Tag der Abrechnung

20. September 2012, 11:51

Am 6. Oktober ist österreichweit der Tag der geschlechtsspezifischen Lohnungleichheit - Ab da arbeiten Frauen statistisch gesehen gratis

Gratis arbeiten heißt es für Oberösterreichs Frauen ab Donnerstag den 20. September: Es ist Equal Pay Day. Oberösterreichs Männer haben also bereits jenes Einkommen erreicht, für das Frauen noch bis zum Jahresende arbeiten müssen. 103 Tage verbleiben bis dahin. Demnach liegt der aktuelle Nachteil der Fraueneinkommen gegenüber jenen der Männer in Oberösterreich bei 28,1 Prozent (im Vergleich bei ganzjähriger Vollzeitbeschäftigung).

Österreichweit sind nur die Vorarlbergerinnen (31,8 Prozent) noch schlechter dran. Am geringsten ausgeprägt ist die geschlechtsspezifische Einkommensschere in Wien mit 20 Prozent. Österreichweit findet der Equal Pay Day in diesem Jahr am 6. Oktober statt, Frauen verdienen im Durchschnitt also um 23,7 Prozent weniger als Männer. Diese Zahlen stammen von der Arbeiterkammer Oberösterreich und wurden auf Datenbasis der Lohnsteuerstatistik 2010 der Statistik Austria berechnet.

Altersarmut ein Frauenproblem

Die Einkommensunterschiede in Oberösterreich haben sich gegenüber dem Vorjahr zwar leicht verbessert, "von gleichem Lohn für gleichwertige Arbeit sind wir noch immer meilenweit entfernt", erklärte Nationalratsabgeordnete Sonja Ablinger (SPÖ) in einer Aussendung. Fatal sei vor allem, dass sich die Lohnlücke in der Pension fortsetze und somit viele Frauen ihr Leben lang von Armut bedroht seien.

Problematisch sehen die Oberösterreicherinnen auch die nicht bezahlten Überstunden. Auch hier ist der Anteil bei Frauen deutlich höher als bei Männern. Denn während bei Männern 2011 nur 19,65 Prozent der Mehrarbeit nicht bezahlt wurden, waren es bei Frauen 28,25 Prozent. Bei Männern ist der Anteil von 33,8 Prozent im Jahr 2004 auf 25,3 Prozent im Jahr 2008 und zuletzt 19,65 Prozent gesunken. Bei Frauen hingegen von 47,25 Prozent auf 40,9 Prozent und nunmehr auf 28,25 Prozent.

"Ungerechtigkeiten überleben im Verborgenen"

Die oberösterreichischen SPÖ-Frauen macht aber auch der Vergleich der Kollektivvertragslöhne stutzig: Ein Maler zum Beispiel müsse bei der Arbeit die meiste Zeit stehen - Verkäuferinnen jedoch auch. Das werfe die Frage auf, warum eine Verkäuferin 200 Euro weniger verdiene. "Darüber müssen wir viel mehr reden, uns zusammentun und gemeinsam aktiv werden", so Ablinger. "Ungerechtigkeiten überleben im Verborgenen", heißt es weiter. Die oberösterreichischen Sozialdemokratinnen fordern, dass jene Tätigkeiten und Berufe, die überwiegend von Frauen ausgeübt werden, besser bewertet und bezahlt werden sollen.

"Darf's a bisserl mehr sein"

Die ÖGB-Frauen wiederum fordern in einer Aussendung gesetzlich verpflichtende Frauenförderpläne für Unternehmen. "Verpflichtende Frauenförderpläne stellen sicher, dass auch jene Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer Aufstiegsmöglichkeiten haben, die keine Lust und Zeit haben, abends mit den männlichen Kollegen ein Bier zu trinken", so die ÖGB-Frauenvorsitzende Brigitte Ruprecht.

