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Das Netzwerk Grundeinkommen Österreich hat eine neue Broschüre unter dem Titel "In Freiheit tätig sein" veröffentlicht. Darin werden die komplexen Überlegungen zum BGE einfach und übersichtlich dargestellt. Zu beziehen über die Homepage.
"Wann, wenn nicht in Zeiten der mannigfaltigen Krise!", lautet der Schlachtruf vieler AktivistInnen, die über sozialpolitische Alternativen nachdenken. Schenkt man ihren Worten Glauben, hat die ökonomische Krise in den letzten Jahren zu einer neuen und breiteren Auseinandersetzung über Fragen der sozialen Absicherung geführt. Und während EZB-Chef Mario Draghi offen ausspricht, dass für ihn der "europäische Sozialvertrag" ausgedient habe, denken ganz viele in die genau entgegensetzte Richtung weiter: zum bedingungslosen Grundeinkommen (BGE) als Weg aus der Misere.
14. Weltkongress in München
Erst jüngst hat sich die internationale Bewegung in München getroffen, um beim 14. Weltkongress weitere Schritte für die Umsetzung des BGEs zu debattieren. Weiters wurde laut Co-Organisator Ronald Blaschke vom Netzwerk Grundeinkommen über seine Anknüpfungspunkte zu anderen globalen Baustellen diskutiert: dem krisenhaften Wirtschaftsmodell und der zunehmenden Knappheit von Naturressourcen.
Zu dem Treffen kamen über 150 ReferentInnen aus 29 Ländern, die Organisation zählte insgesamt 450 TeilnehmerInnen. Diesjähriger Schwerpunkt war es, die BGE-Bewegung weltweit sichtbar zu machen. Denn was in Europa oft übersehen wird: auch in afrikanischen und asiatischen Ländern wird viel über Wege zum Grundeinkommen debattiert. In strukturschwachen Ländern gibt es auch die meisten Modellprojekte in Sachen BGE. Einige davon wurden in München präsentiert.
Grundeinkommen in Otjivero
Als herausragend gilt das von lokalen Gewerkschaften, kirchlichen Vereinen und Internationalen NGOs getragene "Basic Income Grant" (BIG) Pilotprojekt, das in einer kleinen Stadt in Namibia in den Jahren 2008 bis 2009 umgesetzt wurde. Die BewohnerInnen des Dorfes Otjivero erhielten über zwei Jahre ein Grundeinkommen von 100 N$ (ca. 9 Euro) pro Monat und es zeigte sich, dass die DorfbewohnerInnen persönlich aber auch die umliegende Infrastruktur enorm von dem Grundeinkommen profitierte. Im Gespräch ist derzeit ein nationales BGE-Modell, das die namibische Regierung zur Armutsbekämpfung einzusetzen plant.
EU-Bürgerinitiative
Doch auch in Europa tut sich einiges. Im letzten halben Jahr hat sich ein Bündnis aus 14 EU-Ländern gebildet, das sich für eine Bürgerinitiative zum Thema Grundeinkommen in der Europäischen Union einsetzt. Wenn die EU-Kommission im zweiten Anlauf den Text für die Ausschreibung billigt, rechnen die OrganisatorInnen mit einem Start der Kampagne im Herbst 2013. Dann wird es darum gehen, eine Million Unterstützungsunterschriften zu sammeln, damit die EU eingehend erforscht, wie ein BGE auf europäischer Ebene eingeführt werden könnte. Das BGE-Modell, das Attac Österreich derzeit propagiert, lautet 1000 Euro 14x im Jahr (für Kinder bis 14 Jahre 800 Euro).
BGE-Aktivisten wie Blaschke betonen, dass das BGE nur ein Baustein zur sozialen Absicherung und Integration von Menschen sein könne. Die Ausgangssituationen sei in den verschiedenen Ländern jedoch sehr unterschiedlich. Seit 17. September begeht die Bewegung die "Woche des Grundeinkommens", in der zahlreiche Veranstaltungen über die Effekte des BGE informieren sollen. Nicht zuletzt berühre das BGE auch die Würde des Menschen, wie Klaus Sambor von Attac betont. "Es geht um die Freiheitserweiterung des Menschen, die wollen wir erreichen." (freu, dieStandard.at, 19.9.2012)
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1. Wer arbeitet hat BGE + Gehalt, z. B. 2000 EUR 14x pro Jahr. Wer arbeitslos oder im Ruhestand ist, hat nur BGE = 1000 EUR 14x pro Jahr. Wer weniger als 60% des Medianeinkommens hat, ist per Definition arm. Attacs Konzept verschärft also die Armut anstatt sie "restlos zu beseitigen".
2. Wie kann man als Vorteil anführen, dass jeder "in Freiheit" weniger arbeiten kann, und zugleich in den Finanzierungskonzepten annehmen, das BIP und die Lohnsteuereinnahmen würden konstant bleiben? Der Widerspruch müsste doch irgendjemandem in den letzten 7 Jahren, seit Attac das Thema bearbeitet, aufgefallen sein?!
