Obama: Präsident per Frauenhand

Restriktive Pläne von Romney wirkten auf Frauen abschreckend - Obama punktet durch Sozial- und Gesellschaftspolitik - Historisches im Senat

Washington - Der Demokrat Barack Obama wird auch die nächsten vier Jahre im Weißen Haus leben. Der Amtsinhaber gewann Schlüsselstaaten wie Ohio, Wisconsin, Iowa, Michigan, Nevada und Pennsylvania, die ihm die notwendige Mehrheit der insgesamt 538 sogenannter Wahlmänner (darunter sind auch Frauen) bringen. Der US-Präsident verdankt seine Wiederwahl nicht zuletzt den amerikanischen Wählerinnen.

Nach einer Reuters/Ipsos-Umfrage vom Wahltag entschieden sich 55 Prozent der Wählerinnen für den Amtsinhaber, für seinen Herausforderer Mitt Romney entschieden sich dagegen nur 43 Prozent. Damit konnte Obama im Vergleich zur PräsidentInnenwahl 2008 seinen Vorsprung fast halten. Damals lag er bei den Stimmen der Frauen 13 Prozentpunkte vor seinem damaligen Kontrahenten John McCain, jetzt liegt er zwölf Punkte vor Romney.

Abschreckend: Restriktive Pläne Romneys

Ein Schlüssel für den Erfolg bei den Wählerinnen waren Obamas Vorstellungen in der Sozial- und Gesellschaftspolitik. Die restriktiven Pläne Romneys etwa zur Abtreibung oder zur Ehe für Lesben und Schwule schreckten viele Frauen ab, wie die Umfrage ergab. Offenbar hat es sich auch gelohnt, dass Obama gleiche Bezahlung am Arbeitsplatz und die Gesundheitsversorgung zu Schwerpunkten seines Wahlkampfes gemacht hatte.

Historisches

War vor vier Jahren die Wahl Obamas noch als historisch zu bezeichnen - immerhin ist er der erste nicht weiße Präsident der USA - so ist nach dieser Wahl der Einzug der ersten bekennenden Lesbe in den US-Senat historisch. Die Demokratin Tammy Baldwin, die bereits seit mehr als zehn Jahren dem Repräsentantenhaus in Washington angehört, eroberte bei den Kongresswahlen in der Nacht auf Mittwoch im Bundesstaat Wisconsin einen Senatssitz.

Baldwin stand auch als Abgeordnete im Repräsentantenhaus offen zu ihrer lesbischen Identität. Zum Thema machte sie dies jedoch nicht: Stattdessen setzte sie auf Gesundheitsschutz für die Bevölkerung und den Frieden im Nahen Osten. (APA, red, 7.11.2012)

Weiterlesen: Umfangreiche Berichterstattung zur US-PräsidentInnenwahl 2012 auf derStandard.at/International

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