"Ralph war krank - Ralph war heterosexuell"

8. November 2012, 17:12

"Nicht hetero" zeigt eine verdrehte Welt und macht dadurch Absurditäten von Ausgrenzung und Diskriminierung greifbar

Er hatte eine Krankheit, eine, die man nicht sehen konnte, erklärt die Stimme aus dem Off. Diese Krankheit sei nicht weniger bedrohlich als Polio oder Pocken, heißt es weiter. Schließlich: "Ralph war ein Heterosexueller. Jemand, der intimen Verkehr mit einer Person des anderen Geschlechts suchte." So haben Berichte über dieses Thema früher ausgesehen, erklärt der Lehrer den SchülerInnen.

Heute sieht die Welt jedoch anders aus. Die Bewegung der Heteros kämpfte für ihre Rechte, schließlich gilt nun ein Anti-Diskriminierungsgesetz für Heterosexuelle, erklärt der Lehrer beschwingt und ermahnt die SchülerInnen, die Beurteilung eines Menschen nicht aufgrund seiner sexuellen Identität vorzunehmen.

All die ungewollten Kinder

Doch wie würde eine Welt bloß aussehen, in der alle hetero sind? Man stelle sich nur all die ungewollten Kinder, die humane Variante der künstlichen Befruchtung vor. Die MacherInnen des Films "Nicht hetero" lassen schnell erkennen: Auch der Lehrer hat sich von den vielen Vorurteilen gegenüber heterosexuellen Menschen nicht ganz lösen können.

Verdrehte Welt

Es ist eine verdrehte Welt: In "Nicht hetero" ist die Mehrheit der Bevölkerung lesbisch oder schwul. Heterosexuelle sind in der Minderheit und wurden auch als solche inszeniert. Denn auch in dieser Welt gibt es Stigmata - aber eben gegenüber Heteros. Distanzierte Blicke und verächtliche Gesten gehören da schon mal zum Alltag.

Das zeigt sich in "Nicht hetero" etwa, als sich William in Ellinor verliebt. In seiner vertrauten Umgebung stellt sich das Gefühl der Fremdheit zu sich selbst und seiner Umgebung ein. Wird er sein Coming-out als Hetero wagen? Werden ihn seine homosexuellen FreundInnen hassen? Wie geht er damit um, allein unter anderen zu sein?

Vorgeführte Absurdität

Der Kurzfilm, produziert von FilmstudentInnen der schwedischen Universität Dalarna, schafft in etwa 15 Minuten einen Einblick, wie es sich anfühlen kann oder welche Hürden sich einer/einem in den Weg stellen können, wenn man Teil einer Minderheit ist. Durch den einfachen Trick, das Verhältnis von Homo- und Heterosexualität zu verdrehen, wird die Absurdität von Ausgrenzung, Ab- und Minderbewertung von (sexuellen) Minderheiten vorgeführt und Diskriminierung greifbar. (eks, dieStandard.at, 8.11.2012)

Info

Die deutsche Fassung haben Ehrenamtliche des Medienprojekts queerblick e.V. aus Dortmund realisiert. Der Verein unterstützt Jugendliche beim Coming-out.

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bög filmen ;-)

Rollentausch

wie bspw. auch hier: http://youtu.be/yrPR9Mtzof4

Da gabs mal eine guten Film über Feuerwehrfrauen.

.. und einen Mann der sich beworben hat und (natürlich) diskriminiert wurde. Jemnad einen Plan wie der hieß?

Was für ein netter kleiner Film! Sehr gut gemacht.

Das Schlimmste ist, wenn man Frauen kennenlernt

die Nett und offen wirken. Und wenn man sich dann traut Farbe zu bekennen und ihnen sagt, dass man ein heterosexuelles Interesse an ihnen hat - dann fühlen sie sich gleich komplett fehlinterpretiert. Nicht selten ist die Freundschaft dann auch gleich hin.
Wann wird endlich akzeptiert, dass es normal ist, wenn Mann mit einer Frau einfach guten, einvernehmlichen Sex will?

