Was Lieschen nicht lernt

  • Ab fünf Jahren ist man als Mädchen also schon reif für "Beauty", geht man nach der Zielgruppendefinition der Betreiberin einer Münchner Prinzessinnen-Oase.
    foto: ap/eugene hoshiko

    Ab fünf Jahren ist man als Mädchen also schon reif für "Beauty", geht man nach der Zielgruppendefinition der Betreiberin einer Münchner Prinzessinnen-Oase.

Weil es anscheinend nicht zu früh sein kann, sich als künftige Frau ums Äußere zu kümmern, hat in München ein Schönheitssalon für Mädchen ab fünf Jahren aufgemacht

In München gibt es endlich eine Anlaufstation "für Mädchen, junge Prinzessinnen und solche, die es werden wollen", zitiert die Süddeutsche eine Werbebotschaft von "Monaco Princesse", dem ersten Schönheitssalon für Mädchen zwischen fünf und fünfzehn in Deutschland.

Die Idee sei Inhaberin Kerstin Kobus gekommen, als sie sich mit dem "Thema Mädchen" auseinandergesetzt habe. Und das wiederum sei Folge ihrer Mutterschaft: Letztes Jahr kam ihre Tochter zur Welt. Daneben gebe es - wenig erstaunlich - auch im Bereich Kinder-Schönheit und entsprechenden Insituten Vorbilder in den USA, die es der Unternehmerin angetan haben. Was dort bereits etabliert sei, bringe so manche/n am alten Kontinent dann doch zum Kopfschütteln, erzählt sie der Süddeutschen. Doch wer nicht schüttle, sei hellauf begeistert.

Pinkifizierung ist die Antwort

Vom pinken Ambiente vorallem. Rosa Wände, rosa Verzierungen, rosa Produkte. Wie einen rosa Bademantel, den es auch in den Größen "Puppe" und "Mama" gibt. Oder Kosmetikprodukte extra für die Frau von morgen. Durchbrochen wird die rosa Flut nur durch protziges Gold, das dem Laden für die Schönheit von heute und morgen einen edlen Touch verliehen soll - denn mit Barbie-Kitsch wolle die Inhaberin nicht in Verbindung gebracht werden, sagt sie.

Im Salon können die Mädchen die Schönheitsprozduren an sich machen lassen, die sie sonst den Großen neiden: Frisur, Schminke, Naildesign. Alles perfekt. Warum sie diese Idee an die kleine Frau bringt? Jetzt mal im Ernst, Frau Korbus, muss sich die Unternehmerin von der Süddeutschen fragen lassen. Und den Ernst bekommen die LeserInnen wie Kundinnen auch geliefert, wenn die Antwort "Pädagogik" beinhaltet. Oder? "Mädchen werden ständig mit dem Thema Frau-Sein konfrontiert", wird die "Monaco Princesse"-Betreiberin zitiert: "Wir müssen sie fachgerecht an das Thema heranführen." Anscheinend ist die Pinkifizierung jetzt nicht mehr nur ein Marketinginstrument, sondern schon ein pädagogisches Konzept (red, dieStandard.at, 25.9.2012)

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