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Überraschende Diagnose: Dass der Wechsel bereits vor dem 40. Lebensjahr einsetzen könnte, damit rechnen Frauen im Allgemeinen nicht.

Sigrid Sator: Frühe Wechseljahre - Was Frauen wissen
wollen
Patmos Verlag 2011,
€ 14,90.
Buchtipp: Hunderttausende Frauen kommen früher als der Durchschnitt in die Wechseljahre. Für viele ist es ein Schock. Mancher Kinderwunsch bleibt unerfüllt, die weibliche Identität gerät ins Wanken, auch die Partnerschaft leidet. Was sind die Ursachen früher Wechseljahre, was sind die Folgen?
"Schweißausbrüche in den seltsamsten Situationen: nach dem Duschen, beim Essen - sogar, wenn ich Eis aß, oder gemütlich auf der Couch saß. Einfach so, aus dem Nichts", berichtet Karina S. (37). "Zuerst dachte ich mir nicht viel dabei. Doch als die Schweißausbrüche immer häufiger wurden, ahnte ich, dass ich in den vorzeitigen Wechsel gekommen bin. Mittlerweile schwitze ich so stark, dass ich bis zu drei T-Shirts am Tag verbrauche".
Mangelnde Aufklärung
Frühzeitig auftretende Wechseljahrsymptome wie Schweißausbrüche, Hitzewallungen, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen oder Gewichtszunahme lösen bei den betroffenen Frauen oft große Verunsicherung aus. Sie fühlen sich mit ihrem Problem allein gelassen und nicht ernst genommen. Besonders dramatisch empfinden sie diese Veränderungen, wenn sie noch einen Kinderwunsch haben. So auch Katharina M., die sich "wie eine Außerirdische unter Gleichaltrigen" vorkam: "Meine Gynäkologin konnte mit meinem Zustand nichts anfangen und empfahl mir die gängige Wechseljahr-Literatur, die sich an Frauen um die 50 richtet. Doch ich war erst 34 und wünschte mir ein Kind".
Die früh- oder vorzeitigen Wechseljahre scheinen ein Tabu zu sein, denn Aufklärung gibt es so gut wie keine. Dabei wird die Diagnose nicht gerade selten gestellt. Bis zu zwölf Prozent der unter 40-Jährigen seien vom Klimakterium präcox betroffen, schätzen Expertinnen. Unter dem Phänomen wird verstanden, dass die Eierstöcke die Östrogen-Produktion noch vor dem 40. Lebensjahr einstellen, wodurch es zu keinem Eisprung mehr kommt und die Menstruation ausbleibt. Normalerweise umfassen die Wechseljahre eine Zeitspanne, die um den 40. Geburtstag herum beginnt - einhergehend mit zunehmend unregelmäßigen Zyklen und oben beschriebenen Symptomen - und etwa zwischen dem 50. und 55. Lebensjahr mit der Menopause endet.
Mögliche Ursachen individuell abklären
Auch über die verschiedenen Ursachen des vorzeitigen Klimakteriums werden Betroffene nur unzureichend informiert. Dabei sind diese - zumindest teilweise - bekannt. Neben der Entfernung von Eierstöcken und/oder Gebärmutter, die vorzeitig in die Wechseljahre führen können, seien vor allem genetische Defekte für die früh erlöschende Ovarialfunktion verantwortlich, erklärt die Wiener Gynäkologin und Homöopathin Micha Bitschnau, Oberärztin an der Privatklinik Döbling. "Als Ursache kennt man auch Chromosomenanomalien und Autoimmunerkrankungen wie Schilddrüsenkrankheiten. Fehlgeleitete Abwehrmechanismen wie sie bei Autoimmunerkrankungen typisch sind, können die Funktion der Eierstöcke blockieren", führt Bitschnau weiter aus. Weitere Auslöser seien Virusinfektionen und exogene Faktoren wie Chemotherapie und Radiotherapie. Allerdings könne es noch Jahre nach einer solchen Therapie zu einer spontanen Wiederaufnahme der Ovarialfunktion kommen. Auch Rauchen, häufige Menstruationsblutungen in kurzen Zyklen und eine vegetarische Ernährung begünstigen den vorzeitigen Wechsel.
