Fernsehsender Puls 4 lässt Frauen operieren

Beauty-Terror made in Austria - Ab nächster Woche begleitet der Privatsender heimische Kandidatinnen auf ihrem Weg zur Schönheits-OP

Wien - Ab kommenden Montag lässt der österreichische Privatsender "Puls 4" in einem neuen TV-Format Frauen operieren, weil sie sich zu hässlich finden. Die insgesamt zwölf Kandidatinnen würden mittels der Schönheits-OPs aus "ihrer Isolation befreit", wie es seitens des Senders heißt. Die neue Show läuft in sechs Folgen um 20.15 Uhr zur besten Sendezeit. In anderen Ländern hatten ähnliche Formate in der Vergangenheit für heftige Diskussionen und Kritik gesorgt.

"Endlich schön"

Laut "Puls 4"-Programmchef Patrick Schubert werden pro 45-minütiger Folge jeweils zwei Österreicherinnen, die ein massives Problem mit ihrem Körper haben, von der Schönheitsoperation bis zum Umstyling mit der Kamera begleitet. Die Kandidatinnen wurden zuvor medizinisch und psychologisch gecheckt. Zwölf Patientinnen werde so "zu einem neuen Lebensgefühl verholfen", heißt es bei "Puls 4".

In der ersten Folge von "Endlich schön" werden zwei Frauen aus Wien und Niederösterreich begleitet, die sich aufgrund ihrer "Schönheitsfehler" aus dem Sozialleben zurückgezogen haben. Es geht unter anderem um Brustgrößen und -formen, und auch Tränen dürfen nicht fehlen. Mit der Schönheits-Operation geht es danach in ein "neues glückliches Leben" und zu "wieder gewonnenem Selbstvertrauen".

Sexistisches Spektakel

Ähnlich wie bei international vergleichbaren Privat-TV-Formaten wird quasi versprochen, dass hässliche Entlein dank Schönheitschirurgie in stolze Schwäne verwandelt werden. Ob es hierzulande zu ähnlichen Diskussionen kommt wie etwa in Spanien, wo die Sendung "Cambio radical" ("Radikaler Wandel") Vereinigungen von ÄrztInnen und Frauenverbände auf die Barrikaden trieb, wird sich ab nächster Woche zeigen. Sexismus, Spektakelsucht und Verstoß gegen Medizinethik und Menschenwürde lauteten dort die Vorwürfe, sogar ein Verbot der Show wurde gefordert. Das Gros der Teilnehmerinnen selbst war zufrieden mit dem "neuen Leben". (APA/red, dieStandard.at, 6.11.2012)

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6 Postings

Die Frauen bewerben sich freiwillig, eben WEIL sie sich operieren lassen wollen, sich das aber nicht leisten können! Diese Frauen sind ja nach der OP zufriedener mit ihrem Aussehen - die Ausgangslage ist bei diesen Frauen (siehe das deutsche Format dieser Sendung) wirklich erschreckend.
http://www.rtl2.de/29541.html

female hypoagencey

folgende ueberschrift waere auch richtig:

frauen lassen sich von plus 4 operieren.

das wuerde dann dem umstand gerecht werden, dass die teilnehmerinnen ja freiwillig dabei sind, und sich aus freien stuecken den eingriffen unterziehen.

die derzeitige ueberschrifft suggeriert, mit frauen etwas gemacht wird und nicht, dass frauen etwas machen.

einfach mal verantwortung fuer das eigene handeln uebernehmen, und nicht alles den boesen maechten zuschreiben.

Die Überschrift

wäre aber faktisch falsch! Puls 4 operiert die ja schließlich nicht. Was ein kritischer Artikel zu so einem menschenverachtenden TV-Spektakel mit einer etwaigen persönlichen Weigerung der Verantwortungsübernahme zu tun haben soll, müssen Sie mir auch nochmal erklären.

meine fresse! welche probleme sind das denn?

wird irgenjemand gezwungen sich zu operieren? nein, also ruhe im karton!

Stell's dir so vor

Du leidest unter der Kürze deines Zumpferls.
Puls 4 ermöglicht dir, ihn verlängern zu lassen. Die ganze Nation nimmt an deinem seelischen Leiden teil.
Du freust dich sicher übers gesparte Geld.
Bewirb dich hinterher mal um eine Stelle, leiste nachher deinen Präsenzdienst ab, triff deine Kickerkollegen oder beweg dich einfach nur durch dein gewohntes Umfeld. Du darfst dir sicher sein, dass dann der Horror erst so richtig anfängt.
M.E. missbraucht Puls 4, psychisch Kranke, die nicht verstehen worauf sie sich einlassen. Dass Verträge mit psychisch Eingeschränkten rechtsgültig sind, bezweifle ich stark.

naja

...psychisch krank vielleicht, aber psychisch Kranke sind deshalb ja nicht gleich entmüdigt und nicht geschäftsfähig. Ihre Argumentation ist mir zu weit an den Haaren herbeigezogen.

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