Ein Tag wie jeder andere

5. Oktober 2012, 17:44
  • SPÖ-Frauen in Wien-Ottakring bei ihrer Aktion zum diesjährigen Equal Pay Day.
    foto: astrid knie

    SPÖ-Frauen in Wien-Ottakring bei ihrer Aktion zum diesjährigen Equal Pay Day.

  • "Unhappy Hour" hieß es bei den Grünen Frauen am Donnerstagnachmittag.
    foto: rober newald

    "Unhappy Hour" hieß es bei den Grünen Frauen am Donnerstagnachmittag.

Nur arbeiten Frauen seit Samstag gratis: 23,7 Prozent beträgt der Lohnunterschied zwischen Frauen und Männern

Frauen in Österreich verdienen noch immer deutlich weniger als ihre Kollegen: Männer haben bis zum Equal Pay Day 2012, der in diesem Jahr österreichweit auf den 6. Oktober fällt, bereits so viel verdient, wie Frauen erst zu Jahresende auf dem Konto verbucht haben werden.

Bei ganzjähriger Vollzeitbeschäftigung erhalten Frauen laut Berechnung der Arbeiterkammer (AK) Oberösterreich 23,7 Prozent weniger Gehalt als Männer - rechnet man Teilzeit- und atypisch Beschäftigte hinzu, sind es sogar 40 Prozent. Damit liegt Österreich im EU-Vergleich nunmehr an vorletzter Stelle. Weiter klafft die Schere nur noch in Tschechien auseinander.

Doch es ist nicht nur der Einkommensunterschied zwischen Männern und Frauen, der jedes Jahr annähernd gleich bleibt. Parteien und Organisationen wie die AK, der ÖGB und Wirtschaftskammer nehmen den Tag stets zum Anlass, um ihre Forderungen zu erneuern.

Lohnunterschied als "Armutszeugnis"

Es sei "ein Armutszeugnis, dass wir im Jahr 2012 noch immer Lohnunterschiede von 23,7 Prozent haben", sagte Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ). Der Equal Pay Day finde heuer zwar drei Tage später als im vergangenen Jahr statt, trotzdem gebe es genug zu tun. Geht es nach Heinisch-Hosek habe die Politik ihre Hausaufgaben gemacht - nun seien die Unternehmen am Zug. Dennoch schlägt sie erneut ein Rezept vor, um Lohngerechtigkeit zu erreichen: mehr Transparenz. In einer gemeinsamen Aktion mit den SPÖ-Frauen in Wien-Ottakring unterzog Heinisch-Hosek die Einkommensunterschiede zwischen Männern und Frauen einem Reality-Check und lud PassantInnen zu einer Gehaltsoffenbarung.

Die unglückliche Stunde

Für die Grünen war der diesjährige Equal Pay Day Anlass, für Frauen eine "Unhappy Hour" zu veranstalten. Zudem forderten die Grünen Frauen mit Bärten maskiert vor der Universität Wien: "Mehr Geld für Frauen, sofort!" Die grüne Frauensprecherin Judith Schwentner verlangt einen gesetzlichen Mindestlohn und Einkommensberichte, die verpflichtend mit Frauenförderung verknüpft werden. Vor allem bei den Einkommensberichten sei noch viel zu tun. Es brauche klare Vorgaben, wirksame Kontrollen und eine Verpflichtung zur Beseitigung von Missständen, so Schwentner.

BZÖ und ÖGB: Mindestlohn

Ein Vorschlag zur Beseitigung von Missständen kam am Donnerstag vom BZÖ: Frauensprecherin Martina Schenk forderte einen gesetzlichen Mindestlohn von 1.500 Euro brutto. "Die Leistungen der österreichischen Frauen müssen sich endlich bezahlt machen. Es ist eine Ungerechtigkeit, dass die Mindestsicherung schon bald mehr ausmacht, als viele Frauen mit ihrer Arbeit verdienen", erklärte Schenk via Aussendung.

