", so Guerini. (APA, 5.9.2012)

Der Trailer zu "Paradies: Glauben":

Quelle: www.youtube.com 

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Eine bessere PR könnte sich Seidl nicht wünschen! :-))

danke für ihr vorbildliches wirken!

ich werde auch eine klage einbringen, gegen ein paar christliche religionsgemeinschaften, weil sie meine gefühle durch das offensive zurschaustellen eines foltergeräts verletzen.

schauma mal, was rauskommt.

da bin ich dabei

Und was ist der Punkt wodurch er sich beleidigt fuehlt? Abgesehen davon, dass mich jede Religion beleidigt.

"Man muss religiöse Symbole respektieren."

Seh ich nicht so. Man muss religiöse Symbole kritisieren, vor allem solche mit an Händen und Füßen angenagelten Halbnackten im Todeskampf, deren Anblick vor allem bei Kindern traumatisch sein kann.

Warum soll man das nicht sehen ?

Das ist Menschheitsgeschichte. Das ist lange gelebte Praxis die langsam überwunden wurde.

Das sind unsere Ahnen; und dabei auch gar nicht religiös.

Du bist beleidigt. Die wurden so umgebracht.

zB: nur weil Sie als Sklaven flohnen.

Das kannst Du ruhig hin und wieder sehen.

Um innezuhalten. Die menschliche Natur ist zu so etwas fähig.

Biologisch hat sich da nicht viel geändert.

Georg

Masturbieren...

ist auch lange gelebte Praxis.

Ekelhaft,

diese religiösen Fanatiker.
Übrigens: deren Pro Life-Aktivitäten beleidigen MICH zutiefst - wo bleibt jetzt meine Entschädigung?

Klagen nicht vergessen! :-))

Lächerlich.

So ein Aufheben machen. Das lenkt medial wieder die Blicke weg von vielen relativ unscheinbaren christlichen Aktivitäten; zeigt Millionen: das ist Christentum: Streiten vor Gericht.

aber bei zwei Milliarden können wirklich auch einige dabei sein, die den wirklichen christlichen Weg noch nicht gefunden haben.

Mit neuem Film "Milliarden Christen beleidigt": Schadenersatz soll in den Kampf gegen Abtreibung in Italien fließen

Milliarden Christen beleidigt? Wenn das wahr ist (was ich nicht glaube), dann müsste die Entschädigungszahlung an alle Christen gehen nicht nur an die italienischen Fundamentalisten!

minus 1

mich hat er damit nicht beleidigt

OK, 2,57 Milliarden minus 1

Ich bin schon ausgetreten.

habe diese reaktionären pfaffen noch nichts von

meinungsfreiheit und der freiheit der kunst gehört? im übrigen bin ich ziemlich sicher dass seidl auf bewährte art vorgegangen ist und verdammt nah an der wirklichkeit dran ist. sowas von lächerlich. ich hoffe die klage wird medial gross aufgebauscht und seidl bekommt viel pr.

Gut so, Katholenmuftis - schön Werbung für den Film machen :)

Eine starke Behauptung

Hat Herr Guerini tatsächlich alle zwei Milliarden Christen gefragt, ob sie beleidigt sind? Gewiss nicht. Sein Vorgehen entspricht genau dem Vorgehen islamischer Geistlicher im Karikaturenstreit. Diese Karikaturen hat kaum ein Moslem je gesehen, aber sie haben die neurotische Hysterie der Gläubigen aufgehetzt. Genau das versucht nun auch Herr Guerini.
Ein sich als säkulär verstehender Staat kann Blasphemie nicht als Straftatbestand anerkennen. Da jede Religion aus einer bunten Zahl von Neurosen hervorgeht, existiert Blasphemie nur für ekklesiogene Neurotiker. Neurosen gehören therapiert, aber nicht strafrechtlich verfolgt.
Religionsfreiheit kann nicht Freiheit für Wahnvorstellungen bedeuten.

Kann bitte irgendjemand mal kundtun, was eigentlich kritisiert wird?

Immerhin geht die Kirche (bzw. NO 194) einem ordentlichen Rechtsweg nach, das macht sie schon um einiges zivilisierter als andere Religionsfanatiker.

Trotzdem ist es lächerlich wegen so etwas zu klagen.

Was ist am Einreichen einer aussichtslosen Klage so interessant, dass die Medien darüber berichten müssen?

Interessant ist das Honorar für den Anwalt, aber darüber wird leider nichts berichtet.

lg mensch

Ich fühle mich nicht beleidigt.

katholische vorstellung von ausgleichender gerechtigkeit:

wenn in einem film im angesicht des kreuzes hand angelegt wird, dann müssen vor einer abtreibungsklinik ein paar plastikföten geschwungen werden.

man stelle sich vor, das kreuz wäre nicht an der wand geblieben, sondern... - dann wären wohl etliche zwangs-schwangerschaften fällig.

Und wieviele Christen haben die katholischen Kinderschänder beleidigt?

Die Kirche reagiert eigentlich schon eigenartig.
Vom Papst kommt keine Stellungnahme zu den Kinder schändenden Priestern, welche zum Teil noch om Dienst sind.
Die kath. Kirche soll zuerst vor der eigenen Tür kehren
und an ihre jahrhunderte langen Verbrechen zurückdenken.

Ein Gesetz gegen Blasphemie ist einer intelligenten Species nicht würdig und hat in einer aufgeklärten Gesellschaft nichts verloren!

Auch wenn die Menschen, die vermeintlich "Blasphemie" (vermeintlich, denn irgendjemand muss etwas definiert haben) begangen haben nicht mehr grausam zu Tode gefoltert werden, ist allein ein solches Gesetz eine grosse Zumutung und gehört schnellstmöglich abgeschafft!

"Seidl hat zwei Milliarden Christen auf der Welt beleidigt, für die das Kreuz ein Symbol ihrer Religion ist."

So ein Schwachsinn!

Ich bezweifle, dass auch nur ein Prozent der Christen der Welt überhaupt jemals sehen werden, um davon überhaupt erst mal beleidigt sein zu KÖNNEN.

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