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Straßburg - Das Fehlen einer Kandidatin für den neu zu besetzenden Posten im Direktorium der Europäischen Zentralbank (EZB) sorgt weiter für Unmut im Europaparlament. Der sozialdemokratische Fraktionschef Hannes Swoboda schrieb dazu am Dienstag in einem offenen Brief an EU-Justizkommissarin Viviane Reding: "Ihre Dienste bereiten gerade eine Verordnung zu einer ausgewogenen Verteilung der Geschlechter in Aufsichtsräten vor (...) Die Europäische Union kann sich nicht weniger herausfordernde Standards setzen, als sie für den Privatsektor vorschlägt."
Anhörung des einzigen Kandidaten verschoben
Es sei daher wichtig, dass die EU eine starke Verpflichtung zu einer ausgewogenen Geschlechterverteilung in den Institutionen wie EZB, ESM und EU-Agenturen eingehe. Wegen einer fehlenden Kandidatin für den EZB-Posten hat das Europaparlament die für den gestrigen Montag geplante Anhörung des einzigen Kandidaten, des Luxemburgers Yves Mersch, verschoben. Swoboda betonte diese Entscheidung stelle nicht die "herausragenden Qualifikationen und die Erfahrung" von Mersch in Frage, sondern sei Ausdruck wachsender Sorge über das sich verschärfende Geschlechter-Ungleichgewicht in den EZB-Gremien.
Nicht Jahre verstreichen lassen
Bereits im Mai habe der zuständige Wirtschaftsausschuss des EU-Parlaments einen umfassenderen Vorschlag verlangt, sagte die grüne Europasprecherin Ulrike Lunacek. Der Ball liege nun beim EU-Ministerrat. Für die sozialdemokratische Fraktion sei es nicht akzeptabel, dass im EZB-Direktorium nur Männer sitzen sollen, sagte SPÖ-Delegationsleiter Jörg Leichtfried. Die nächste Änderungsmöglichkeit gebe es erst 2018. "Ich bin mir sicher, dass es eine vernünftige Lösung gibt, aber es ist notwendig, dass das Europäische Parlament einmal auf den Putz haut", sagte die SPÖ-Europaabgeordnete Evelyn Regner.
Fachlich keine Einwände
Der Vizepräsident des EU-Parlaments und ÖVP-Delegationsleiter, Othmar Karas, - selbst Mitglied im Wirtschaftsausschuss - plädierte dafür, die Zusammensetzung des EZB-Direktoriums politisch getrennt vom Fall Mersch zu diskutieren. Der Ausschuss sollte den vorgeschlagenen Kandidaten Mersch beurteilen. Fachlich gebe es keine Einwände gegen Mersch. Die politische Debatte sollte nicht an einer Person festgemacht werden. (APA, 11.9.2012)
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...und um genau das geht es hier, wenn sich keine Kandidatin bewirbt, dann kann man sie auch nicht zu ihrem Glück zwingen. Die Möglichkeiten für eine Bewerbung bestehen für Frauen im gleichen Maße wie für Männer - keine wird gehindert. Frauen mit Gewalt (und offensichtlich gegen ihren Willen) in derartige Posten zu stecken, kann ja auch nicht das Ziel der Sache sein.
Swoboda und Reding und ähnliche Kaliber wollen das so - "Gerechtigkeit muß sein!" - und die wird man dann halt nehmen.
Daß die Qualität bei dieser Methode tendenziell auf der Strecke bleibt: egal. Geht ja nicht um eine kleine Dorf-Bankfiliale sondern nur um Europa...
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