Premiere für kopftuchtragende Bürgermeisterin

9. Oktober 2012, 16:57

Ökonomin Amra Babic übernimmt Amt in Visiko

Sarajevo - In Bosnien wird erstmals eine Kopftuch tragende Frau ein Bürgermeisteramt antreten. Die 43-jährige Amra Babic wurde mit 30 Prozent der Stimmen bei den Kommunalwahlen am Sonntag zur Bürgermeisterin der muslimisch geprägten Stadt Visoko gewählt, wie die Wahlkommission am Dienstag mitteilte. Ihre Wahl wäre nicht nur eine Premiere für die rund 40.000 EinwohnerInnen zählende Stadt nahe Sarajevo und in Bosnien, "sondern auch für Europa", hatte Babics Partei der Demokratischen Aktion (SDA) vor der Wahl erklärt.

Wandelnde Rolle des Kopftuchs

Die SDA ist die wichtigste muslimische Partei des Landes. In Bosnien sind rund 40 Prozent der etwa 3,8 Millionen EinwohnerInnen Muslime, damit ist der Islam die verbreiteste Religion des Landes vor den verschiedenen Strömungen des Christentums. Das Tragen des Kopftuchs war zu Zeiten des Kommunismus verboten. Heute sind Kopftücher und Ganzkörperschleier erlaubt; trotzdem ist der Großteil der muslimischen Frauen in Bosnien unverschleiert.

Vor ihrer Kandidatur bei den Kommunalwahlen war die Ökonomin Babic Finanzministerin der zentralen Region Zenica. Die dreifache Mutter verlor ihren Mann im Bosnien-Krieg (1992-1995) und leitete jahrelang eine Organisation für muslimische Familien, die Angehörige in dem Konflikt verloren haben. (APA, 9.10.2012)

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11 Postings
wen interessierts

ob eine frau nun kopftuch trägt oder nicht?
so lange sie kompetent ist, geht das keinen was an. Sie sollte halt nicht grade mit burka rumrennen. aber was macht schon ein kopftuch aus, also bitte !!!

Wenn jemand als Bürgermeister...

...ständig mit Mönchskutte oder einem 50cm-Kreuz um den Hals herumrennen würde, wäre das genauso ein Grund, am Intellekt und speziell desjenigen zu zweifeln.

minus "und speziell" :)

einerseits

ist es unerfreulich, dass Religion weiter ins öffentliche Leben getragen wird,

andererseits
ist es erfreulich wenn eine religiöse Muslima darauf verzichtet in einer geschützten, weitgehend weiblichen Welt zu leben, und sich stattdessen in der Männerwelt der Gemeindepolitik behauptet

Kopftücher sind wohl kaum als Ausdruck von Religion..

...im öffentlichen Leben zu sehen.
In ländlichen Gebieten, speziell im Osten und Süden Österreichs laufen genug ergraute Weibleins mit Kopftüchern herum. Beweifle, daß sie sich täglich 5x gegen Mekka zum Gebet verbeugen

hätts einen irokesen würds ka sau interessieren

was menschen (AUCH politiker) in ihrer freizeit machen ist mir egal, die frage ist wie sie schalten und walten

ich bin mir sicher dass dieser aufschrei deswegen passiert, weil es um den islam geht, wäre sie buddhistisch und würde aus RELIGIÖSEN gründen in einem mönchkuttel ankommen würde das jeder "ganz toll" finden, weil "wir so eine tolerante gesellschaft" sind

wenn der dailalama auftritt - wie immer in religiöser kluft - ist das super

die religion soll bitte nicht in "unser leben" eingreifen und uns in ruhe lassen aber anders herum müssen religöse leute sich alles gefallen lassen

die trennung von staat und relgion ist KEINE EINBAHNSTRASSE

religionsfreiheit = auch der staat sich raushalten

-gezeichnet: ein atheist

danke für ihr posting, so ähnlich seh ich das auch.

volle Zustimmung!

Schlimm!

So sehr das persönliche Schicksal dieser Frau und der Verlust der Familie im Krieg tragisch ist und diese Ereignisse die Frau so geprägt haben, dass sie nun im Glauben Halt gefunden hat, so schlimm ist dieses Zeichen außen für ein BiH dass in die EU will.
Vor allem in Visoko, einem Ort vor Sarajevo der bislang für seine Liberalen und Intellektuellen bekannt war.

Es spricht wohl eher für eine liberale Einstellung der religiösen Wähler. Und das ist ein gutes Zeichen.

Ich habe außerhalb Sarajewos tatsächlich keine einzige verschleierte Frau gesehen!

"[...] einem Ort [...] der bislang für seine Liberalen und Intellektuellen bekannt war"

„Liberale und Intellektuelle“ wiederum sind dafür bekannt, daß es sie in tiefe Verstörung versetzt, wenn eine Frau mit Kopftuch sich nicht klischeekonform verhält. „Liberale und Intellektuelle“ treten daher dafür ein, daß Frauen mit Kopftuch nicht studieren dürfen und keiner Berufstätigkeit nachgehen dürfen; die „liberale und intellektuelle“ Idealvorstellung geht dahin, daß Frauen mit Kopftuch die Wohnung nicht verlassen dürfen.

Ich habe daher großes Verständnis für Ihr Entsetzen - und jenes aller "Liberalen und Intellektuellen" in Visoko - über den Ausgang der Wahlen.

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