Regierungspartei verlangt sexuelles Outing von Abgeordneten

20. September 2012, 13:43

Der Vorsitzende der Parlamentsfraktion wolle Erpressungsversuchen vorbeugen und daher von den KollegInnen wissen, ob jemand homosexuell sei

Sofia - Die KandidatInnen der regierenden bürgerlichen Partei "Bürger für eine europäische Entwicklung Bulgariens" (GERB) für die Parlamentswahlen im Jahr 2013 sollen im Voraus ihre sexuelle Ausrichtung deklarieren. Das verlangt der Vorsitzende der GERB-Parlamentsfraktion, Krassimir Weltschew, gegenüber der Tageszeitung "Trud" in der Donnerstag-Ausgabe. Dadurch werde man rechtzeitig wissen, ob jemand homosexuell sei, argumentiert der Politiker.

Weltschew beteuert, dass es für seine Partei keine Rolle spiele, "wer mit wem ins Bett geht, oder wer welche Gottheit verehrt". Es gehe ihm lediglich darum, möglichen bzw. eventuellen Erpressungsversuchen aufgrund der Sexualität rechtzeitig vorzubeugen.

Nach der Wende wurden viele hochrangige bulgarische PolitikerInnen geoutet. Politische Konsequenzen gab es keine. (APA, 20.9.2012)

Die Erpressbarkeit steigt wohl eher, wenn hier dann jemand, warum auch immer, die Unwahrheit sagt.

Wer mit wem ins Bett geht, geht niemanden etwas an, sofern es freiwillig passiert und das Schutzalter eingehalten wird.

Es ist bedauerlich, dass durch die Frage der sexuellen Ausrichtung heute immer noch Menschen unter Druck gesetzt werden können.

lg mensch

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