Mann im Haus verzweifelt gesucht

12. November 2012, 15:33
  • Wenn mehr Männer in Karenz gehen, bringt das auch den Frauen etwas: Sie werden dabei unterstützt, den Zeitpunkt selbst bestimmen zu können, wann sie wieder in den Job einsteigen wollen, sagt Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek.
    foto: apa/bundeskanzleramt

    Wenn mehr Männer in Karenz gehen, bringt das auch den Frauen etwas: Sie werden dabei unterstützt, den Zeitpunkt selbst bestimmen zu können, wann sie wieder in den Job einsteigen wollen, sagt Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek.

Die Frauenministerin wirbt in einer Kampagne für mehr Väter in der Karenz - Ihr Anteil beläuft sich weiterhin auf mickrige fünf Prozent

Ein cooler Typ mit Dreitagebart durchwühlt seine DJ-Tasche. Die nächste Nummer wird über Erfolg oder Niederlage des Abends entscheiden. Dann greift er in einem genialen Einfall zum Alltime-Hit "Schlaf, Kindlein schlaf", und noch während sich die Scheibe auf dem Plattenteller dreht, schlummert das kleine Baby schon friedlich in seinem Gitterbettchen.

Quelle: www.youtube.com 

Es ist ein Traum von einer Väterkarenz, den das Frauenministerium im Rahmen der Bewusstseinskampagne "Echte Männer gehen in Karenz, Volume II" da in Szene gesetzt hat. Der DJ im Kinderzimmer, der sein vorheriges Leben mit durchgemachten Party-Nächten durch seine Vaterschaft nicht vollständig aufgeben muss, ist das neue Testimonial ihrer Werbelinie. Künftig sollen Inserate, Väter-Pappfiguren und besagter Image-Film mehr Männer dazu animieren, in Väterkarenz zu gehen.

Männeranteil zu gering

Der Männeranteil bei den KindergeldbezieherInnen beläuft sich derzeit (September 2012) auf 4,7 Prozent. Das ist weit unter den angestrebten 20 Prozent, die sich PolitikerInnen vor gut zwei Jahren bei der Einführung der kürzeren Kindergeld-Varianten erhofften. Immerhin ist der Väteranteil bei diesen Varianten aber überdurchschnittlich hoch - mit 10,8 Prozent (1.000 Euro, 14 Monate) beziehungsweise 8,6 Prozent (einkommensabhängig, maximal 1.800 Euro, 14 Monate) liegt er deutlich über dem Durchschnitt.

Doch für die Frauenministerin ist das nicht genug. Schon vor zwei Jahren initiierte sie eine Väterkarenz-Kampagne - mit großem Erfolg, wie sie am Montag bei einer Pressekonferenz verkündete. Kurz nach der Kampagne mit dem "Biker-Vater" stieg die Zahl der Kindergeld-Bezieher tatsächlich an, doch im vergangenen Jahr gab es wieder einen Rückfall.

Eine Reihe von Gründen seien dafür verantwortlich. Ein Grund liege in der Skepsis der Unternehmen, vornehmlich der Klein- und Mittelbetriebe, die den Ausfall von MitarbeiterInnen fürchten. In Zeiten der Krise sei in der Gesellschaft zudem eine Rückkehr zu traditionellen Rollenmodellen zu beobachten, gab die Frauenministerin zu bedenken. "Es bringt aber nichts, in ein Sicherheitsnetz zu gehen, das gar nicht mehr existiert", so Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ). Sie wünschte sich von der Wirtschaft den Ausbau von Arbeitsmodellen, die es beiden Eltern ermöglichen, zu arbeiten und für die Familie da zu sein.

