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London - Die künstlerische Leiterin der documenta, Carolyn Christov-Bakargiev, ist vom Magazin "ArtReview" zur einflussreichsten Person im internationalen Kunstbetrieb 2012 gewählt worden. Es ist das erste Mal in der zehnjährigen Geschichte der Liste mit dem Titel "Power 100", dass eine Frau an der Spitze steht, teilte die britische Zeitschrift am Donnerstag mit. Vor ihr war außerdem nur ein Kurator ganz oben gelandet, und zwar 2009 Hans Ulrich Obrist. Meist stehen auf der Liste Kunstmanager oben. "Documenta 13 hat den Künstlern erlaubt, für sich selber und durch ihre Arbeit zu sprechen und ihre eigenen Regeln zu machen", hieß es zur Begründung.
Als Chefin der 13. documenta in Kassel hatte Christov-Bakargiev viel Lob bekommen und unter anderem für einen Besucherrekord gesorgt. Die alle fünf Jahre stattfindende Schau gilt als wichtigste Ausstellung ihrer Art weltweit. "ArtReview" lobte unter anderem Christov-Bakargievs Ideen, "die außerhalb der Sphäre zeitgenössischer Kunst liegen", und Diskussionen in der ganzen Welt auslösten.
Auf Platz zwei steht der US-Kunsthändler Larry Gagosian. Der chinesische Künstler und Menschenrechtsaktivist Ai Weiwei, der im vergangenen Jahr noch die Liste anführte, ist 2012 auf Platz drei. Der deutsche Künstler Gerhard Richter wurde auf Platz sechs gewählt. Die kremlkritische russische Punkband Pussy Riot steht auf Platz 57. Zwei der drei Frauen der Band waren nach einem Punkgebet gegen Kremlchef Wladimir Putin in einer Kirche wegen Rowdytums aus religiösem Hass zu Haftstrafen verurteilt worden. Platz 66 konnte der österreichische Galerist Thaddaeus Ropac für sich beanspruchen.
Die Liste wird von einer internationalen Jury zusammengestellt. Sie verweise in diesem Jahr unter anderem darauf, dass einflussreiche GaleristInnen ihre Arbeit weiter in der ganzen Welt ausdehnen und immer größere Ausstellungsflächen schaffen, heißt es von "ArtReview". Auch wachse der Einfluss auf die Kunstwelt aus Ländern des Nahen Ostens oder aus Asien. Den größten Sprung auf der Liste etwa machte die Chefin der Museumsbehörde des Emirats Katar, die von Platz 90 im Jahr 2011 auf Platz 12 aufstieg. Zudem spiele politischer Protest eine immer wichtigere Rolle in der Kunst, wie sich etwa durch Pussy Riot und Ai Weiwei zeige. (APA, 19.10.2012)
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