Die ÖGB-Frauen nehmen den österreichweiten Equal Pay Day am 6. Oktober erneut für bundesweite Aktionen zum Anlass. Unter dem Motto "Darf's a bisserl mehr sein" wollen die Gewerkschafterinnen die Lohnschere aufs Tapet bringen. Immerhin befindet sich Österreich laut Eurostat gemeinsam mit Tschechien im Vergleich der 27 EU-Staaten auf dem vorletzten Platz. (eks, dieStandard.at, 20.9.2012)

Equal Pay Day 2012 in den Bundesländern

  • Vorarlberg: 6.9.
  • Oberösterreich: 20.9.
  • Tirol: 25.9.
  • Salzburg: 27.9.
  • Niederösterreich: 3.10.
  • Steiermark: 5.10.
  • Burgenland: 7.10.
  • Kärnten: 8.10.
  • Wien: 19.10.

Info

Die Bundesländer-Unterschiede bei den Lohndifferenzen wurden von der AK OÖ berechnet, auf Basis der Daten aus der Lohnsteuerstatistik 2010.

Links

SPÖ-Frauen Oberösterreich

ÖGB-Frauen

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Einfache Lösung, alle Männer arbeiten ab dem 6. Oktober nicht mehr, voila Frauen und Männer verdienen genauso viel.

Ich arbeite vorwiegend im Sitzen und verlange hiermit genauso wie eine SPO Frau entlohnt zu werden.

Sacklpicker?

Der Tag der Abrechnung...

wird kommen, er kann nicht ausbleiben.
http://wiwener-wohnen.de.nr

Weshalb ...

... wird nicht gerichtlich geklagt, was das Zeug hält?
Und gestreikt! Gilt für alle. Und sollte jemand deswegen gekündigt werden, oder auch nur in geringsten ungerecht behandelt, wird sofort wieder gestreikt.
Wozu gibt es Gewerkschaften?

Weil selbst die Gewerkschaften wissen, dass Einkommensgleichheit herrscht. Die Personalbüros sind voller Frauen. Da hätte schon eine Gewerkschafterin Wind gemacht wenn es da nicht mit rechten Dingen zugehen würde.

Und wenn man jetzt einen Tag errechnet, bis zu dem man sein Geld für sich selber verdiehnt, und ab wann man für andere arbeitet (Die Kinder, den Partner, die Partnerin), könnte rauskommen, daß der Durchschnitt der Frauen bis Hausnummer Oktober für sich selber arbeiten, und der der Männer bis Hausnummer Juli. Ausser die kinderlosen Singels, die jeweils bis Ende Dezember ;-).
Bessere Kinderbetreuungsmöglichkeiten, Förderung von Bedingungen für realistische Wahlmöglichkeiten von Aufteilung von Betreuungsarbeit, bessere Entlohnung generell schlechbezahlter Berufe ist zu fordern. Was soll jedoch die Aufrechnung und das doppelte Begehen des Ergebnisses dieser bewirken? Obig genanntes z.B.? - tut es das aber auch?

Selber schuld, wenn die Männer für die Frau bezahlen, würde ich sagen.

Das liegt an ... der Gewerbeordnung.

ein hoch der zensur. freie meinungsaeusserung ala feminismus...

"Denn während bei Männern 2011 nur 19,65 Prozent der Mehrarbeit nicht bezahlt wurden, waren es bei Frauen 28,25 Prozent."

Vielleicht arbeiten die ja an der Uni. Da sind alle zukünftigen Überstunden bereits mit der Unterschrift am Vertrag abgegolten.

Wenn man es aufrechnet mit der absoluten Anzahl der geleisteten Überstunden, die bei Männern viel höher ist, leisten Männer absolut mehr unbezahlte Überstunden, trotz des geringeren Prozentsatzes derselben. Hab das mal nachgerechnet.
http://diestandard.at/plink/134... id27630972
Die Forderung kann nur sein; alle Überstunden finanziell oder freizeitmäßig abzugelten.

Erstens...

...wird der Löwenantel der Überstunden von den Männern geleistet, diese bekommen also gesamt mehr Stunden "nicht abgegolten".
Und "nicht abgegolten" heißt zweitens, nicht als Überstunden bezahlt, sondern evtl. nur als normale Arbeitszeit.
Nur soviel zur Seriosität der hier herausgepickten Zahlenaspekte.

