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Wer Reflexionspausen über die die Arbeitsrealität in so manchem "Frauenberuf", Fakten zur "Gläsernen Decke" oder zum Gender Pay Gap erwartet, sucht in "The End of Men" vergebens. Rosin hat hier eine neoliberale Vision vom Matriarchat entworfen.
New York - Der Titel ihres Buches, das im September in den USA erschienen ist und Anfang 2013 nun auch auf deutsch erhältlich ist, formuliert eine klare Prognose: "The End of Men: And the Rise of Women" (Das Ende der Männer: Und der Aufstieg der Frauen). Doch die Autorin Hanna Rosin ist sich gar nicht so sicher, ob das stimmt.
Neoliberale Vision vom "globalen Matriarchat"
"Es ist ein unausstehlicher Titel", sagt sie und kritisiert damit auch ihre gleichnamige Aufmachergeschichte am Magazin "The Atlantic" aus dem Jahr 2010, die Ausgangspunkt für ihr Buchprojekt war. "Um diese Aussage treffen zu können, müsste ich daran glauben, dass Frauenhirne so und die der Männer anders funktionieren, und dass die Wirtschaft gerade erstere vorzieht."
Die US-Journalistin Rosin, Chefredakteurin des "Atlantic" und Mitbegründerin von "DoubleX", der Frauenwebseite des Magazins "Slate", hat über zwei Jahre hinweg zu geschlechterspezifischer Performance in Gesellschaft und Wirtschaft recherchiert. In ihr Bild von einem "neuen globalen Matriarchat" bezieht sie unterschiedlichste Aspekte, Daten und Anekdoten mit ein. Woran sie nach dieser Zeit aber glaubt: Dass Frauen künftig mehr Brötchen als ihre Männer nach Hause bringen werden, um ihre Familie zu ernähren.
Dominanz in Wachstumsbranchen
Frauen, meint sie, konnten sich schneller an die neuen Anforderungen des Marktes anpassen: Die höhere Frauenquote bei Uniabschlüssen und in den Berufen rasant wachsender Branchen wie Care-Ökonomie und Rechnungswesen würden dies zeigen. Die Männer dagegen blieben im schrumpfenden Baugewerbe, in der Produktion oder anderen traditionell männlich besetzten Feldern kleben.
Für die zunehmende Dominanz der Frauen führt Rosin die Feminisierung der Pharmazie als Beispiel an. Am entsprechenden Institut der University of Wisconsin sind 62 Prozent der StudienanfängerInnen weiblich, hat sich die Journalistin persönlich überzeugt. Manche junge Frauen treibe das sechsstellige in Aussicht stehende Gehalt an, sagt sie; eine weitere stelle sich vor, wie schön es wäre, von ihrem Mann mit frisch gebackenen Keksen begrüßt zu werden, wenn sie von der Arbeit heimkommt.
"Die Ökonomie ist derzeit unglaublich schwer einzuschätzen. Sie spuckt pausenlos irgendwelche neuen Jobs aus, also stellt sich die Frage, wer verfügbar und bereit dazu ist, sie zu übernehmen. Auf jeden Fall sind das nicht die Männer", steht für Rosin fest.
Zahlenhäppchen
Für sie sind die Nachfrage an weiblich besetzten Dienstleistungen und das zunehmende Wachstum in diesen "Frauenbranchen" Indikatoren dafür, dass Frauen das Rennen machen - wirtschaftlich. "Von 30 Berufen, die in den nächsten zehn Jahren die meisten Arbeitsplätze generieren sollen, werden 20 von Frauen dominiert", schreibt sie. Ihr Buch präsentiert eine breite Palette von Daten, die sie punktuell anführt; wie zum Beispiel, dass in den USA 51 Prozent der ManagerInnenjobs und fast 60 Prozent der Bachelor-Abschlüsse von Frauen gemacht werden.
Keine Rede von Lohnschere oder Niedriglohn
Was sie allerdings auslässt, sind die Reflexionspausen über die Arbeitsrealität in so manchem "Frauenberuf" wie der Pflege: Niedriges Ansehen, niedrige Löhne, wenige Gratifikationen. Auch von der "Gläsernen Decke", die das Phänomen beschreibt, dass kaum Frauen bis in die oberen Etagen von Unternehmen aufsteigen, liest man in ihrem Buch nichts. Oder vom Gender Pay Gap, der geschlechterspezifischen Lohnschere, wonach Frauen(berufe) schlechter bezahlt werden als Männer(berufe), und die in den USA bei cirka 20 Prozent liegt.
Diese negativen Aspekte seien "Anachronismen", die ihre Aussage vom Aufstieg der Frauen nur noch verdeutlichen würden - und ja, Rosin bleibt dabei: Frauen seien die neuen Familienerhalterinnen, und die Arbeitskultur müsse darüber reflektieren. "Wenn die Hälfte der Belegschaft Frauen sind, kann man doch nicht länger so tun, als lebten wir in einem Land, in dem die Männer die Arbeit machen - gerade in einem Land, in dem so wenige Frauen beim Kind daheim bleiben. Wir leben in dem einzigen westlichen Industrieland, in dem es keinen Mutterschutz gibt."
