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London - Brustkrebs-Screening rettet Leben, auch wenn es bei den eingeladenen Frauen zu zahlreichen Überdiagnosen kommt. Diesen Schluss lässt eine Untersuchung zu, die kürzlich im "Lancet Medical Journal" veröffentlicht wurde.
In jüngster Zeit wurde international immer wieder diskutiert, welche Vorzüge die standardisierte Mammographie-Einladung an Frauen tatsächlich habe. KritikerInnen des Screening-Verfahrens monieren, dass Frauen dadurch unnötigen Operationen, Bestrahlungen und Arzneimittelanwendungen ausgesetzt seien.
Die von der Wohltätigkeitsorganisation "Cancer Research UK" und dem britischen Gesundheitsministerium in Auftrag gegebene unabhängige Untersuchung kommt nun zum Ergebnis, dass sich ein Brustkrebs-Screening positiv auf die Mortalitätsrate auswirkt. Unter der Voraussetzung, dass britische Frauen über 50 Jahren über 20 Jahre zur Mammographie eingeladen werden, können 43 Todesfälle durch Brustkrebs verhindert werden, so das ForscherInnen-Team. Geichzeitig würden aber auch 129 Fälle überdiagnostiziert werden. Dies bedeutet, dass auf jeden verhinderten Todesfall drei Brustkrebs-Diagnosen fallen, die falsch sind und behandelt werden.
Die Untersuchung basiert auf 11 Versuchsanordnungen, die alle mehr als 20 Jahre alt sind und mehreren ExpertInnenmeinungen, die eingeholt wurden.
Die Gruppe von ForscherInnen, die von Universitätsprofessor Sir Michael Marmot geleitet wurde, gab zu bedenken, dass die Studien nicht zuletzt wegen ihres Alters bedingt aussagekräftig seien. Gleichzeitig sei jedoch die Evidenz ausreichend gewesen, um darauf zu schließen, dass Frauen, die regelmäßig zu einer Mammographie eingeladen werden, ein um 20 Prozent geringeres relatives Risiko haben an Brustkrebs zu sterben, als jene, die nicht eingeladen werden.
Harpal Kumar, Direktor von Cancer Research UK, erklärte, es werde bereits intensiv an weiterführenden Testmethoden geforscht, die aggressive Krebsformen von nicht-aggressiven unterscheiden können. Verbesserungen in der Diagnose wie auch mehr Einblick über die genetische Prädisposition bei Brustkrebs sowie gewisse Lebensstil-Faktoren könnten in der Zukunft zu einem zielgerichteterem Screening und weniger Überdiagnosen führen.
In Großbritannien werden Frauen zwischen 50 und 70 Jahren alle drei Jahre zu einer Mammographie eingeladen. Diese Form des organisierten Brustkrebs-Screening wird seit 1988 durchgeführt.
In Österreich diskutiert man seit mehreren Jahren über ein standardisiertes Verfahren. Für nächstes Jahr ist die Einführung eines Einladungsmodells für alle in Österreich gemeldeten Frauen im Alter zwischen 45 und 69 Jahren alle zwei Jahre geplant. (Reuters/red, dieStandard.at, 31.10.2012)
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Relative Prozentzahlen sind nutzlos und irreführend ohne absolute Prozentangaben.
Die gündlichste Aufarbeitung aller randomisierten Studien (Cochrane Review) kommt zu dem Schluss, dass Screening zu 15% Risikoreduktion führt - das entspricht einer absoluten Risikoreduktion von 0.05%. Gleichzeitig führt Screening aber zu 30% Überdiagnose, einem absoluten Risikoanstieg von 0.5%.
Das bedeutet, dass wenn sich 2000 Frauen im Verlaufe von 10 Jahren regelmässig einem Screening unterziehen, wird eine Frau vermeiden an Brustkrebs zu sterben. 10 gesunde Frauen, die ohne Screening niemals mit Brustkrebs diagnostiziert werden würden, werden zu Brustkrebs-Patientinnen gemacht (Überdiagnose) und sie werden unnötigerweise behandelt (Übertherapie).
Bei mehreren Millionen Frauen (es sind doch Millionen, oder?), die über einen Zeitraum von 20 Jahren ab dem Alter von 50 alle 3 Jahre zum Screening gehen. Oder mache ich in Bezug auf die Zahlen einen Denkfehler?
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