Auch die ÖGB-Frauen legten in Sachen Mindestlohn nach: Angesichts der Krise und der starken Teuerung fordert ÖGB-Frauenvorsitzende Brigitte Ruprecht ebenso einen Mindestlohn von 1.500 Euro. Angesichts der Einkommensschere müsse man Frauen raten, ja nicht zu Hause zu bleiben, sondern ihr Leben lang Vollzeit zu arbeiten, um nicht in der Pension in die Armutsfalle zu tappen. Denn die künftige lebenslange Durchrechnung und das Pensionskonto würden die Lage der Pensionistinnen weiter verschlechtern, ergaben Berechnungen der ÖGB-Frauen.

Für FPÖ ist Ungleichbehandlung ein "Mythos"

Gänzlich anders schätzt die FPÖ die Lage ein. Für die Frauensprecherin Carmen Gartelgruber hat sich die Ungleichbehandlung von Frauen und Männern inzwischen als "Mythos" herausgestellt. Es sei klar belegt, dass die bereinigten Einkommensunterschiede (der Vergleich von Frauen und Männern bei gleicher Qualifikation und gleichen Voraussetzungen) "nicht existent oder marginal" seien. Verbesserungsbedarf ortet die FPÖ jedoch bei den Angeboten an Kinderbetreuung.

"Keine weiteren Belastungen"

AK-Präsident Herbert Tumpel forderte, dass die Betriebe Frauen und Männern die gleichen Zugangschancen zu den verschiedenen Berufen eröffnen sollen und frauendominierte Berufe besser bewertet werden. Qualitativ hochwertige Betreuungsplätze müssten dringend ausgebaut werden, ebenso rasch müsse die Beteiligung der Väter an der Kinderbetreuung gefördert werden. Zudem sprach sich Tumpel für eine verpflichtende Frauenquote in Aufsichtsräten aus.

Das würde "weitere Belastungen für Betriebe" bedeuten, kritisierte WKÖ-Generalsekretärin Anna Maria Hochhauser die Vorschläge Tumpels. Die Wirtschaft habe in den vergangenen Jahren eine Reihe von Belastungen wie Einkommensberichte, Lohnangaben in Stelleninseraten und höhere Strafen akzeptiert, "nun reicht es", so Hochhauser. Außerdem habe sich der Einkommensunterschied zwischen Männern und Frauen "stark verringert". (APA/red, dieStandard.at, 5.10.2012)

Info

Die 23,7 Prozent Lohnunterschied zwischen Männern und Frauen berechnete die Arbeiterkammer Oberösterreich auf Datenbasis der Lohnsteuerstatistik 2010 der Statistik Austria.

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Bezeichnend ...

und etwas entlarvend, was die Wirtschaftskammerpräsdentin hier als "Belastungen der Wirtschaft" aufzählt ...

und da jährlich mehrmals der gleiche quatsch verbreitet wird muss man man halt immer wieder das gleiche schreiben obwohls mich eigentlich schon nervt:
der lohnunterschied für gleiche arbeit existiert nicht! was es schon gibt sind schlechter bezahlte berufe die großteils von frauen ausgeübt werden und besser bezahlte "männerberufe". zum teil gerechtfertigt, zum teil sicher nicht. wenn sich diverse organisationen mal auf die sacheben begeben würden und z.B. bessere entlohnung für pflegeberufe (frauen & männer) fordern würd sich hier vielleicht mal was ändern. ist natürlich nicht so bequem wie zu schreien dass die frauen so arm und benachteiligt sind und würd wohl auch die existenzberechtigung mancher frauenbeauftragten untergraben.

Sie müssten nicht immer wieder das gleiche schreiben, wenn sie den Artikel lesen würden und nicht etwas hineininterpretieren, das falsch ist, um dann den Artikel als falsch zu bewerten!

In dem obigen Artikel behauptet niemand, dass der Lohnunterschied für gleiche Arbeit/Qualifikation und gleiche Arbeitszeit 23% ist!!!

Dass Frauen weniger verdienen ist nunmal eine Tatsache - und da gilt es Ursachen zu erforschen (und die sind durchaus struktureller Natur und nicht auf die Faulheit der Frauen begründet) und Maßnahmen zu setzen, dass unsere Gesellschaft gerechter wird (außer man sagt: Gibt eh kein Problem, weil die Frauen ja selber schuld sind, also brauchen wir auch keines Lösen).