Zahlenverwirrung

Das Familienministerium stellte am Montag die Aussagekraft der aktuellen Zahlen in Frage. Laut ihrer Zählung, die sie mit Datenmaterial der Gebietskrankenkassen Niederösterreich durchführen, belaufe sich der Anteil von Karenzvätern auf 17 Prozent. Im Familienministerium wird gemessen, wie viele Väter jemals (innerhalb eines Zeitraums von 36 Monaten) Kindergeldbezieher waren. Ein Grund für die hohe Diskrepanz zwischen Monatsschnitt und Verlauf pro Kind könnte sein, dass Väter grundsätzlich viel kürzer Kindergeld beziehen und damit in den Monatsanalysen nicht mitgerechnet werden. Männer beziehen in Österreich durchschnittlich zwei bis drei Monate Kindergeld. (freu, diestandard.at, 12.11.2012)

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wie kann sich die Dame erlauben, für ihr persönliches Vergnügen bzw. Hobby (20%) so viel Steuergelder zu verschwenden.

Denn wem sonst will sie damit helfen, wenn nicht sich selbst? (ernst gemeinte Frage!!!)

ich find die kampagne ok

weniger Männer in Karenz weil man "den Ausfall von MitarbeiterInnen " befürchtet? MitarbeiterINNEN? verstehe ich da was falsch?

Wahrscheinlich wird die Evolutionin noch ein paar Jährchen brauchen bis sie bei den fortschrittlichen Gedankinen der Frau Ministerin GHH angekommen ist.

was hat die evolution damit zu tun?

lt der statistik "väterbeteiligung" ist der väteranteil je nach variante zw 12% (30+6) und 30% (12+2).

diese zahl taugt der HH nicht - also sinds plötzlich nicht mal 5%. ihre erklärung dazu in der presse vom samstag:

"Beide Werte stimmen, wir finden aber unsere Interpretation aussagekräftiger"

jaja, die aussage der HH lautet halt: männer sind schweine, kümmern sich nicht um ihre kinder und frauen sind per se dreifachbelastete opfer.

viel intelligenter wäre mE, den hohen, aber dennoch ausbaufähigen anteil medial positiv zu besetzen. denn wenn skeptische männer sehen, dass bis zu 30% in karenz gehen, dann wird die skespis schwinden (in karenz gehen _ist_ männlich).

aber das schadet ja dem täterbild der diskriminierungsministerin.

Männer können dann problemlos in Karenz gehen

wenn

sie in einem Beruf tätig sind, der es ihnen auch ermöglicht - sprich: ohne die Angst ins Kopierkammerl.versetzt oder gekündigt zu werden. Sobald ein Mann seine Absicht ankündigt in Karenz gehen zu wollen, ist er aus wirtschaftlicher Sicht ein Loser. Ein "echter Mann", der für seine Firma natürlich unersetzlich ist (achtung: ironie) kann doch nicht in Karenz gehen.
Zum Glück bin ich in einem Beruf, wo mein Chef mir mal gleich 2 Wochen für die Zeit nach der Geburt in Aussicht gestellt hat, als ich ihm nur von der Schwangerschaft erzählt hatte.

is das bei frauen nicht so?

nein

Frauen geniessen ab (Beginn bzw. Bekanntgabe) der Schwangerschaft Kündigungsschutz.
Wenn der Mann in der Firma verkündet, dass er Vater wird UND in Karenz gehen möchte, geniesst er überhaupt keinen Schutz.

doch 4 monate vor seinem karenzantritt

"Echte Männer gehen in Karenz"

Echte Maenner machen dieses, und jenes, und die gute kommt gar nicht mal in den Sinn wie sexistisch sie sich anhoert.

Aber dass Maenner eher nicht in Karenz gehen ist klar, wenn Frauen statistisch gesehen sich schlechter bezahlte Berufe auswaehlen, naja irgendwo muss das Geld ja herkommen. Gerade wenn man dann ein Kind hat/erwartet ist der Druck ja nochmal groesser.

Ich seh...