Ach, redest du etwa über die "Friendzone"?
Kannst du dir vielleicht vorstellen, dass nicht jede Frau mit dir Verkehr möchte? Die nettesten von ihnen brechen den Kontakt mit dir nicht sofort ab sondern bieten dir die Alternative an noch mit ihnen reden zu dürfen. Manche Leute stehen halt nicht auf dich, das ist halt so. Genauso wie du nicht mit allen Menschen in deinem Umfeld intim werden möchtest.
Ich finde es fatal wie Frauen immer als die bösen dargestellt werden, wenn sie nur mit einem Mann befreundet sein wollen. Wann werden Männer jemals verstehen, dass manche Frauen nur mit ihnen befreundet sein wollen ohne mit ihnen intim zu werden?

Nein ich meine schlicht, dass das menschliche Zusammenleben nicht einfach ist, wenn Sex ins Spiel kommt

und so, wie dieser Artikel über einen Ironischen Umgang der Homosexuellen mit ihrer Ausgrenzung berichtet, habe ich auf ironische Art sagen wollen, dass man es auch als Hetero nicht immer leicht hat. Frauen natürlich auch nicht, wenn das Ihr Fruchtfleisch beruhigt.

Bashing andersrum

ich geb's zu: ich bin weiß, männlich, hetero

womit habe ich den pauschalen Hass verdient der sich meiner sozialen Gruppe gegenüber immer wieder entfaltet?

ich diskriminiere nicht, ich unterdrücke nicht, ich teile fair mit meiner Partnerin die guten und schlechten Dinge.

Warum genau ist es nun so "hip" den weißen männlichen Hetero als die Wurzel allen Übels sexistisch in Sippenhaft zu nehmen?

Entspricht es denn wirklich dem Verständnis von "Fairness" den Rechtsgrundsatz von der "Unschuld bis zum Beweis der Schuld" mit primitiver Polemik auszuhebeln?

Ist es nicht diskriminierend einem Menschen einer bestimmten sozialen Gruppe ohne Kenntnis seiner Person Eigenschaften oder Verhaltensweisen zu unterstellen???

geh komm, ehrlich. Manchmal hab ich echt das Gefühl, dass jeder Mensch irgendwas sucht, wo er sich ja diskriminiert fühlen kann, damit er auch das recht hat, sich ungerecht behandelt zu fühlen.

Wir wollen uns selbst bemitleiden!

Und wenn wir partout keiner Gruppe angehören, die tatsächlich diskriminiert wird, dann reden wir uns halt ein, die Diskriminierten diskriminieren uns, weil sie es wagen diskriminiert zu sein. Oder so.

Get over it... kein Mensch auf der Welt hat was gegen dich, nur weil du weiß und hetero und männlich und Mitteleuropäer bist.

Wenn du dir den Schuh unbedingt anziehen möchtest, Schuld an der Diskriminierung anderer zu sein, kann ich dir nicht helfen. Aber den ziehst du freiwillig an, gib niemanden die Schuld dran.

??
Sie sind männlich, weiß und hetero? Sie Armer, Sie gehören ja wirklich zu den Allerdiskriminiertesten auf diesem Planeten!

Bashing andersrum?

Ich bin auch hetero und finde es genial.

Ironie oder haben Sie nicht verstanden worum es da geht? Als Sie heute in den Spiegel blickten, fühlten Sie sich da von ihm gebasht?

Nicht nur dass Heteros diskriminiert werden, NEIN! Hetero ist auch DAS Mode Schimpfwort, was alles heutzutage schon heterosexuell ist.. von der U-Bahn die einem davon gefahren ist, bis zum verschüttetem Bier ist alles dabei!
Ja, sogar unser lieber Spindi diskriminiert Heteros!

Es ist ja so, dass am Standesamt zur schönen Jahreszeit besonders gerne geheiratet wird – das führt automatisch zum Kontakt zwischen heterosexuellen und homosexuellen Paaren. Ob das so gut ist, sei dahingestellt.

man könnte auch einen film machen,

in dem eine welt gezeigt wird, in der - statt schwerkraft richtung erdmittelpunkt - eine leichtkraft richtung himmel zieht und alle an der decke gehen und aufpassen müssen, das sie nicht aus dem fenster hinauf fallen, was sehr gefährlich wäre weil man dann ins all davonsegelt.
für die leute in dieser welt wäre sicherlich der gedanke an eine schwerkraft, die richtung erdmittelpunkt zieht, äusserst kurios und würde ihnen auch ihre realität anders vor augen führen.

