Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate
Gratis arbeiten heißt es für Oberösterreichs Frauen ab Donnerstag den 20. September: Es ist Equal Pay Day. Oberösterreichs Männer haben also bereits jenes Einkommen erreicht, für das Frauen noch bis zum Jahresende arbeiten müssen. 103 Tage verbleiben bis dahin. Demnach liegt der aktuelle Nachteil der Fraueneinkommen gegenüber jenen der Männer in Oberösterreich bei 28,1 Prozent (im Vergleich bei ganzjähriger Vollzeitbeschäftigung).
Österreichweit sind nur die Vorarlbergerinnen (31,8 Prozent) noch schlechter dran. Am geringsten ausgeprägt ist die geschlechtsspezifische Einkommensschere in Wien mit 20 Prozent. Österreichweit findet der Equal Pay Day in diesem Jahr am 6. Oktober statt, Frauen verdienen im Durchschnitt also um 23,7 Prozent weniger als Männer. Diese Zahlen stammen von der Arbeiterkammer Oberösterreich und wurden auf Datenbasis der Lohnsteuerstatistik 2010 der Statistik Austria berechnet.
Die Einkommensunterschiede in Oberösterreich haben sich gegenüber dem Vorjahr zwar leicht verbessert, "von gleichem Lohn für gleichwertige Arbeit sind wir noch immer meilenweit entfernt", erklärte Nationalratsabgeordnete Sonja Ablinger (SPÖ) in einer Aussendung. Fatal sei vor allem, dass sich die Lohnlücke in der Pension fortsetze und somit viele Frauen ihr Leben lang von Armut bedroht seien.
Problematisch sehen die Oberösterreicherinnen auch die nicht bezahlten Überstunden. Auch hier ist der Anteil bei Frauen deutlich höher als bei Männern. Denn während bei Männern 2011 nur 19,65 Prozent der Mehrarbeit nicht bezahlt wurden, waren es bei Frauen 28,25 Prozent. Bei Männern ist der Anteil von 33,8 Prozent im Jahr 2004 auf 25,3 Prozent im Jahr 2008 und zuletzt 19,65 Prozent gesunken. Bei Frauen hingegen von 47,25 Prozent auf 40,9 Prozent und nunmehr auf 28,25 Prozent.
Die oberösterreichischen SPÖ-Frauen macht aber auch der Vergleich der Kollektivvertragslöhne stutzig: Ein Maler zum Beispiel müsse bei der Arbeit die meiste Zeit stehen - Verkäuferinnen jedoch auch. Das werfe die Frage auf, warum eine Verkäuferin 200 Euro weniger verdiene. "Darüber müssen wir viel mehr reden, uns zusammentun und gemeinsam aktiv werden", so Ablinger. "Ungerechtigkeiten überleben im Verborgenen", heißt es weiter. Die oberösterreichischen Sozialdemokratinnen fordern, dass jene Tätigkeiten und Berufe, die überwiegend von Frauen ausgeübt werden, besser bewertet und bezahlt werden sollen.
Die ÖGB-Frauen wiederum fordern in einer Aussendung gesetzlich verpflichtende Frauenförderpläne für Unternehmen. "Verpflichtende Frauenförderpläne stellen sicher, dass auch jene Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer Aufstiegsmöglichkeiten haben, die keine Lust und Zeit haben, abends mit den männlichen Kollegen ein Bier zu trinken", so die ÖGB-Frauenvorsitzende Brigitte Ruprecht.
Die ÖGB-Frauen nehmen den österreichweiten Equal Pay Day am 6. Oktober erneut für bundesweite Aktionen zum Anlass. Unter dem Motto "Darf's a bisserl mehr sein" wollen die Gewerkschafterinnen die Lohnschere aufs Tapet bringen. Immerhin befindet sich Österreich laut Eurostat gemeinsam mit Tschechien im Vergleich der 27 EU-Staaten auf dem vorletzten Platz. (eks, dieStandard.at, 20.9.2012)
Equal Pay Day 2012 in den Bundesländern
Info
Die Bundesländer-Unterschiede bei den Lohndifferenzen wurden von der AK OÖ berechnet, auf Basis der Daten aus der Lohnsteuerstatistik 2010.
