Erste lesbische Ehe in Frankreich

17. Oktober 2012, 11:08

Französin darf nach Geschlechtsangleichung verheiratet bleiben

Rennes - Eine Französin darf nach ihrer geschlechtsangleichenden Operation mit einer Frau verheiratet bleiben - nur die Heiratsurkunde bleibt unverändert. Ein Berufungsgericht im westfranzösischen Rennes gab am Dienstag dem Antrag von Chloe Avrillo statt, die vor 15 Jahren als Wilfrid geheiratet hatte und Vater von drei Kindern wurde: Nun wurde die Geschlechtsangleichung zivilrechtlich anerkannt - und damit de facto auch die Ehe von zwei Frauen, obwohl die lesbische Ehe in Frankreich bisher nicht zulässig ist.

"Ehe und Elternschaft für alle"

"Das ist eine irre Freude", sagte Chloe Avrillo. "Ich werde in meinem neuen Leben als Frau Fuß fassen können, mit dieser Anerkennung meiner Identität durch die Gesellschaft." Sie fügte hinzu: "Das ist eine Anerkennung der Ehe für alle, der Elternschaft für zwei Gleichgeschlechtliche." In Frankreich bereitet die sozialistische Regierung derzeit einen Gesetzesentwurf zur Zulassung der "Homo-Ehe" und der Adoption durch gleichgeschlechtliche Paare vor. (APA/red, dieStandard.at, 17.10.2012)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 35
1 2

"Geschlechtsangleichend"

Was soll das bedeuten?

naja, den halben schniedel abschneiden und der frau anpappen, umgekehrt könnte man das auch mit den brüsten machen. ganz angleichen wird wohl nie gehen aber doch weitgehend. die fortschritte auf dem gebiete der chirurgie lassen hoffen.

daß die biologischen geschlechtsmerkmale

dem empfundenen geschlecht angepaßt werden

pragmatische entscheidung - ich gratuliere!

was nützt es!

sie ist ja doch keine richtige frau! oder sind ihr plötzlich eierstöcke gewachsen?

Während sich das biologische Geschlecht tatsächlich an den Chromosomen definiert (und nicht daran ob ich Fortpflanzungsorgane habe oder nicht, denn diese können durch verschiedenste Umstande nicht vorhanden sein), so orientiert sich (bzw. sollte sich) die gesellschaftliche Geschlechterdefinition an den emotionalen Wahrnehmungen der jeweiligen Personen. Und da es relativ schwierig zu sagen ist, ab wann man sich als Frau oder Mann fühlt (ein femininer Mann fühlt sich ja auch deswegen als Frau, weil die Gesellschaft Geschlechterklischees entwickelt und erstellt hat und er auf einmal in dieses Klischee passt), sollte einfach jedes biologische Geschlecht miteinander eine gesetzlich anerkannte Verbindung eingehen dürfen.

Sie vergessen, dass diese gesetzliche Anerkennung genau darauf beruht, dass bei einer Heirat vom Willen Kinder miteinander zu Zeugen bzw. zusammen aufzuziehen ausgegangen wird.

Diese Sichtweise und die damit verbundenen, rechtlichen Folgen sind natürlich veraltet.

Nur wenn man schon darüber diskutiert wer aller dieses ansich künstliche Konstrukt der Ehe leben darf, sollte man wohl gleich besser darüber diskutieren, ob die rechtlichen Konsequenzen der Ehe noch zeitgemäß sind. (z.B. Witwenpension)

"Sie vergessen, dass diese gesetzliche Anerkennung genau darauf beruht, dass bei einer Heirat vom Willen Kinder miteinander zu Zeugen bzw. zusammen aufzuziehen ausgegangen wird"

echt jetzt?

ja, das tut vielleicht der papst

sicher aber nicht der säkulare gesetzgeber - mir ist nicht bekannt, daß unfruchtbarkeit einen hinderungsgrund für eine zivilehe darstellt

ganz abgesehen von der kulturellen bedingtheit von geschlecht gibt es auch genügend biologischen "graubereich": sie sprachen richtig das genetische geschlecht an, menschen mit weiblichem genotyp (XX) können etwa durch chromosomale rekombination auch männlichen phänotyp aufweisen.

daneben existieren weitere mögliche physische aspekte der geschlechtsfehlentwicklung wie der gonadale (hormonsituation) oder der genitale.

an alle naturalisten: nicht zuletzt die natur sorgt für eine größere bandbreite an geschlechtsdetermination, als so manchem bekannt und offenbar lieb ist.

