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Sich durch das Schreiben befreien: Ursula Krechel bei der Verleihung des Deutschen Buchpreises.
Frankfurt am Main - Die einzige Frau und der kleinste Verlag auf der Shortlist gewannen: Der Deutsche Buchpreis 2012 ging am Montag im Kaisersaal des Frankfurter Römers an die in Berlin lebende 64-jährige Autorin Ursula Krechel und ihren im Salzburger Verlag Jung und Jung erschienenen Roman "Landgericht" (DER STANDARD berichtete).
Buchpreis als Verkaufsbooster
Die renommierte Auszeichnung wurde zum achten Mal vergeben. Sie ist mit 25.000 Euro dotiert und bedeutet auch einen starken Anschub bei den Verkaufszahlen - besonders erfreulich für den Salzburger Verleger Jochen Jung, der bereits vor zwei Jahren mit Melinda Nadj Abonjis "Tauben fliegen auf" einen Überraschungssieg gelandet hatte. Die fünf übrigen Finalisten erhalten jeweils 2.500 Euro.
Gegen bürgerliche Vorstellungen anschreiben
Ursula Krechel wurde 1947 als Tochter eines Psychologen in Trier geboren. Nach der Promotion war sie von 1969 bis 1972 Dramaturgin an den Städtischen Bühnen Dortmund, ehe sie sich 1972 als freie Schriftstellerin selbstständig machte. "Für mich war das Schreiben ein Weg ins Offene, ins Freie - eine Trennung von bestimmten bürgerlichen Vorstellungen", sagte sie im Interview mit der dpa. Lange engagierte sie sich auch praktisch in der Frauenbewegung, später griff sie in ihren Gedichten, Hörspielen und Essays auch andere gesellschaftliche Themen auf. Zu ihren jüngsten Gedichtbänden gehören die Titel "Stimmen aus dem harten Kern" (2005), "Mittelwärts" (2006) und "Jäh erhellte Dunkelheit" (2010), die die/den LeserIn durchaus herausfordern.
Positive Kritiken erhielten etwa auch der Prosaband "Die Freunde des Wetterleuchtens" (1990) sowie die Erzählung "Der Übergriff" (2001) um eine arbeitslos gewordene Journalistin. Über ihre eigenen Erfahrungen als Autorin berichtet sie in dem Handbuch "In Zukunft schreiben" (2003). Heute lebt Krechel mit ihrem Mann im Berliner Stadtteil Wilmersdorf. (APA, 9.10.2012)
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