"Schamlose Verletzung" von Frauenrechten

  • Der UN-Sicherheitsrat steht unter Kritik von NGOs.
    foto: apa/bernhard j. holzn

    Der UN-Sicherheitsrat steht unter Kritik von NGOs.

NGOs erteilen dem UN-Sicherheitsrat schlechte Noten und fordern klare Verbesserungen bei der Beachtung von Frauenrechten

New York/Bern - Der UNO-Sicherheitsrat beachtet die Bedeutung und die Rechte von Frauen in seinen Entscheidungen nicht genug. Zu diesem Schluss kommt eine Studie, die am Mittwochabend in der Schweizer UNO-Mission in New York vorgestellt wurde.

"Die Arbeit des Sicherheitsrates im Bezug auf die Bedeutung von Frauen für den Frieden und die Sicherheit auf der Welt ist uneinheitlich und muss verbessert werden", sagte Sarah Taylor, Vorsitzende der Arbeitsgruppe von 16 bedeutenden Nichtregierungsorganisationen.

Schlechte Noten

Die Arbeitsgruppe hat die tägliche Arbeit des Rates über ein Jahr darauf untersucht, ob die Verhandlungen und Dokumente des Rates die UNO-Weisungen zur Förderung der Rolle und der Rechte der Frau genügend miteinbeziehen.

Im Bericht, zu dessen Veröffentlichung die Schweiz gemeinsam mit Liechtenstein eingeladen hatte, bekommt der Sicherheitsrat schlechte Noten. In nur etwas mehr als der Hälfte seiner Resolutionen und Sitzungen wird dem Thema Frauen, Frieden und Sicherheit Rechnung getragen.

Kriegsmittel: Massenvergewaltigung

Dass die Rechte von Frauen in Kriegen und Konflikten weiterhin schamlos verletzt werden und ihnen eine politische Rolle sowie der Zugang zum Justizwesen vorenthalten wird, ist laut der Studie etwa in den Konflikten in Afghanistan, der Republik Kongo, der Darfur-Region im Sudan weiter der Fall. Auch würden Massenvergewaltigungen als strategisches Kriegsmittel zur Zerstörung von Gemeinschaften eingesetzt.

Zwar hält die Resolution 1325 des UNO-Sicherheitsrats fest, dass Frauen in Friedensprozessen eine wichtige Rolle einnehmen. Diese weiter zu definieren trifft aber oft auf den Unwillen männlich dominierter Staaten.

Dass der Sicherheitsrat in diesem Bereich eine bessere Leistung bieten könnte, zeigt die Resolution, die der Rat über Osttimor verabschiedete. Sie gilt unter den ExpertInnen für die Anliegen der Frauen als vorbildlich. "Der Sicherheitsrat arbeitet gut, wenn er in seinen Entscheidungen die Ratschläge von Experten in diesen Fragen beachtet", sagte Anne-Marie Goetz vom der UNO-Frauenorgansiation UN Women.

Die Werkzeuge, wie die Rolle und die Rechte der Frauen gefördert werden können seien bekannt, sagte Taylor. Man müsse darauf bestehen, dass sie konsistent angewendet würden.

"Wenn wir die Expertise aller Leute in diesem Raum nehmen könnten und sie allen bekannt machen könnten, wäre diese Welt eine bessere", schloss Pascale Baeriswyl, Beraterin für Frieden, Sicherheit und politische Angelegenheiten der Schweiz die Veranstaltung in der Schweizer UNO-Mission in New York. (APA, 25.10.2012)

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22 Postings
Stell dir vor es ist Krieg und keiner geht hin

...dann kommt der Krieg zu Euch! Wer zu Hause bleibt, wenn der Kampf beginnt, und läßt andere kämpfen für seine Sache, der muß sich vorsehen: Denn wer den Kampf nicht geteilt hat, der wird teilen die Niederlage. Nicht einmal Kampf vermeidet, wer den Kampf vermeiden will, denn er wird kämpfen für die Sache des Feindes, wer für seine eigene Sache nicht gekämpft hat.

Schaut in der kompletten Fassung plötzlich überraschend anders aus, gell?

Wenn allerdings gar keiner hingeht, kann der Krieg nicht stattfinden.
Das Problem ist, dass sich aber immer ein paar Deppen dafür finden.

