Gleichberechtigung auf Italiens Straßen

4. Oktober 2012, 14:03

Soziologinnen, Historikerinnen und Feministinnen starten Kampagne für eine 50/50-Frauenquote in Toponomastik - Derzeit nur vier Prozent nach Frauen benannt

Rom - In Italien entsteht eine Bewegung, die auch bei Ortsnamen für Gleichberechtigung sorgen will. Nur vier Prozent der Straßen im Stiefelstaat sind nach einflussreichen Frauen benannt. Dies soll sich nun ändern. In Rom ist eine Bewegung aus Historikerinnen, Soziologinnen und Feministinnen entstanden, die dafür drängt, dass künftig die Hälfte der Straßen, die neu benannt werden müssen, Namen einflussreicher Frauen tragen werden.

Über das Thema wird am kommenden Wochenende in Rom im Rahmen eines Treffens diskutiert, an dem unter anderem Toponomastik- und Geographie-ExpertInnen teilnehmen sollen, berichtete die römische Tageszeitung "La Repubblica" am Donnerstag. "Auch die Städte müssen sich ändern und beweisen, dass sie auch die Rolle der Frauen anerkennen wollen", sagte die Geografie-Lehrerin und Feministin Maria Pia Ercolini.

Ursprünge in Florenz

Die Bewegung für die "Frauenquote" in der italienischen Toponomastik hat in Florenz ihren Ursprung. Die Gemeinde hatte 2008 beschlossen, dass künftig die Hälfte der Straßen, die neu benannt werden müssen, Namen einflussreicher Frauen tragen werden. Zu den prominenten Florentinerinnen, nach denen demnächst Straßen und Plätzen der toskanischen Hauptstadt benannt werden könnten, zählen die 2006 gestorbene Schriftstellerin Oriana Fallaci, die Mäzenin Anna Maria Luisa de Medici und die Adelige Beatrice Portinari. (APA, 4.10.2012)

...immer diese quoten...

...es wird langsam aber sicher langweilig...

Sehr gute Idee (solange es bei Neubenennungen bleibt und nicht willkürlich bereits bestehende Namen ausgewechselt werden)! Könnten anfangs auch gerne mehr als 50% sein - Vorab definierte Quoten sind m.E. nie gerecht oder wirklich dienlich. Wenns irgendwo viele verdienstvolle und würdigungswürdige Frauen gibt, dann sollen die ruhig deutlich stärker in den Vordergrund treten, genauso wie man nichts erzwingen sollte, wenns irgendwo vielleicht weniger gibt. Von 0-100% Frauen/Männeranteil sollte eigentlich immer und überall alles möglich sein - echte, unvoreingenommene Meritokratie eben. Es kommen ja in Italien ohnehin in fast jeder Stadt und jedem Dorf die gleichen Namen vor, ein etwas größeres Repertoire wäre da sicher eine Bereicherung.

So wie den "Claretta-Petacci-Weg", die "Sabrina-Began-Straße", der "Mara-Carfagna-Platz", die "Noemi-Letizia-Allee", die "Straße der Patrizia d´Addario" und natürlich der "Karima el-Mahroug Platz".
Kandidatinnen gibt es sicherlich zuhauf!

sie sind.....

im trash sehr beschlagen, haben sie sonst noch irgendwelche, ev. interessantere italienkenntnisse anzubieten?

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.