Umschulung in Care-Berufe funktioniert nicht

  • Knapp 23.000 ehemalige Schlecker-MitarbeiterInnen, großteils Frauen, sind arbeitslos.
    foto: dpa/julian stratenschulte

    Knapp 23.000 ehemalige Schlecker-MitarbeiterInnen, großteils Frauen, sind arbeitslos.

Nur vereinzelt Umschulungen in Altenpflege und Kindererziehung - Die Mehrheit bleibt ohne Job

München - Der Vorschlag der deutschen Arbeits- und Sozialministerin Ursula von der Leyen, arbeitslose Schlecker-Frauen zu Erzieherinnen und Altenpflegerinnen umzuschulen, erweist sich laut einem Zeitungsbericht in der Praxis als nahezu unmöglich. Nur 81 der knapp 23.000 arbeitslos gemeldeten ehemaligen Beschäftigten absolvierten eine mehrjährige Umschulung, etwa zur Erzieherin oder Altenpflegerin, berichtete die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf eine bisher unveröffentlichte Statistik der Bundesagentur für Arbeit (BA). Laut "SZ" ist es die erste Erhebung, was aus den Schlecker-Frauen wurde. Die Arbeitsministerin wurde im Vorfeld für ihre Umschulungspläne kritisiert.

Nur ein Viertel mit neuem Job

Etwa 97 Prozent der knapp 23.000 von der Schlecker- und IhrPlatz-Pleite Betroffenen sind Frauen, rund ein Viertel von ihnen hat bisher eine neue Arbeit gefunden. 3.950 haben sich laut der Zeitung bei den Arbeitsagenturen ganz abgemeldet, weil sie in Mutterschutz gingen, vor der Pension stehen oder keine Leistungen erhalten, etwa weil ihr Ehepartner zu viel verdient. Nach Angaben von BA-Vorstand Raimund Becker absolvierten bis dato 10.000 Betroffene Weiterbildungsmaßnahmen.

Die von der Ministerin geforderte Umschulung zur Erzieherin scheitert dem "SZ"-Bericht zufolge häufig an den Vorgaben: So dürfe die Bundesagentur eine Umschulung maximal zwei Jahre fördern - die Ausbildung von Erzieherinnen dauere jedoch drei Jahre. Wer das dritte Jahr bezahlen muss, ist demnach zwischen Bund und Ländern umstritten. Nur in Einzelfällen sei bisher eine Lösung gefunden worden. (APA, 2.10.2012)

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