A) Gerechte Gesellschaft => Frauen und Männer verdienen gleich viel

B) Frauen und Männer verdienen gleich viel => Gerechte Gesellschaft

Leider sind sowohl A) als auch B) meiner Meinung nach falsch. Entsprechende Beispiele können leicht erdacht werden.

Wenn man...

...etwas misst, dann sollte man aber schon das messen, was man messen will. Ich koennte zB ermitteln, dass Frauen in einem Restaurant im Schnitt weniger bezahlen und mich dann beschweren, dass Maenner benachteiligt sind und mich bitter ueber die boese Gastronomie beklagen...

Es beschwert sich ja niemand über die "Gastronomie" (Das wäre wohl "die Wirtschaft", wenn ich ihr Beispiel auf das Problem der Gehaltsunterschiede umlege)

Die Gastronomie wäre eben ein Ansatzpunkt für eine Verbesserung zu sorgen.

Sie dürfen aber bei ihrem Vergleich nicht aus den Augen verlieren, dass das Thema Einkommen wohl wesentlich relevanter ist als das Thema Restaurantbesuch - hier ist einfach ein qualitativ eklatanter Unterschied.

Jajaja...

...;-) Mir ist schon klar, dass jeder Vergleich nur ein Vergleich ist. Und genau das wollte ich ja sagen, dass sich niemand ueber die Gastronomie beschwert, obwohl ich da genauso Dinge statistisch konstruieren koennte. Ich versuche es ohne Vergleich: wenn man etwas misst, sollte man es direkt messen und nicht aus irgendwelchen indirekten Messgroessen Rueckschluesse ziehen, die auf zusaetzlichen Annahmen beruhen.
Oben wird implizit angenommen, dass a) Frauen gleich lange arbeiten wie Maenner, b) die gleichen Arbeiten wie Maenner machen, c) die gleichen hierarchischen Positionen einnehmen wie Maenner. All diese Annahmen sind falsch.

NEIN.
Es wird nicht implizit angenommen, dass
a) Frauen gleich lange arbeiten wie Maenner,
b) die gleichen Arbeiten wie Maenner machen,
c) die gleichen hierarchischen Positionen einnehmen wie Maenner.

Wie kommen Sie auf die Idee, dass dies angenommen wird. Das muss auch nicht angenommen werden.

Die Frage ist,
a) warum Frauen nicht gleich lang arbeiten (können) wie Männer (also eher in Teilzeitjobs arbeiten und viel mehr Zeit für Kinderbetreuung aufbringen)
b) warum Frauen in Berufen tätig sind, die weniger Lohn einbringen (Warum sind Berufe im Gesundheitswesen so schlecht bezahlt?)
c) warum in den oberen Etagen hauptsächlich Männer sitzen

Und:
Kann die Gesellschaft hier etwsa verändern, damit dies anders wird.

????

Da muss was falsch rennen, _ich_ kann doch nicht die Meinung der FPOE teilen. Joessas...

Und wieder wird mit Phantasiezahlen gewerkelt.

Wann ist der equal work day?

Dafür müsste das Jahr mindestens 500 Tage haben.

gilt bei

ganzjähriger Vollbschäftigung...
Ihre Frage wär nur berechtigt, wenn Frauen 23% weniger verdienen, weil sie 23% weniger arbeiten. Wird aber bei der Studie nicht angenommen.

Frauen arbeiten statistisch weniger, sie nehmen eher Teilzeitjobs und schlecht bezahlte unqualifizierte Jobs. Dass Frauen dann insgesamt weniger verdienen ist eh klar. Weniger/kuerzer/unqualifizierter Arbeit -> weniger Geld.

D.h. dass Maenner statistisch gesehen mehr arbeiten. Jetzt koennt ich glatt sagen dass ich mich als Mann diskriminiert fuehle, tu ich aber nicht weil ich Geld fuer meine Arbeit bekomme und ich gerne arbeite.

ja ehhh

Trotzdem wird das bei der Studie eben nicht angenommen. Ist das so schwer zu verstehn? Frauen verdienen - auch bei der Annahme, dass sie gleich viel arbeiten wie Männer, 23% weniger. Tu nicht weinen, es ist halt so.