Hahaha, das After-Job-Bier als nicht abgegoltene Überstunden

Freilich werden die Überstunden abgegolten und zwar in der Form "Lieber den knackigen SekretärInnenhintern in der Hand, als einen schwabbeligen Heimchenhintern und die nervende Brut im Blickfeld!" ;-)

sprachlos

es wird immer haarstraeubender. jetzt werden schon zwei grundverschiedene berufe anhand derder zeit die man steht verglichen...

mein vorschlag zur guete: neu gegruendete private unternehmen muessen verpflichtend und gesetzlich verankert auswaehlen, ob sie ein maenner- oder ein frauenbetrieb werden wollen. je nachdem werden dann alle posten mit entweder dem einen oder dem anderen geschlecht besetzt. die gehaelter sind hierbei vollkommen frei gestaltbar und unterliegen keinerlei einschraenkungen.

nach 5 jahren gibt es dann einen zwischenbericht. natuerlich gehe ich davon aus dass gender-pay-gaps und anderen lustigen patriarchalen ungerechtigkeiten in den von mit nur frauen besetzten betrieben nicht existent sind...

Sehr gute Aktion

An all die Nörgler: Man kann es nicht oft genug sagen, dass die faulen Frauen so viel weniger arbeiten.

Es muss sich etwas ändern!

Wann werden die Frauen endlich gleich viel leisten wie die fleißigen Männer?

Ironie oder doch nicht?

Das meine ich natürlich nicht ernst; aber es ist auch keine Ironie. Es ist nur Ausdruck meines Frusts über Propagandaartikel wie diesen...

Sarkasmus also...
Ich finde es eigentlich in Ordnung, daß man solche realen Unterschiede aufzeigt. Eigentlich gehört sogar der Unterschied zwischen Voll-und Teilzeit hinein. Weil es aufzeigt, wie eben Erwerbsarbeit und Betreuungsarbeit verteilt ist.
Diesen Unterschied doppelt als Gedenktag zu begehen, ohne genau darauf einzugehen, implizit mit Diskriminierung zu koppeln (?), bedeutet andersrum, daß die andere Gruppe (Männer) unbotmäßig bevorteilt ist. Und was soll dann anderes geschehen, als daß die, die sich selbst als durchaus hart und nicht überbezahlt arbeitend erleben, damit ihren (Frauen gegenübergestellt durchschnittlich höheren) Anteil an Erwerbsarbeit leisten, vielfach empören...

Na geh, und gleichzeitig ist in China auch noch ein Reissack umgefallen, ich weiß jetzt gar nicht was mein Interesse mehr verdient.

Das ist nur passiert, weil ich als Oberösterreicher so schlecht verdiene! Jetzt freut sich eine Dame, weil ich sie statistisch ein paar Tage nach vorne gerissen habe...

Liebe Redaktion

auch Lügen werden fad, wenn man sie immer und immer wiederholt.

"Fatal sei vor allem, dass sich die Lohnlücke in der Pension fortsetze und somit viele Frauen ihr Leben lang von Armut bedroht seien"

no na - so ist es eben: zuerst schlecht bezahlte Berufe wählen und dann auch noch früher als Männer in Pension gehen!

War das heuer nicht schon 2 oder 3x?

"Die oberösterreichischen Sozialdemokratinnen fordern, dass jene Tätigkeiten und Berufe, die überwiegend von Frauen ausgeübt werden, besser bewertet und bezahlt werden sollen"

Das nenn ich mal wirklich durchdachte Argumentation. Qualifikationen? Ausbildungsdauer? Bestimmte Fähigkeiten? Alles unwichtig!

Wie wärs damit:
Ich fordere, dass Menschen die in der Pflege tätig sind besser bezahlt werden, da dies eine psychisch und physisch anspruchsvolle Tätigigkeit und ein wertvoller Beitrag für die Gesellschaft ist.

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