Links
ArbeitnehmerInnen leisteten 2011 303 Millionen Überstunden, 67 Millionen Überstunden wurden nicht ausbezahlt
Die gesetzlichen Vorgaben werden überwiegend erfüllt, bringt aber nicht den erhofften Effekt - Im Mai neue Gespräche der Sozialpartner
Vor allem in der Altersgruppe ab 30 Jahren bleiben die Verdienste der Frauen deutlich hinter jenen der Männer zurück
Programm mit neuen Daten aktualisiert und ab Dienstag als App erhältlich
Lohnschere in Spitzenjobs in letzter Dekade verringert, aber "erhebliches Verdienstgefälle" zwischen Männern und Frauen in Führungspositionen bleibt bestehen
Differenz seit 2010 gleich - Rund sieben Prozent der Unterschiede nicht erklärbar
Zahlen der Statistik Austria verraten, dass es 2010 zu einer minimale Annäherung kam: Frauen verdienen nach wie vor eklatant weniger als Männer
Sollten sich in den nächsten sechs Monaten keine Fortschritte zeigen, will die Frauenrechtsministerin eine härtere Gangart einschlagen
Managerinnen erreichen nur 64 Prozent des Kollegen-Gehalts - 64 Manager verdienen mehr als der Kanzler, Mitarbeitergehälter hinken nach
Feminisierung einer Branche führt zu Niedriglöhnen - GPA-djp-Frauen präsentieren Buch zur Diskriminierung in der Arbeitswelt
Teilzeit als Karrierekiller: SpitzenverdienerInnen fast zur Gänze Männer - Unterschiede in Privatwirtschaft deutlich größer
Nicht nur zwischen Männern und Frauen bestehen Ungleichheiten, sondern auch zwischen älteren und jüngeren JournalistInnen
Der SP-Wirtschaftssprecher und Junge-Industrie-Vorsitzende Therese Niss debattieren über Quoten, Frauenförderung und die Fehlverpreisung von Qualifikation
Personalchefin verdiente rund 1.000 Euro weniger als ein Kollege - Präsident Kalliauer: "Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit noch lange nicht Realität"
In einer neuen Studie des US-Handelsministerium zeigt sich, dass auch in technischen Berufen Frauen weniger verdienen als Männer
Frauen verdienen im Wiener Rathaus 10,4 Prozent weniger
Grüne Anfrage zeigt "eklatante Ungleichbehandlung" - Frauensprecherin für bessere Verteilung der Überstunden
Ein Drittel der ArbeitnehmerInnen verdient weniger als ihnen zusteht: Frauen sind nach wie vor besonders benachteiligt
Verbotene Kettenarbeitsverträge: Arbeiterkammer erreichte 5000 Euro Nachzahlung für Steinmetzin
Gabriele Heinisch-Hosek ortet aufgrund von Gesprächen mit BelegschaftsvertreterInnenn mehr Sensibilität für faire Gehälter
Kein österreichisches, aber hierzulande wie in Deutschland unabhängig von der Studienwahl größeres Phänomen
Mehrfache Diskriminierung nach dem Geschlecht: Arbeiterkammer erstritt 16.000 Euro für weibliche Führungskraft, die nach Fehlgeburt entlassen wurde
Bildungsniveau und Erwerbsbeteiligung von Frauen - bedingt durch Teilzeit - steigt
Neue Studie sieht Einkommensschere unverändert - Die Arbeitereinkommen werden immer weniger wert, Angestellte stagnieren
dieStandard.at über die verschiedenen Zahlen zur Lohndifferenz, wie sie berechnet werden und warum die Schere kleiner wurde
wird kommen, er kann nicht ausbleiben.
http://wiwener-wohnen.de.nr
... wird nicht gerichtlich geklagt, was das Zeug hält?
Und gestreikt! Gilt für alle. Und sollte jemand deswegen gekündigt werden, oder auch nur in geringsten ungerecht behandelt, wird sofort wieder gestreikt.
Wozu gibt es Gewerkschaften?
Und wenn man jetzt einen Tag errechnet, bis zu dem man sein Geld für sich selber verdiehnt, und ab wann man für andere arbeitet (Die Kinder, den Partner, die Partnerin), könnte rauskommen, daß der Durchschnitt der Frauen bis Hausnummer Oktober für sich selber arbeiten, und der der Männer bis Hausnummer Juli. Ausser die kinderlosen Singels, die jeweils bis Ende Dezember ;-).
