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Wien - Nach Protesten männlicher Bewerber, die sich wegen der gendersensiblen Auswertung des Aufnahmetests an der Medizin-Uni Wien um ihren Studienplatz betrogen fühlen, hat sich die Medizin-Uni Wien nun fix für die Schaffung 60 zusätzlicher Studienplätze entschieden. Diese werden allerdings wie die 740 anderen Plätze ebenfalls nach der umstrittenen, nach Geschlechtern getrennten Auswertung vergeben. Auch die Quotenregelung, wonach 75 Prozent der Plätze an ÖsterreicherInnen, 20 Prozent an EU-BürgerInnen und fünf Prozent an BewerberInnen aus Drittstaaten gehen, wird dabei eingehalten.
Die juristische Prüfung habe ergeben, dass die Vergabe zusätzlicher Plätze nach diesen Kriterien rechtens sei, durch die Zustimmung des Wissenschaftsministeriums wäre auch Rechtssicherheit gegeben, sagte ein Sprecher der Uni. Nun soll rasch ein Beschluss erfolgen und jene BewerberInnen, denen nachträglich ein Platz zugesprochen wird, "umgehend informiert" werden. Wie viele Männer bzw. Frauen unter den zusätzlichen StudentInnen sein werden, kann derzeit noch nicht gesagt werden.
Kulanzlösung nach Beschwerde
In diesem Jahr waren erstmals die Testergebnisse von Männern und Frauen getrennt ausgewertet worden. Dadurch haben Frauen trotz identer bzw. sogar niedrigerer Punktezahl einen höheren Testwert als Männer aufgewiesen - und deshalb einen Studienplatz bekommen. Die Neuregelung wurde eingeführt, weil sich bisher stets mehr Frauen als Männer beworben hatten, der Anteil an zum Studium zugelassenen Frauen aber deutlich darunter lag. Heuer waren die Werte mit 56 Prozent aufgrund der Auswertungsmethode erstmals etwa gleich.
Nachdem allerdings gescheiterte Bewerber Bescheidbeschwerden an der Uni und die HochschülerInnenschaft (ÖH) eine Aufsichtsbeschwerde gegen die Uni-Leitung beim Wissenschaftsministerium eingereicht hatten, hat der Unirat unter dem Vorsitzenden Erhard Busek zuletzt auf eine Kulanzlösung gedrängt.
Erfreutes Ministerium
Die von der VP-nahen AktionsGemeinschaft (AG) geführte ÖH kündigt Zustimmung an. "Von uns kommt sicher kein Nein dazu, mehr Leute aufzunehmen. Es ist schön, dass sich durch den Druck etwas bewegt hat und dadurch mehr Männer einen Platz bekommen, die sonst (nach der bisherigen, nicht nach Geschlechtern getrennten Auswertung, Anm.) auch einen Platz bekommen hätten", betont der Vorsitzende Christian Orasche.
Im Ministerium zeigt man sich erfreut, dass es zu einer Lösung gekommen ist und will sich diese auch etwas kosten lassen. "Wir werden eine Lösung zwischen Med Uni und ÖH finanziell unterstützen", heißt es aus dem Büro von Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle (ÖVP). (APA, 21.9.2012)
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Als ich die Steuerberaterprüfung (neben der Arbeit, so wie alle anderen auch) machte, bekam meine Kollegin ein Stipendium, weil sie eine Frau ist. Sie hat genau das gleiche verdient wie ich, hat so wie ich studiert etc. Sie hatte mir gegenüber in der Ausbildung nie auch nur einen Nachteil (sie konnte allerdings wegen dem Bundesheer ein Jahr früher abschließen), trotzdem erhielt sie neben der Arbeit ein Stipendium, das ich mit meinen Steuern mitfinanzierte. Da stellt man sich dann schon die Frage: ist das gerechtfertigt? Und: wieso werden gerade Frauen unterstützt, die eh auf die Butterseite gefallen sind?