...

(also die realität, die wir uns in unserer welt für sie ausgedacht haben, während sie (die ausgedachten) sich unsere realität (imaginär) vorstellen).

...

schwerkraft zieht richtung eredmittelpunkt.

sehr cooler film :) an alle hier "die eh nix gegen homosexualität haben, aber das thema bitte nicht so präsent haben, weil homos sind ja jetzt eh schon akzeptiert":

genauso wie william in diesem film geht's nach wie vor vielen homosexuellen jugendlichen. diesen film in schulen zu zeigen, damit auch hetero kids mal einen blick dafür bekommen, wie's ist homo zu sein, find ich ne gute idee.

grossartig !!!!!

Das ist er!
Der Beweis dafür, dass der Vatikan doch recht hatte mit seinem Verdacht, dass die Menschheit homosexuell gemacht werden soll!

da hat wohl jemand

bei der oma ein buch im regal gefunden:

http://www.amazon.de/Die-T%C3%... 388104163X

hat mich damals köstlich amüsiert, und war für mich unbedarftes jüngelchen schon ein augenöffner

Ein Witz

Der Versuch ewas in die Normalität zu rücken wenn man das andere aus der Normalität entfernt. Homosexualität ist nicht normal, aber wen kümmerts, wenn man ein erfülltes Leben führt seis drum. Schwule und Lesben sind mir vollkommen Wurst, solange man es mir nicht aufs Aug drückt, und ich nicht von ihnen persönlich belästigt werde. Und ich denke so geht es vielen anderen auch. Es ist mir herzlich egal wen oder was der andere liebt, meinetwegen kann man sich in einen Feuerlöscher verlieben, ich möchte nur nicht ala Facebook ständige Statusupdates. Sexualität ist etwas privates und geht niemanden mehr ans als nötig, das scheinen einige Menschen noch nicht begriffen zu haben

Ja eh, jetzt wo man über die verschiedenen Arten von Sexualität zu sprechen beginnt, muss es plötzlich etwas Privates werden. Homosexuelle konnten sich früher nicht mitteilen und sollten es Ihrer Meinung nach jetzt auch nicht? Gut, man kann der Meinung sein. Aber dann bitte konsequent:
- Nicht über Religion sprechen -> Privatsache.
- Nicht über Essgewohnheiten sprechen. -> Privatsache.
- Nicht über politische Weltbilder sprechen. -> Privatsache
- Nicht über Krankheiten oder Leidenswege sprechen. -> Privatsache

Vielleicht sollten wir gar nicht mehr über irgendetwas sprechen, das Menschen von Natur aus bewegt.

"solange man es mir nicht aufs Aug drückt"

Sie kamen freiwillig hier her, Sie haben es gelesen, nichts wurde Ihnen aufs Aug gedrückt.

Warum eigentlich?
Unterdrücken Sie etwas?
Lassen Sie es zu, es ist OK, fast normal.

Recht viele Emotionen, dafür dass es Ihnen "Wurst" ist - aber Menschen und statistische Normen funktionieren nun mal leider nicht so gut miteinander... ebenso wie Sexualität in unserer Gesellschaft (ob hetero- oder homo-) nun halt einfach dauerpräsent ist.

Aber ich finde es toll, dass Sie LGBT studieren- vielleicht kommen die Einsichten ja in den nächsten Semestern! (SCNR :)

müssen Sie uns Ihre Ansichten auf Aug drücken?

und Ihre Vorurteile?

Aufs Aug gedrückt...

Sie gehen mit ihrer Freundin nie in den Ausgang und man sieht, dass sie ihre Freundin ist? Doch?

Sie sollten ihre Heterosexualität (ist eh privat) anderen aber auch nicht aufs Auge drücken!

meinen sie den hinterausgang?

(oder sind sie aus der schweiz)

blaue augen sind auch nicht "normal". auch blonde haare nicht.

wen scherts?

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