"richtig", gut dass du darüber nicht die Definitionsmacht hast - ok, für dein eingeschränktes Weltbild vielleicht ;)

Ich habe zb. nur mehr einen Eierstock, bin ich jetzt nur mehr eine halbe Frau?
Oder:
Mir wurden aufgrund einer Erkrankung beide Hoden entfernt, bin ich nun kein Mann mehr?
Wie definieren denn Sie sexuelle Identität?

na servas

Biologismus pur.... echt daneben.

Nachdem Geschlechter schon ein bisserl was mit Biologie zu tun haben, sollt diese Argumentationslinie verständich sein.

hier gehts um "gender", nicht um "sex"

daß man hier aber auch immer wieder bei null anfangen muß...

Das ist wie die Frage "Was war zuerst? Die Henne oder das Ei?"

Die Genforschung sagt "Das Ei!"
Die KerzerlschlickerInnen sagen: "Die Henne!"
Ich glaube nicht dass das glaubensdevote Lorettchen etwas mit Gender anfangen kann.
Das biologische Geschlecht wurde von Gott gegeben.
Das soziale Geschlecht ist eine Erfindung der Großmutter des Teufels :)

Lernens bis 3 zu zählen, dann brauchens nicht immer bei 0 anfangen.

Hier geht es um eine Person, die eine geschlechtsangleichende Operation hinter sich gebracht hat, sich also nicht nur als Frau fühlt, sondern ihren Gefühlen auch biologische Tatsachen folgen ließ, indem sie sich (soweit möglich) umoperieren ließ.

Abgesehen davon bedeutet der Begriff "Gender" im Englischen "biologisches Geschlecht". Die Gender-Ideologie ist z.B. in Vorreiterstaaten wie Norwegen (siehe Aufsichtsrat-Quote) bereits wieder am absteigenden Ast.

Darf ich Ihnen ein gutes Englischwörterbuch empfehlen?

Frisch dein Englisch auf :)

seit wann soll das biologische geschlecht im englischen mit "gender" bezeichnet werden?

natürlich wurde hier eine geschlechtsnagleichende op durchgeführt, eben WEIL das biologische nicht dem sozialen geschlecht entsprach

wieso also soll deshalb die krude argumentationslinie von hrn. laokoon "verständlich sein"?

und - wie gesagt - für alle biologisten: auch die natur sorgt hormonell oder chromosomal für ein quasikontinuum zwischen den geschlechtern.

und wozu sollten die notwendig sein?

ovarien sind keine voraussetzung zur ehe, insofern ist ihr satz "was nützt es" völlig sinnlos und absolut daneben

Nein Ovarien sind keine Voraussetzung fürs V.....! Im gegenständlichen Fall wird trotzdem keine Frau daraus!

vom "V.....!" hat hier noch gar keine gesprochen

und wie sie "frau" definieren, ist ihre sache und kann uns und vor allem den beiden französinnen komplett wurscht sein

laizismus jetzt

das zusammenleben und die gegenseitige fürsorge von menschen wird durch verträge geregelt

die aufzucht von kindern wird durch verträge geregelt

geschlechtsverkehr ist privatsache

produktion von kindern, unabhängig mit welcher methode, wird durch verträge geregelt

in allen fällen von pannen und vertragsverletzungen haftet der staat durch bedingunsloses grundeinkommen, kinderdörfer und kostenlose ausbildung bei entsprechender leistung

die religionen dürfen in ihren kirchen innerhalb der gesetze des landes und der menschenrechte predigen was sie wollen

die inhaber des sorgerechtes dürfen kinder ab 14 diesen märchenerzählern aussetzen

Dh vor jedem Beischlaf muss ein Vertrag aufgesetzt werden um eventuelle Folgen (Schäden?) zu regeln?

LOL

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 35
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.