Umschulung in Care-Berufe funktioniert nicht

2. Oktober 2012, 11:43
  • Knapp 23.000 ehemalige Schlecker-MitarbeiterInnen, großteils Frauen, sind arbeitslos.
    foto: dpa/julian stratenschulte

    Knapp 23.000 ehemalige Schlecker-MitarbeiterInnen, großteils Frauen, sind arbeitslos.

Nur vereinzelt Umschulungen in Altenpflege und Kindererziehung - Die Mehrheit bleibt ohne Job

München - Der Vorschlag der deutschen Arbeits- und Sozialministerin Ursula von der Leyen, arbeitslose Schlecker-Frauen zu Erzieherinnen und Altenpflegerinnen umzuschulen, erweist sich laut einem Zeitungsbericht in der Praxis als nahezu unmöglich. Nur 81 der knapp 23.000 arbeitslos gemeldeten ehemaligen Beschäftigten absolvierten eine mehrjährige Umschulung, etwa zur Erzieherin oder Altenpflegerin, berichtete die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf eine bisher unveröffentlichte Statistik der Bundesagentur für Arbeit (BA). Laut "SZ" ist es die erste Erhebung, was aus den Schlecker-Frauen wurde. Die Arbeitsministerin wurde im Vorfeld für ihre Umschulungspläne kritisiert.

Nur ein Viertel mit neuem Job

Etwa 97 Prozent der knapp 23.000 von der Schlecker- und IhrPlatz-Pleite Betroffenen sind Frauen, rund ein Viertel von ihnen hat bisher eine neue Arbeit gefunden. 3.950 haben sich laut der Zeitung bei den Arbeitsagenturen ganz abgemeldet, weil sie in Mutterschutz gingen, vor der Pension stehen oder keine Leistungen erhalten, etwa weil ihr Ehepartner zu viel verdient. Nach Angaben von BA-Vorstand Raimund Becker absolvierten bis dato 10.000 Betroffene Weiterbildungsmaßnahmen.

Die von der Ministerin geforderte Umschulung zur Erzieherin scheitert dem "SZ"-Bericht zufolge häufig an den Vorgaben: So dürfe die Bundesagentur eine Umschulung maximal zwei Jahre fördern - die Ausbildung von Erzieherinnen dauere jedoch drei Jahre. Wer das dritte Jahr bezahlen muss, ist demnach zwischen Bund und Ländern umstritten. Nur in Einzelfällen sei bisher eine Lösung gefunden worden. (APA, 2.10.2012)

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13 Postings
Einfach faul.

Ab ins Arbeitslager mit denen!

Für die Pflege und Betreuung braucht es Herz und Hirn

Die Pflege- und Betreuungsberufe leiden an einem schweren Los. Historisch betrachtet wurden immer wieder vorwiegend Frauen, insbesondere in die Altenpflege gezwungen, entsprechend widerwillig wurde oft gearbeitet... so verdoppelt sich das schlechte Image.
Hier gilt es, an mehreren Schrauben gleichzeitig zu drehen.

Blöde Frage...

...Wieso wird eigentlich (auch in deutschen Artikeln) alles auf Englisch übersetzt, wenns ein adäquates Wort (in diesem Fall "Pflegeberufe") auch in Deutsch gibt? Wieso sagt man dann nicht gleich "Schlecker-Women"? Klingt doch viel fetziger....

dein letzter sinnentbehrender kommentar kommt nicht durch, scheint es :).

ich bin kein herr oberlehrer sondern eine viel reisende und fremdsprachig lesende weibsperson und würde informationen auch nicht rechthaberisch persönlich nehmen.

dass viele menschen (eben nicht nur männer sondern auch frauen) sich nicht entschließen können, einen "care"-beruf anzunehmen (ich bin wohl auch nicht anders) und die gesellschaft solche tätigkeiten nicht entsprechned würdigt, ist eine traurige tatsache für die menschheit.

es ist tatsächlich so, dass wir im deeutschen nicht für jeden begriff ein wirklich passendes wort haben.
"care" = sich kümmern, nicht gleichgültig bleiben, umsorgen, ... man kriegts kaum hin.

ebenso "share", übersetz das mal. teilen ist eigentlich "divide" aber gemeinsam nutzen oder zur verfügung stellen oder was immer ...

"happy" / "lucky" - unterscheide das mal auf deutsch mit einem attribut.

Naja...

..."share" kann man schon mit teilen übersetzen, oder? Und "happy" und "lucky" würd ich mit "fröhlich" und "glücklich" übersetzen. Bei "Care", naja ok...

nix kapiert.
das ist es ja, to share und to divide sind zwei sehr verschiedene aktivitäten und wir haben nur ein wort dafür, ebenso wie für happy und lucky.
die holländer haben nur ein wort für stolz und trotz und kapieren den unterschied auch nicht.
ende des offtopic.

Jawohl, Herr Oberlehrer.

Amen, Herr Oberlehrer.

Redaktion dieStandard.at
00
3.10.2012, 11:54
Ganz einfach,

Pflegeberufe trifft es nicht (Kinderpädagogik ist kein Pflegeberuf..) und eine Aufzählung im Titel wäre zu lang gewesen. Care ist ein Überbegriff für Sorge-Arbeit und damit noch am ehesten geeignet, die betreffenden Berufe zusammenzufassen. lg, die Red

Von einer Ausbeutung in die Nächste

Ich nehme an, dass die Berufe in die die ehem.Schleckermitarbeiterinnen umgeschult werden sollte in D auch schlecht bezahlt sind...

Das Erschreckende bei der Schlecker-Pleite

.. war die Anzahl der Entlassungen.
Aber nicht wegen der Menschen sondern wegen der schlechten Presse.

Dass 23.000 unterqualifizierte Beschäftigte nicht auf die schnelle Jobs bekommen, ist jedem klar.

Schlimm nur, dass es jetzt auch noch jemand klar gesagt hat!

So dürfe die Bundesagentur eine Umschulung maximal zwei Jahre fördern - die Ausbildung von Erzieherinnen dauere jedoch drei Jahre.

wie erfreulich - nicht nur beim AMS wird jede vernünftige intervention mit hilfe der bürokratie abgewürgt

Das ist doch ein absichtlich so gemachter "politischer Wille"!

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