Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate

Technikqueens in ihrem natürlichen Element.
Es ist eine bekannte Tatsache: Mädchen und junge Frauen wählen deutlich seltener als Burschen und junge Männer einen technischen Ausbildungs- und Berufsweg. Und dieser Umstand zieht sich durch sämtliche Stufen der Berufsbildung, von der Lehre bis hin zum Universitätsstudium, hindurch.
Männliche Domänen
So stellen etwa in technisch gewerblichen Schulen Mädchen nur 12 Prozent aller SchülerInnen, lediglich 20 Prozent der AbsolventInnen von technisch-ingenieurwissenschaftlichen Studien sind weiblich. Selbst wenn Frauen einen technischen Karriereweg einschlagen, verlassen oder unterbrechen sie diesen eher als ihre männlichen Kollegen, etwa aufgrund von Betreuungspflichten. Wenig überraschend ist daher auch in der Technik Teilzeit weiblich geprägt: 32 Prozent der Frauen, aber nur drei Prozent der Männer arbeiten hier in Teilzeit.
Keine Role Models: "Superwissenschaftlerinnen"
Die Datenlage ist offenkundig - allerdings bleiben in den Statistiken die Rahmenbedingungen, unter denen Mädchen einen technischen Beruf wählen würden, weitgehend unklar. Die Studie "Frauen und Mädchen in technischen Berufen", die vom SORA-Institut im Auftrag der OMV durchgeführt wurde, will diese Lücke schließen und untersucht nicht nur die Gründe dieser Entscheidungen, sondern thematisiert auch, was es für eine Veränderung der Situation braucht. Hierfür zogen die ForscherInnen unter anderem Statistiken, Literaturanalysen und Tiefeninterviews mit jungen Frauen in Technikberufen heran.
Die Ergebnisse sind ebenso eindeutig wie vorhersehbar: Die Wahl des Berufsweges von Mädchen und jungen Frauen ist stark von den vorherrschenden Geschlechterstereotypen abhängig. Technische Berufe seien stark mit "männlichen" Werten wie Hochleistung und Konkurrenz belegt, jungen Frauen fehle es oft an Role Models, die beweisen, dass ihre Lebensentwürfe mit technischen Berufen vereinbar sind, lautet ein Resümee der SORA-Studie. Allerdings: Die Role Models müssen auch "erreichbar" sein - "Superfrauen" in Wissenschaft und Technik würden eher abschrecken.
Strukturelle Reparaturen
Direkte Diskriminierungen in Ausbildung, Bewerbungsprozessen und Beförderungen seien selten, so die ForscherInnen. Die größere Hürde stellen die vorzufindenden Bildungs- und Arbeitsplatzangebote dar. Unternehmen, die mehr Frauen in technischen Berufen haben wollen, müssen sich folglich grundlegend ändern: So brauche es neben langfristigen Förderungen auch Arbeitszeit- und Arbeitsmodelle, die sich für alle MitarbeiterInnen - nicht nur für Frauen - mit den persönlichen Bedürfnissen vereinbaren lassen.
Mit der Initative "Österreich sucht die Technikqueens" setzt die OMV vorerst beim weiblichen Nachwuchs an: Mädchen zwischen 14 und 16 Jahren sind aufgerufen, auf www.technikqueen.at ihr technisches und naturwissenschaftliches Wissen unter Beweis zu stellen. Die besten 50 Teilnehmerinnen werden zu einem Technik-Workshop in Wien eingeladen, die Hälfte wird in das Mentoring-Programm des Unternehmens aufgenommen. (red, dieStandard.at, 16.10.2012)
Link
Weiterhin Zuwachs bei AkademikerInnen-Jobs in Österreich - Segmentierung nach Geschlechter wird sich künftig noch mehr verfestigen
Ab 2013 einheitlicher Test in Innsbruck, Graz und Wien - Keine Unterscheidung nach Geschlechtern
Eltern bekommen nun ein Begleitschreiben: "Wollen nicht diskriminieren"
Waldviertler Schule warnt Eltern von Mädchen: "Beachten Sie bitte die Fähigkeiten Ihres Kindes"
Die Initiative "1.000 Euro statt Blumen" zeichnet herausragende Leistungen von Frauen in der Technik aus
Die Frauenministerin ortet einen "eminenten Backlash in der Wissenschaftspolitik"
Neue Plätze werden ebenfalls nach Geschlechtern getrennter Auswertung vergeben - Auch andere Quotenregelungen sind rechtens
Frauen sind in der Lagerlogistik sehr gefragt. Mit Waren schlichten und Paletten schieben hat der anspruchsvolle Bürojob aber nur am Rande zu tun
"Kulanzlösung": Unirat regt Aufstockung um 60 Plätze an, die teils auch an Studentinnen gehen sollen
Medizin-Uni Wien hatte Ergebnisse der Aufnahmeprüfung erstmals nach Geschlechtern getrennt ausgewertet, um Test fairer zu machen - ÖH reichte Aufsichtsbeschwerde ein
Das Projekt MIT hilft Mädchen und jungen Frauen bei der Suche nach einer technischen Lehrstelle - Noch immer gibt es genug Betriebe, die Mädchen aus Prinzip nicht ausbilden wollen
Gendergerechte Auswertung der Aufnahmetests ist laut Ärztesprecher Karlsböck nicht hinzunehmen
Rund 100 Beschwerden sind bereits eingetrudelt - ÖH-Vorsitzender: Ab kommendem Jahr soll es ohnehin eine neue Form des Tests geben
Genderspezifische Auswertung zeigte Wirkung: Von den 740 freien Studienplätzen gehen 56 Prozent an Frauen
Provisorischen Reihungsliste: 56,5 Prozent der KandidatInnen waren Frauen, doch nur 43 Prozent der Plätze gehen an Frauen
Das nach Geschlecht separierte Urteilen der EMS-Eignungstests ist laut Gutachten eine "umgekehrte und indirekte Diskriminierung"
SchülerInnenpraktika sollen besonders junge Frauen für Naturwissenschaft und Technik begeistern
Berufsbiografische Interviews zur Ermutigung von Mädchen zur Technik
Unterrichtsministerium kappte weitere Finanzierung, Unis und Betriebe erhöhten Beiträge: Infomesse für Schülerinnen kann heuer wie gewohnt stattfinden
Berufsbegleitend studieren wirkt sich positiv auf den Kontoauszug aus, belegt das IHS - Das gelte auch für Frauen, würden sie nur härter verhandeln, sagen andere Studien
Mädchen in der Steiermark lernen das Berufsleben ihrer Verwandten kennen - und bestenfalls Perspektiven abseits von Friseurin & Co.
Andere Voraussetzungen, andere Fragen, neue Antworten
Der Eignungstest für das Medizinstudium (EMS) soll bleiben, wie er ist, ausgewertet werden soll aber nach Geschlecht - Das ist kein Rezept gegen strukturelle Benachteiligung
Erst- und letztmalig kam eine genderspezifische Auswertung bei den Medizin-Aufnahmetests zum Einsatz - Die Kritik "unfair" greift laut Angewandte Psychometrie-Experten Martin Arendasy zu kurz