Bessere Kinderbetreuungsmöglichkeiten, Förderung von Bedingungen für realistische Wahlmöglichkeiten von Aufteilung von Betreuungsarbeit, bessere Entlohnung generell schlechbezahlter Berufe ist zu fordern. Was soll jedoch die Aufrechnung und das doppelte Begehen des Ergebnisses dieser bewirken? Obig genanntes z.B.? - tut es das aber auch?
"Denn während bei Männern 2011 nur 19,65 Prozent der Mehrarbeit nicht bezahlt wurden, waren es bei Frauen 28,25 Prozent."
Vielleicht arbeiten die ja an der Uni. Da sind alle zukünftigen Überstunden bereits mit der Unterschrift am Vertrag abgegolten.
Wenn man es aufrechnet mit der absoluten Anzahl der geleisteten Überstunden, die bei Männern viel höher ist, leisten Männer absolut mehr unbezahlte Überstunden, trotz des geringeren Prozentsatzes derselben. Hab das mal nachgerechnet.
http://diestandard.at/plink/134... id27630972
Die Forderung kann nur sein; alle Überstunden finanziell oder freizeitmäßig abzugelten.
...wird der Löwenantel der Überstunden von den Männern geleistet, diese bekommen also gesamt mehr Stunden "nicht abgegolten".
Und "nicht abgegolten" heißt zweitens, nicht als Überstunden bezahlt, sondern evtl. nur als normale Arbeitszeit.
Nur soviel zur Seriosität der hier herausgepickten Zahlenaspekte.
Freilich werden die Überstunden abgegolten und zwar in der Form "Lieber den knackigen SekretärInnenhintern in der Hand, als einen schwabbeligen Heimchenhintern und die nervende Brut im Blickfeld!" ;-)
es wird immer haarstraeubender. jetzt werden schon zwei grundverschiedene berufe anhand derder zeit die man steht verglichen...
mein vorschlag zur guete: neu gegruendete private unternehmen muessen verpflichtend und gesetzlich verankert auswaehlen, ob sie ein maenner- oder ein frauenbetrieb werden wollen. je nachdem werden dann alle posten mit entweder dem einen oder dem anderen geschlecht besetzt. die gehaelter sind hierbei vollkommen frei gestaltbar und unterliegen keinerlei einschraenkungen.
nach 5 jahren gibt es dann einen zwischenbericht. natuerlich gehe ich davon aus dass gender-pay-gaps und anderen lustigen patriarchalen ungerechtigkeiten in den von mit nur frauen besetzten betrieben nicht existent sind...
Sarkasmus also...
Ich finde es eigentlich in Ordnung, daß man solche realen Unterschiede aufzeigt. Eigentlich gehört sogar der Unterschied zwischen Voll-und Teilzeit hinein. Weil es aufzeigt, wie eben Erwerbsarbeit und Betreuungsarbeit verteilt ist.
Diesen Unterschied doppelt als Gedenktag zu begehen, ohne genau darauf einzugehen, implizit mit Diskriminierung zu koppeln (?), bedeutet andersrum, daß die andere Gruppe (Männer) unbotmäßig bevorteilt ist. Und was soll dann anderes geschehen, als daß die, die sich selbst als durchaus hart und nicht überbezahlt arbeitend erleben, damit ihren (Frauen gegenübergestellt durchschnittlich höheren) Anteil an Erwerbsarbeit leisten, vielfach empören...
no na - so ist es eben: zuerst schlecht bezahlte Berufe wählen und dann auch noch früher als Männer in Pension gehen!
"Die oberösterreichischen Sozialdemokratinnen fordern, dass jene Tätigkeiten und Berufe, die überwiegend von Frauen ausgeübt werden, besser bewertet und bezahlt werden sollen"
Das nenn ich mal wirklich durchdachte Argumentation. Qualifikationen? Ausbildungsdauer? Bestimmte Fähigkeiten? Alles unwichtig!
Wie wärs damit:
Ich fordere, dass Menschen die in der Pflege tätig sind besser bezahlt werden, da dies eine psychisch und physisch anspruchsvolle Tätigigkeit und ein wertvoller Beitrag für die Gesellschaft ist.
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.