Eine Pauschalantwort, was betroffene Frauen tun können, gibt es folglich nicht. Das Um und Auf sei in jedem einzelnen Fall eine ganz persönliche Abklärung der körperlichen Veränderungen, meint Sigrid Sator, Coach und Autorin des Buches "Frühe Wechseljahre" (siehe Buchtipp): "Sie brauchen jetzt keine Fließband-Sprechstunde, keine 08/15-Behandlung und -Therapie!" Zuallererst sollte eine vertrauensvolle Ärztin aufgesucht werden, um sich Klarheit über den Hormonstatus zu verschaffen. Auf der psychischen Ebene gehe es darum, die vorzeitigen Wechseljahre als "seelische Übergangsphase" zu verstehen, die zwar belastend sein und mit unerwartenden Ups und Downs einhergehen könne, aber eben nur eine vorübergehende Phase ist. Wichtig sei in dieser Situation, die momentanen Bedürfnisse ernst zu nehmen: "Gehen Sie Ihren Interessen nach, und lernen Sie Nein zu sagen. Je kongruenter Sie leben - also so, dass Worte und Verhalten übereinstimmen -, umso gestärkter werden Sie aus dieser Phase hervortreten", schreibt Sator.
Psychische Faktoren berücksichtigen
Auch Gynäkologin Bitschnau plädiert für ein ganzheitliches, individuell abgestimmtes Behandlungsmodell, in dem auch die psychischen Faktoren berücksichtigt werden sollten. Denn die Beschwerden, die in den frühzeitigen wie auch normalen Wechseljahren auftreten können, würden einen inneren Konflikt anzeigen, der den problemlosen Übergang in den neuen Lebensabschnitt einer Frau nicht zulässt. "Den gilt es zu verstehen und zu lösen", meint Bitschnau. "In unserem Kulturkreis stehen Frauen unter Druck, jung, dynamisch, schön, fruchtbar und leistungsstark zu wirken. Dazu passen die körperlichen und geistigen Veränderungen in den Wechseljahren nicht". Wenn Frauen allerdings gerade in dieser Phase anstelle des "Funktionierens" ihre Energien für sich und ihre eigene Entwicklung nutzen, gehe es ihnen gleich besser, so Bitschnau. Sie verweist auf asiatische und afrikanische Kulturen, in denen Wechselbeschwerden nur selten auftreten würden. Denn hier werde "Frauen mit der Menopause eine neue Ehrfurcht und Hochachtung entgegengebracht, weil sie durch das Ende der reproduktiven Lebensphase in den Rang der 'weisen Frau', der Beraterin treten".
Behandlung mit Homöopathie oder TCM
Welche Art der Behandlung für die Patientin am idealsten ist, hängt also von ihren individuellen Symptomen ab. Ein wesentlicher Faktor bei der Wahl der geeigneten Methode sei auch die Einstellung der Frau zur Hormonersatztherapie. "Viele Frauen fühlen sich mit künstlichen Hormonen nicht wohl, sie verlangen nach Alternativvorschlägen", erklärt die Gynäkologin, die in diesen Fällen mit homöopathischer Therapie oder TCM gute Erfolge verzeichnen kann. "Oft bedarf es begleitend dazu eines systemischen Coachings, das der Frau bei der Umorientierung in die neue Lebensphase hilft. Die Kombination des Coachings mit Homöopathie hilft immerhin neun von zehn Patientinnen". Übrigens auch Frauen, die noch einen Kinderwunsch haben. Denn durch die klassische Homöopathie oder TCM ließen sich die Ovarien zumeist wieder stimulieren und der Menstruationszyklus kehre zurück, weiß Bitschnau. Jedenfalls brauche frau nicht gleich in Panik verfallen, die ovarielle Funktion kann auch vorübergehend eingeschränkt sein, und nur im äußersten Fall müsse ein Versuch mit hochdosierten Hormongaben gestartet werden.
Allgemein sei die Hormonersatztherapie nur dann eine Option, wenn den Wechselbeschwerden komplementärmedizinisch nicht beizukommen ist, oder die Patientin keine Auseinandersetzung mit dem Wechsel wolle. "Sie muss aber so nieder und so kurz wie möglich verordnet werden", so Bitschnau.