Widerstand gegen weiblichen Erfolg
Die Sicht auf Arbeit, ob bezahlte oder unbezahlte, verändere sich leider nur langsam: Nach wie vor verrichten Frauen den Großteil der Hausarbeit, auch wenn sie Vollzeit arbeiten, betont Rosin. "Ich denke, eine 'kulturelle Blockade' hindert Männer daran, mehr in häusliche Rollen vorzudringen. Unsere Vorstellung von Männern und ihrem Verhalten muss sich ändern, stark ändern, damit wir diese letzte Barriere durchbrechen können."
Ihr Buch, in der heißen Phase vor dem US-Präsidentschaftswahlkampf im November erschienen, bleibt überraschend still, was die Themen Verhütung und Abtreibung anbelangt. "The End of Men" schweigt sich zum legislativen Backlash gegen Frauen, von DemokratInnen "War on Women" (Krieg gegen Frauen) genannt, aus. Nachgefragt meint Rosin, dass dieser eine Reaktion auf die wachsende Sichtbarkeit weiblichen Erfolgs sei: "Der einzige Grund, warum man Verhütung ins Spiel bringt, ist, weil sie eng mit dem Aufstieg der Frauen verbunden ist." Das sei eine hinterlistige Methode, mit dem man Frauen zurückzudrängen versuche, ohne es offen zugeben zu müssen.
Nur ein Ende für Macho-Vorstellungen
Trotz allen Argumenten, die Rosin für das "globale Matriarchat" anführt, müssen die Männer ihr "Ende" nicht beweinen: Dieser Rollenwechsel sei für beide Geschlechter ein Fortschritt weg von strengen Verhaltensnormen. Ein Beispiel: ManagerInnen einer Offshore-Ölfirma haben versucht, ihren Arbeitern das Macho-Gehabe auszutreiben - der Arbeitssicherheit wegen, beschreibt Rosins Buch eine Studie. Die Männer wurden mittels Trainigs "netter und sanfter" und die Unfälle weniger.
Diese Studie habe sie tief berührt, sagt Rosin, weil sie zeigt, dass es möglich ist, Geschlechterstereotypen hinter sich zu lassen. "Selbst die ärgsten Macho-Typen können sich akkulturieren, und sich komplett von dem Bild, das sie von sich hatten, wegentwickeln." (Reuters/red, dieStandard.at, 11.9.2012)
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...eine kalte, untergehende, US-Amerikanische, weiße, wettbewerbsorientierte Dominanzkultur für die Welt hält. Aber das ist ein Grundproblem der Proponenten eben dieser Kultur.
...Sie daher die gesellschaftliche Realität in anderen Gesellschaften, vertikal und horizontal, ausblendet
...Sie ohne differenziertes Modell von genetischem, biologischem, hormonellem, sexuellem und sozialem Geschlecht arbeitet.
...nur die ehemals auf das männliche Rollenbild projizierten dominatorischen Konzepte auf das weibliche überträgt
Hingegen Riane Eisler:
Sie befreit imho das Individum durch den kritschen Vergleich von "dominatorischer" und "kooperativer" Interaktion von diesen festgelegten Rollenzuschreibungen. Diese sind größtenteils sozialisiert.
Aber wozu braucht schon ein Kind sowas wie Liebe, Führung und Vorbildcharakter. Solche Lebensverwirklichungen gehen nur bei Singles oder Paaren die kein Kind wollen, bei anderen wird es über kurz oder lang einer von beiden Partner längerfristig zu hause sein müssen (auch ohne Macho sein kann man sagen, dass das die Frau ist, schon aus dem Grund weil sie nun mal die erste Zeit schon beim Kind sein muss). Allerdings sollten beide Eltern schauen ihren Kindern aufmerksamkeit und ERziehugn zu schenken.
Der Inhalt des Buches scheint ja so jenseitig zu sein, dass eine Diskussion darüber (über den Inhalt) sowieso obsolet ist.
Da will einfach jemand mit einem knackigen Titel ein wenig provozieren und gut dabei verdienen.
Vielleicht sollte ich auch ein Buch schreiben ...
"Die höhere Frauenquote bei Uniabschlüssen und in den Berufen rasant wachsender Branchen wie Care-Ökonomie und Rechnungswesen würden dies zeigen. Die Männer dagegen blieben im schrumpfenden Baugewerbe, in der Produktion oder anderen traditionell männlich besetzten Feldern kleben."
Jetzt darf aber mal geraten werden, welche dummen Ochsen sehr viel arbeiten und sehr viele STeuern zahlen müssen um diese aufstrebende Care-Ökonomie (mancher würde es vielleicht Paternalismus-Industrie nennen) zu finanzieren.
Und natürlich haben aufstrebende Rechnungswesen-Konzerne wie Porr und Strabag längst erkannt, dass man mit unrentablen Bauabteilungen nix mehr reißen kann.
da fällt mir ein Zitat, weiss aber ned von wem: "Frauen versuchen einen Mann solange zu verändern, bis er ihr nicht mehr gefällt."
.. und welche Frau will schon einen lieben Mann - bitteschön!?
Da zählen Körpergröße, Einkommen, Haus, Auto, Status, Intelligenz, in welchen Kreisen verkehrt er, ..
Was ist er und was hat er und nicht wer ist er.
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