3. Bei 80-90% Grenzsteuersatz ab 2100 EUR/Monat brutto müsste man die Frage stellen, wie man die Zahler mit "Freiheitserweiterung des Menschen" im Land halten kann. Das tut Attac aber nicht.
4. Wie die Wirtschaft gleichzeitig die Löhne anheben und international konkurrenzfähig bleiben kann, wüsste ich auch gerne, finde aber nichts in den ganzen Papieren, die ich studiert habe.
Natürlich gibt es auch noch andere Konzepte, die tw. völlig anders finanziert werden (z.B. über 50% MwSt.):
https://www.grundeinkommen.de/content/u... abelle.pdf
In jedem Falle müssten gigantische Beträge verschoben werden und ob das BGE ein "Weg aus der Misere" wäre oder erst recht alles kollabieren lassen würde, kann niemand seriös vorhersagen. Wem "die Würde des Menschen" ein Anliegen ist, der sollte jedenfalls nicht mit dem Lockangebot "Cash für alle" auf Stimme
Zur EST: 80-90%, wenn ich dann als Selbstständiger noch die SV dazurechne (10-15% je nachdem, eben 15 TEUR), dann arbeit ich Vollzeit mit viel Aufwand für zB 10.000 Brutto, und bekomm 500 EUR effektiv raus? Da bleiben dann wohl die Meisten zuhause.
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Was bei dem fürstlichen BGE ja auch leicht möglich ist: Bei 2 Leuten macht das 28 TE im Jahr, mit 2 Kindern Dazu im Vergleich das 50 TEUR im Jahr.
Vergleichen wir das mit Daten bei der Statistik Austria, so haben DERZEIT (EU-SILC 2010) die Haushalte im Mittel 31 TE zur Verfügung, nur 10% der Haushalte haben über 65 TE zur Verfügung. - Da ist das BGE dann nicht so schlecht bemessen.
... ohne Sorge 3 oder mehr Kinder in die Welt setzen ohne Sorge ob sie die Miete zahlen können.
Kleine, ideenreiche Unternehmen sollen enstehen, ohne Angst vor Mißerfolg und Exekution bis zum Lebensende.
Ich bin sicher die FI wird Milliarden in die Hand nehmen um das zu vereiteln, sie kann sich nur an Menschen bereichern, die Angst haben und für jeden Schandlohn arbeiten müssen.
Wir sollten die BGE nicht kleingeistig betrachten.
Ich wundere mich, wieso hier so viele Angst haben, dass den Kleinen geholfen werden soll.
Statt dessen halten Sie einem System die Stange, das sie selbst auffrisst, die Früchte ihrer Arbeit raubt und Millionen krank, depressiv macht, ihnen die Hölle auf Erde bereitet.
Auch wenn ich wenig bis nichts mehr vom BGE haben werde, bin ich aus Überzeugung fürs BGE, weil ich es satt habe, dass:
die Massen von der FI als billige Sklaven immer weiter ausgesaugt werden,
die KMU zugunsten der Eliten enteignet und verarmt werden,
die sozialen Systeme im Interesse einiger Billionärs-clans zerbröselt werden,
unser Planet für ein paar Koffer Papierschnipsel verwüstet wird.
Ob das BGE 700,- oder 1200,- sein soll, es 12 oder 14x kommt, voll bezahlt oder aufgestockt wird, das sind Details, an denen eine Vision nicht verzweifeln sollte. Edison wird auch nicht überlegt haben, ob seine Glühbirne einmal in ein iphone passt, da hätt er's gleich lassen können.
Ich möchte zufriedene Nachbarn, die ohne Sorge 3 Kinder ....
http://www.forum-grundeinkommen.de/artikel/f... deinkommen
"
72 % aller Erwerbstätigen wollen ihr Arbeitsangebot bei BGE-Einführung nicht verändern.
Dennoch wollen Erwerbstätige im Durchschnitt nach BGE-Einführung 4,3 Stunden pro Woche weniger arbeiten.
Bei Hilfsberufen, in der Landwirtschaft und im Handel ist ein Rückgang des Beschäftigungsausmaßes überdurchschnittlich.
Rentner, Arbeitslose, Hausfrauen und aus sonstigen Gründen nicht Erwerbstätige wollen ihr Arbeitsangebot nach BGE-Einführung erhöhen.
"
Und was ein faires Gehalt ist, legen Sie aber selbst fest, oder?
Die Anzahl derer, die dann noch Nacht- und Wochenenddienste machen, sowie jener die zeitig in der Früh mühsame jobs machen wird wohl sinken.