Speziell am Land ist das ein besonderes Problem. Man hat auch so gut wie keine Auswahlmöglichkeit weil die Ordinationen der guten Ärzte total überlaufen sind. Es kann nicht sein, daß die Bevölkerung zahlt und jemand anderer die Planstellen der Ärzte niedrig hält. Die rot-schwarze Stillsteher-Regierung zeigt auch hier wieder, daß sie endlich abtreten sollte.
...und für mehr Gendersensibilität in allen Bereichen, aber diese neue Art der Auswertung ist ein Schuß ins eigene Knie.
Dumme Ideen wie diese sind teilweise der Grund, warum ich mich dafür rechtfertigen muß, Feministin zu sein.
Anstatt hier beim Auswerten zu Schummeln, gehört bei den Ursachen angesetzt, die diese Ungleichheiten überhaupt erst erzeugen. Nicht die Symptome bekämpfen, sondern die Ursachen!
sympathisch und gut vorgetragen.
Aber eine (vielleicht lästige) Frage:
Wäre es nicht sehr unwahrscheinlich, gäbe es zwischen den Geschlechtern KEINEN Unterschied, d.h. die unterschiedliche Dotierung mit Hormonen hätte auf psychisch/geistige Dispositionen keinerlei Einfluss ?
Wäre das nicht (fast) auszuschließen ?
...sagt, dass bei diesen Tests Frauen schlechter abschneiden als Männer).
Dies zu betonen ist mir ganz wichtig: Es geht eben NICHT darum (bzw. es sollte nicht darum gehen) alle Unterschiede zwischen Menschen wegzumachen, aber sich anzusehen, wie stark diese Unterschiede wirklich sind und worauf sie sich gründen.
Das mit den Unterschieden ist so eine Sache. Tendenzielle Unterschiede gibt es natürlich, also dass man feststellen kann, irgendeine Fähigkeit X ist bei Männern durchschnittlich stärker ausgeprägt. ABER wenn man sich die Forschung dazu anschaut erkennt man: Die Unterschiede innerhalb der Geschlechter sind genauso groß wie die zwischen den Geschlechtern. Und darum geht's in dieser Debatte. Dass man wegkommt, von diesem "Frauen sind so und Männer sind so". Den Blick weg von den Geschlechtern und hin zum Individuum.
Und weiters: Besagte tendenzielle Unterschiede ändern auch nichts an der Tatsache, dass es Vorurteile gibt, welche sich dann in der Realität reproduzieren (siehe Tests, wo Frauen schlechter abschneiden, wenn man ihnen vorher....
Gibt leider viel zu viele Feministinnen (und ich vermute mal auch Feministen), die "Feminismus" als "alle Vorteile den Frauen, alle Nachteile den Männern" sehen. Dieser Ansatz vergiftet aber die ganze Debatte.
Wir leben im 21. Jahrhundert, da sollte es wirklich keine Rolle spielen, ob jemand XX oder XY hat oder als was er/sie sich fühlt.
Aber es ist halt einfacher, die Ursache nicht zu ergründen und stattdessen einfach die Auswirkungen zu negieren.
Kann leider nur 1 Grün für den Beitrag geben ;)
Die entsprechenden männlichen Bewerber fühlen sich nicht um ihren Studienplatz betrogen - sie WURDEN darum betrogen.
Ganz einfach.
Sind solche sinnlosen Beschönigungen wirklich notwendig?
... Man stellt also die Männer ruhig, die sich aufgrund der Auswertungsmethode beschwert haben. Nun könnten sich aber die Männer beschweren, die nun besser abgeschnitten haben als die zusätzlich genommenen Frauen, aber keinen Extraplatz ergattern konnten ... irgendwo ein Teufelskreis. Die Hoffnung der Universität scheint zu sein, dass die sich bereits damit abgefunden haben ...
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