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Istanbul - Die Justiz in Istanbul will mit neuen SonderstaatsanwältInnen die steigende Zahl von Gewaltverbrechen gegen Frauen bekämpfen. Wegen der stark ansteigenden Zahl von Beschwerden über Gewalt gegen Frauen habe die Istanbuler Staatsanwaltschaft eine Sondereinheit gebildet, die sich nur mit diesem Thema befassen solle, berichtete die regierungsnahe Zeitung "Zaman" am Montag. Sie soll in dieser Woche die Arbeit aufnehmen.
Nach Zählung des Internetportals Bianet sind in der Türkei in diesem Jahr bereits 114 Frauen von Ehemännern oder Ex-Männern getötet worden; 171 wurden verletzt.
Zwei StaatsanwältInnen für 1.500 Fälle
Laut "Zaman" waren bisher nur zwei Istanbuler StaatsanwältInnen mit dem Thema Frauengewalt betraut. Wegen der vielen Gewaltverbrechen gegen Frauen war die Zahl der Fälle, die von den beiden StaatsanwältInnen pro Monat zu bearbeiten waren, auf durchschnittlich 1500 gestiegen. Nun sollen drei bis vier StaatsanwältInnen in der größten Stadt der Türkei in einer neu eingerichteten Abteilung einige Monate lang ausschließlich das Thema Frauengewalt bearbeiten.
Falls dies nicht ausreiche, um die Fälle schnell abzuschließen, werde die Zahl der SonderstaatsanwältInnen weiter erhöht, zitierte "Zaman" den Istanbuler Oberstaatsanwalt Turan Colakkadi.
FrauenrechtlerInnen monieren laxes Vorgehen
Gewalt gegen Frauen gehört zu den größten sozialen Problemen der Türkei. Mehrere Gesetzesverschärfungen haben die Gewalt bisher nicht eindämmen können. FrauenrechtlerInnen beklagen einen Mangel an Plätzen in Frauenhäusern sowie eine häufig fehlende Entschlossenheit von Polizei und Justiz, die Verbrechen rasch zu ahnden. (APA, 24.9.2012)
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