Aber das passt ja zusammen - wenn die Unternehmen nur noch eine Schicht statt drei produzieren dann gibt's nicht mehr so viele Waren und der Bedarf an Leuten die das um 4 in der Früh ausliefern und um 5 in die Regale schlichten sinkt auch.
dass wir nicht mehr Arbeitslose dadurch haben ( ... ich mal mir die welt wie sie mir gefällt...), dann muss man die Leute ja irgendwie dazubringen dennoch arbeiten zu gehen, wer geht arbeiten wenn er das gleiche Geld fürs nichts tun bekommt - ganz wild wird es wahrscheinlich bei halbtags-Jobs (dass Frauen arbeiten gehen wird sich also oft finanziell gar nicht mehr auszahlen) -> aber leben wir weiter in unserer rosa-pony-hof-welt -> damit die Leute trotzdem arbeiten gehen, werden die Löhne erhöht -> glaubt jetzt irgendjemand dass dies
a) nicht zu einem Ansteigen der Lebenskosten führt wenn z.B. der Klempner das doppelte verdient
b) niemand mehr in Öst. produzieren wird, da man das gleich in D zum halben Preis bekommt !
Es bekommt ja JEDER das BGE, auch die, die arbeiten. Man bekommt eben nicht das selbe Geld fürs Nichtstun.
-> Löhne müssten nicht drastisch erhöht werden, ausser die, die unter aller Sau sind, weil sich für die wirklich niemand mehr finden würde.
Das Ganze würde mMn zu viel mehr Halbtagsjobs führen. Ist ja auch eigentlich der Sinn unserer fortgeschrittenen Produktivität, oder?
Die Menschen wollen arbeiten, so wie Kinder lernen wollen.
Es ist nur ein Unterschied, unter welchen Bedingungen das passiert. Viele Menschen haben aufwändige Hobbies in denen sie in der jeweiligen Materie recht vertieft sind - ohne dass ihnen jemand was dafür zahlt, meist zahlen die Leute selber noch viel dafür. Viele Menschen wollen sich sozial einbringen, fühlen sich nur dadurch "ganz". Viele Frauen WOLLEN arbeiten um sich selbst zu verwirklichen (Wie Sie schreiben, das Geld kanns nicht sein).
Die Löhne werden zum GE addiert. Lohnnebenkosten sind weg, Lohnkosten daher deutlichs reduziert, da "nur" Aufstockung.
Wäre eine schöne Sache. Man könnte sich auch mal ein Jahr Auszeit nehmen, um wieder zur Ruhe kommen, ohne dass man vielleicht um die Existenz fürchten muss. Die Arbeitsbedingungen würden sich schlagartig verbessern, und irgendwann würden die meisten Menschen nicht mehr gehetzt/deprimiert aus der Wäsche gucken.
Wenn man dann noch auf den Produzierwahn verzichtet, und die Produkte wieder haltbarer herstellt, könnten wir auch mit unserem Planeten wieder ins Reine kommen.
Ob uns das Umdenken gelingt?
PS: Mir persönlich macht meine berufliche Tätigkeit Spass, wird mir aber mehr und mehr von Gewinnmaximierung und Mitarbeiter behandlung verkrämt. Mit BG würde ich auf jeden Fall weiterarbeiten, auf die teilw. 60 Std. Wochen verzichte ich danke
Richtig.
Wir leben aktuell in einem System das nicht mehr lange so funktionieren kann. Eine Änderung wird ein MUSS sein. Das BGE ist eine gute Möglichkeit. Eine andere ist Krieg, um Ressourcen, Wasser... steigende Armut...
Man muss Dinge so erzeugen, dass sie kaputt gehen, um die Nachfrage hoch zu halten, um überleben zu können - und die Jobs dafür brauchen wir ja auch. Wäre dieser Zwang weg, könnte nachhaltiger Produziert werden.
Klar, Gier wird nicht verhindert werden, aber ich denke, dass sich dennoch einiges ändern könnte.
laut Attac bekommt, dann eine Familie mit 2 Kindern wenn sie nicht arbeiten geht
2 x 1000 €
+
2 x 800 €
--------
3600 € pro Monat
natürlich Netto nehme ich an - Darf ich fragen wer dann noch arbeiten geht, ich hab zwar einen Dr.-Titel aber wenn meine Fr. in Karenz ist kommen wir trotzdem nicht auf 3600 netto !!
für Herrn&Frau Österreicher, mehr Kinder zu kriegen ;).
(sollte dem Staat eigentlich eh was wert sein)
Spaß beiseite, nehmens statt 1000 750 und statt den 800 550, dann habns einen 1000er weniger im Monat. Ging sich das schon aus?
Hab weiter unten schon geschrieben, dass diese Zahlen zu hoch sind.
In welchem Bereich haben Sie einen Doktortitel? Und haben Sie den nur gemacht, um am Ende Geld zu verdienen, oder haben Sie auch ein Interesse an der Materie?
Das BGE hätte den Vorteil, dass die Leute das arbeiten können, was sie wollen, und nicht genötigt sind, etwas zu machen um Geld zu bekommen.
Ich zb. könnte Kunst machen und verschenken, wäre nicht angewiesen, damit finanziellen Erfolg zu haben, oder die Kunst aufzugeben um Geld zu generieren.
Viele Menschen haben Interessen, die sie einbringen möchten. Autor, Forscher, Kindergärtner, Programmierer... usw. würden die Leute alles machen - wenn auch unentgeltlich, oder gegen Taschengeld. Sie wären kreativer, und Sinnlosjobs fielen weg.
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