Aber nicht für die oft zitierte "gleiche Arbeit"...

ja, wir wissen eh

dass ein Baggerfahrer 10000mal mehr "wert" ist, als eine Kindergärtnerin und deswegen auch mehr verdienen muss. Passt schon.

Das waere eine...

...Sachdiskussion, die mit den obigen Zahlen recht wenig zu tun hat. Und nicht einmal die ist serioes, weil der Faktor 10 000 natuerlich laecherlich ist...man kann nicht statistisch argumentieren ohne Grundkenntnisse der Statistik zu besitzen. Zumindest das koennte man doch verstehen...scheint aber nicht so.

Wieviele verschiedene Schubladen haben Sie? Zwei?

Ja aber darum geht's ja nicht ausschließlich!!

Oder wollen Sie behaupten, Frauen seien einfach fauler und sind sowieso selbst schuld, weil sie weniger verdienen?

Oder gibt es nicht vielleicht doch strukturelle Gründe, die dazu führen, dass Frauen weniger Geld verdienen? Vielleicht weil Sie mehr Arbeitszeit in unentgeltliche "Arbeit" wie Kindererziehung, Altenbetreuung, "Familienarbeit" investieren (bzw. investieren MÜSSEN), weil eben die Strukturen dies fördern!

Nein das will ich nicht behaupten und erkenne auch nicht wo Sie das aus meinem Posting herausgelesen haben wollen...

Dann verstehe ich nicht, wieso sie auf der "oft zitierten gleichen Arbeit" herumreiten, obwohl es in dem Artikel (und bei dem Thema) gar nicht darum geht!

Weil auf Basis des "Ungleicher Lohn für gleiche Arbeit" immer und immer wieder eine Ungerechtigkeit suggeriert wird die so nicht besteht. Der Equal Pay Day beinhaltet keine Ungerechtigkeit zwischen den Geschlechtern sonder zwischen unterschiedlichen Berufsgruppen (bzw Tätigkeitsfeldern, etc) und ist damit in seiner jetzigen Form (als heroischer Kampf der armen Frauen gegen die bösen Männer) schlicht Unsinn.

Wieder die selbe Leier.

WO bitte ist hier hauptsächlich(!) von "Ungleicher Lohn für gleiche Arbeit" die Rede. "Hauptsächlich" schreibe ich deshalb, weil sie sich ständig genau auf diesem Aspekt reiben und so tun, als wäre dies für die Initiatoren der Hauptgrund - was aber überhaupt nicht der Fall ist!!!

"ungleicher Lohn für gleiche Arbeit" ist ein Aspekt - den es zwar nach wie vor gibt, aber sicherlich bereits wesentlich eingedämmt wurde.

Das ganze Thema hat aber noch viele andere Aspekte bzw. Gründe, warum Frauen weniger verdienen.

Und die gesamte Summe der Gründe ist es, worum es beim Equal Pay Day geht.

Sie ziehen sich einfach einen Teilaspekt heraus und verstehen dann die Welt nicht mehr? Warum?

Zb am Print-Standard-Cover vom Equal-Pay-Day. Aber das nur nebenbei.

Beim Equal-Pay-Day wird so getan als gäbe es Ungerechtigkeiten in der Entlohung von Männern bzw Frauen!

Das ist im großen und ganzen falsch! Möglicherweise gibt es Ungerechtigkeiten bei der Entlohnung von Menschen in Pflegeberufen und Menschen im Baugewerbe. Möglicherweise gibt es Ungerechtigkeiten bei der Verteilung der Aufgaben innerhalb der Gesellschaft. Möglicherweise gibt es Ungerechtigkeiten im Bildungssystem. Usw.

Das hat mit Frauen vs Männer ursächlich nur wenig zu tun. Oder soll ein Mann der einen Pflegeberuf ausübt weniger bekommen als seine Kolleginnen damit der "GenderPayGap" kleiner wird?

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