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Yoko Ono und Suzanne Nossel von Amnesty International USA verliehen die Auszeichnung stellvertretend an Pjotr und Gera Wersilow, Mann und Tochter der verurteilten Pussy Riot-Aktivistin Nadeschda Tolokonnikowa.

Drückt mit dem 50.000 Dollar dotierten Preis ihren Respekt vor Pussy Riot aus: Yoko Ono.
New York - Fünf Wochen nach ihrer Verurteilung ist die kremlkritische russische Frauenband Pussy Riot mit dem Lennon-Ono-Friedenspreis ausgezeichnet worden. Die Künstlerin Yoko Ono, Witwe des 1980 erschossenen Beatles John Lennon, überreichte einem der Ehemänner der drei wegen eines "Punkgebets" gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin verurteilten Frauen am Freitag in New York den Preis.
"Haben solchen Respekt vor Euch"
"Pussy Riot ist heute ein Symbol für Redefreiheit, und sie stehen für alle Frauen der Welt, die Freiheit suchen", sagte Yoko Ono.
"Wir haben den Preis im Andenken an John Lennon gestiftet, um dem Frieden zum Durchbruch zu verhelfen", fügte sie hinzu. "Diese jungen Frauen sind für die Freiheit eingetreten und damit auch für den Frieden." Sie seien die ersten PreisträgerInnen aus Russland, die die 2002 mit 50.000 Dollar (38.497 Euro) dotierte Auszeichnung bekämen. "Wir haben solchen Respekt vor Euch", sagte Ono.
Ehemann rechnet nicht mit rascher Begnadigung
Die Auszeichnung nahm Pjotr Wersilow, der Ehemann der verurteilten Nadeschda Tolokonnikowa, entgegen. Es sei eine "kaum fassbare Ehre". "Die Solidarität von Menschen auf der ganzen Erde gibt uns Kraft", sagte er. Deshalb würden die Gruppe und die UnterstützerInnen weiter für Demokratie in Russland kämpfen. Wersilow sagte, dass er trotz anderslautender Signale russischer Politiker nicht mit einer raschen Begnadigung rechne.
Mit dabei war auch Gera, Tolokonnikowas vierjährige Tochter. Sie hatte den Preis, ein gläsernes Puzzleteil, in Empfang genommen. Zum Schluss rief sie ein "Thank you!" ins Mikrofon.
Die drei Frauen waren nach dem "Punkgebet" zu zwei Jahren Lagerhaft verurteilt worden. Das Urteil habe "international starke Kritik hervorgerufen und Russlands Haltung zur Meinungs- und Redefreiheit infrage gestellt", hieß es von der Stiftung Onos. "Pussy Riot wird von zahlreichen AktivistInnen und Menschenrechtsgruppen auf der ganzen Welt unterstützt, die überall gegen das Urteil protestiert haben."
Weitere PreisträgerInnen
Die drei jungen Frauen sind nicht die einzigen, die in diesem Jahr den Preis von Yoko Onos Stiftung erhalten sollen. Geehrt werde auch die amerikanische Friedensaktivistin Rachel Corrie, die 2003 von einem israelischen Bulldozer überrollt wurde, als sie den Abriss eines palästinensischen Hauses verhindern wollte. Der im Dezember gestorbene Journalist Christopher Hitchens soll für seine religionskritischen Schriften geehrt werden. Der einzige Preisträger, der die Urkunde selbst in die Hand nehmen kann, ist John Perkins. Der Autor hat weltweit Korruption angeprangert.
Die übrigen Preise sollen am 9. Oktober im isländischen Reykjavik übergeben werden. (APA, 24.9.2012)
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