Allgemeine Tipps
Auch die Ernährung sollte auf die individuellen Bedürfnisse einer Frau abgestimmt sein. „Daher ist nicht jede Diät für jede Frau geeignet", ist die Gynäkologin überzeugt. Zur Linderung von Schweißausbrüchen hätten sich allerdings die Einnahme von Phytoöstrogenen (z.B. in Soja, Leinsamen, Vollkorngetreide) und Teemischungen mit Salbei, Rotklee und Traubensilberkerze bewährt. Ein wesentlicher Faktor zur Beschwerdelinderung sei in jedem Fall Bewegung: "Luna-Yoga reguliert das endokrinologische System, entspannt und stärkt das Gewebe. Bewegung an der frischen Luft und vor allem Tanzen schütten Endorphine aus und vermindern damit Wechselbeschwerden körperlicher und psychischer Natur. Sport, bei dem die Knochen belastet werden, verhindert Knochenabbau, was im Klimakterium essentiell ist. Aber auch hier gilt: Die Bewegungsart muss zur jeweiligen Patientin passen und von ihr als angenehm, stimulierend und lustvoll empfunden werden, um einen positiven Effekt zu haben", meint Micha Bitschnau abschließend. "Und je wohler, glücklicher und innerlich freier sich eine Frau fühlt, umso weniger Beschwerden hat sie". (Dagmar Buchta, dieStandard.at, 19.9.2012)
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Wie unpackbar anmassend.
Wer also der meinung ist, Quacksalberei funktioniere nicht, und ihre realen Beschwerden lieber mit nachweisbar wirksamen Medikamenten behandeln will als mit Zauberei, muss sich erklaeren lassen, sie wolle sich nicht mit sich selber auseinandersetzen.
Die, in denen Quecksilber (nicht) drinnen ist, oder die, in denen Arsen (nicht) drinnen ist?
Eine wirklich seriöse Redaktion, in der derartiger Humbug als empfohlen wird.
Dafür biete ich als Serviceleistung eine Liste von Stoffen, die laut Handbuch der homöopathischen
Materia medica, Stuttgart 2004, außer Quecksilber und Arsen (nicht) drinnen ist. Von A wie Ablagerungen aus dem Mutterkuchen des Pferdes bis zu Z wie Zecke.
http://www.gwup.org/images/st... pathie.pdf
ohnehin, weil homöopathie und TCM nicht funktionieren wird also "zusätzlich" (in wirklichkeit ausschliesslich) psychotherapeutisch geholfen. das wäre für sich genommen eine gute sache ohne der alternativ"medizinischen" abzocke.
...Talisman, Amulett und Symbol der modernen Zeit. Die meisten magischen (Heilungs-)rituale brauchen einen repräsentativen Gegenstand oder ein Ritual in der physischen Welt, auf das sich die transzendenten "Energien" fokusieren können - einen physischen Träger des Magisch/Göttlichen, wenn man so will. Insofern haben sie Unrecht, wenn sie meinen, dass es "ausschließlich" der psychotherapeutische Teil ist, der hilft. Es ist die Kombination aus beidem, die den Placebo-Effekt maximiert. Das war schon immer so.
...Ehrlicher nicht. Um den Placebo-Effekt zu maximieren, bedarf es der Lüge. Das geben sogar Schamanen zu. Der Mensch muss glauben um die beste Heilung zu erzielen und nicht aufgeklärt werden. Ein zweischneidiges Schwert also...
das stimmt so nicht. die besten resultate erzielt man weiterhin durch wirksame wissenschaftsbasierte medizin die zudem auch ein wesentlich breiteres einsatzspekrum hat, bei bewusstlosen personen funktioniert usw. darüber hinaus gibt es wirksame psychotherapeutische angebote die ohne glauben an irgendwelchen hokuspokus auskommen. die vorstellung man müsste menschen belügen um ihnen zu helfen ist paternalistisch und abwertend.
...ich sprach hier nur von der placebobasierenden Alternativmedizin. Hier ist ein vernünftiges Maß an bewusstem Belügen durchaus sinnvoll, um den Placebo-Effekt zu maximieren. Der Placebo-Effekt kann ja schließlich tatsächlich heilen. Wie genau er das tut ist Gegenstand der völlig unterbezahlten (weil fürs Pharmageschäft irrelevanten) Forschung. Und natürlich gibt es Überschneidungen zur Schulmedizin. Eine Gruppe, die ein wirksames Medikament von einem Sandler verabreicht bekommt, wird weniger positiv darauf reagieren, als die Kontrollgruppe, die dasselbe Medikament von einem seriös ausschauenden Kittelträger bekommt. Bereits hier beginnt der Schein, auf dem die heilsame Lüge aufbaut.
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