Kriegsverbrechen

Der IGH sowie die UNO-Sondertribunale für das ehemalige Jugoslawien und für Ruanda haben seit 1998 in mehreren Urteilen Täter wegen Vergewaltigung in kriegerischen Konflikten verurteilt. Darüber hinaus wurde eine Resolution gefasst, dass diese Delikte vom IGH abgeurteilt werden.
Die UNO hätte in allen Konfliktfällen bei der Gefahr derartiger Ereignisse zu intervenieren, die nachträgliche Verurteilung ist nur ein Tropfen auf dem heißen Stein.
Die Gefahr der Vergewaltigung betrifft auch Personen männlichen Geschlechts!

"betrifft auch Personen männlichen Geschlechts"

Allerdings.

Aber leider wird das aufgrund der vorherrschenden Rollenbilder immer noch sehr anders beurteilt.

inwiefern?

Sexuelle Gewalt betrifft alle Geschlechter gleichermaßen:

Die Römer haben unterworfene Männer gleich einmal vergewaltigt und zwar in Form von Analer Penetration mit römischen Soldatenpenissen.

Auch bei den Nazis gab es das (dort wurden vor allem diverse Gegenstände wie Besenstiele verwendet) und auch heute gibt es das z.B. in diversen (Kriegs-)Gefängnissen.

Für Opfer und Täter ist das mit großer Scham verbunden, also schweigt man darüber. Wenn Frauen vergewaltigt werden ist das graduell anders, da die Täter durchaus stolz darauf sind.

Männer werden auch in vielen anderen Formen sexuell gedemütigt. Zur Schau stellen, Bloßstellen und Schläge/Elektroschocks auf die Genitalien sind beliebte Kriegstaktiken um Männer zu traumatisiern und zu brechen.

Auch diverse Polizeiapparate gehen so vor.

danke fuer die erlaeuterung, ich sehe das aehnlich wie sie.

ich finde es sehr wichtig, in einer auswgewogenen betrachtung von sexueller gewalt als mittel zur kriegsfuehrung und unterdrueckung auch die von ihnen dargestellten blickwinkel miteinzubeziehen.

Wieso so viel rot?

Stimmt es etwa nicht, dass im Krieg auch Männer vergewaltigt werden?

Sie haben Recht. Aber auf dieStandard dürfen Sie bei sowas nicht Recht haben.

"Dass die Rechte von Frauen in Kriegen und Konflikten weiterhin schamlos verletzt werden[...]"

In Kriegen und bewaffneten Konflikten werden die Rechte von MENSCHEN schamlos verletzt, völlig gleich, ob Mann oder Frau.

Stimmt.
Blöd halt, dass meist nur Männer die Waffen haben.

Die wenigsten, und es gibt kaum ein Heer das mittlerweile Frauen verbietet mitzumachen (zumindest in Europa)

wenn Sie damit meinen, dass Krieg gleich Menschenrechtsverletzung ist, dann stimme ich Ihnen zu.

Allerdings ist eine kriegerische Auseinandersetzung bisher vorwiegend Männersache, und zwar zwischen ebenbürtigen (= bewaffneten) Männern. Die physische Gewalt gegen wehrlose Menschen wie Kinder,Frauen,Alte ist aber noch um Quanten verabscheuungswürdiger. Und da ist "Mann" leider federführend. Liegt es an einer entmenschlichenden Ausbildung der Soldaten? Ja, mit großer Sicherheit, denn mit dem Abbau der Tötungsschranke ist es nur mehr ein kleiner Schritt zur Gewaltanwendung gegen Wehrlose.

unsinn. zivilisten sind beiderlei geschlechts. bisserl nachdenken würde helfen.

Keine Angst, im Zuge der Gleichstellung haben es Frauen geschafft, auch staatlich legitimiert töten zu dürfen.

Interessant, dass gewisse Subjekte für diese Aussage rot vergeben. Einfach ekelhaft.

vll. würde ein bisschen mehr differenzierung auch auf ihrer seite hilfreich sein?

Na? Was war gemeint?

Weil tote Frauen ärmer sind als tote Männer?
Magst du deine Aussage ein wenig präzisieren?

differenzierung zwischen mann und mensch?

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