...schon, wie durch diesen Spot, die Anzahl der Väter in Karenz, steigen wird.Erbärmlich und behämmert.

ich schlage daher vor, dass

1) Frauen verpflichtend Berufe wählen, in denen sie ihre Familie ernähren können (nein, meine Damen, damit meine ich nicht Verkäuferin, Friseurin oder ähnliches) und Vollzeit arbeiten müssen.
2) jeder Vater das Recht bekommt, auch gegen den Willen der Mutter in Karenz zu gehen. Derzeit nämlich kann sich ein Vater, der das will, brausen gehen, wenn die Mutter nicht einverstanden ist.

Dann werden viele, sehr viele Väter gerne in Karenz gehen.
Solange es aber anders ist, schlage ich vor, dass Frauen mit dem Raunzen aufhören.

1. Das sagens den vielen Frisören und Verkäufern, die es vor allem bei den jungen Männern immer öfter zu sehen gibt, und vor allem den Lagerarbeitern und Regalbetreuern!

Die dürfen dann wohl auch keine Kinder in die WElt setzen?
Und, um Ihre Leier wieder einmal zu widerlegen:

arbeitslose und sehr wohlhabende Männer gehen auch nicht öfter in Karenz. Die Studenten etwas öfter als andere. Arbeitslose: auch nicht öfter.

Und von Ärztehepaaren, Lehrerehepaaren und Unternehmerehepaaren haben Sie scheinbar noch nie irgendwas gehört?
Geh bitte.

"die dürfen dann wohl auch keine kinder in die welt setzen"

die tun sich schwer, eine frau zu finden, mit dem job.

arbeitslose in Karenz? gibts das wirklich? wo ist da der Unterschied? der Vater in Karenz muss das Kind Wickeln und der arbeitslose Vater nicht?

jeder Vater das Recht bekommt, auch gegen den Willen der Mutter in Karenz zu gehen. Derzeit nämlich kann sich ein Vater, der das will, brausen gehen, wenn die Mutter nicht einverstanden ist.

auch die mutter kann nicht karenz gehen, wenn der vater das nicht will, er hat das gleiche instrument dagegen wie sie, nämlich zeitgleich karenz beantragen.

Warum sollte die Mutter nicht in Karenz gehen können

wenn der Vater das nicht will?
Wie genau soll er das verhindern können?

Voraussetzung für Karenz ist ein gemeinsamer Wohnsitz mit dem Kind. Das ist nicht bei allen Vätern gegeben, bei der Mutter idR schon. Weiters steht im Antragsformular für Väter der Satz: "Da die Mutter des Kindes (in dieser Zeit) keine Karenz beansprucht, teile ich Ihnen mit, dass ich eine Karenz bis zum ............. in Anspruch nehme." Im Antragsformular der Mutter ist dieser Satz nicht enthalten.

Oder hier zB.
Weiters besteht kein Karenzanspruch, wenn die Mutter Hausfrau oder Studentin ist bzw nur gringfügig beschäftigt.

http://tinyurl.com/c3cwhhg (PDF)

1. is klar, wenn einer student oder im haushalt tätig ist, gibts keine karenz, das gilt mit sicherheit auch für einen hausmann.
2. das antragsformular müsste eingeklagt werden, da illegal (gleicheitsgrundsatz). im gesetz findet sich nichts davon, dh der Satz müsste gestrichen werden.
3. gemeinsamer Haushalt - gilt für beide, es ist sehr wohl auch möglich dass die mutter nicht im gleichen haushalt wohnt.

Zu Pt:

1. Tatsächlich? Wo steht das so (link)?
2. Der Vater kann nur dann Karenz beantragen, wenn die Mutter nicht in Karenz ist.
3. Ja, ist möglich, aber praktisch nur, wenn die Mutter es so will. Nur weil der Vater das Kind in seinem Haushalt haben will, wird er das nicht gegen den Willen der Mutter durchsetzen können, schon garnicht bei einem Säugling.

http://tinyurl.com/behjmfb (PDF)
Seite 19
Karenzanspruch des Vaters
Als Vater müssen Sie Ihren Anspruch auf Karenz nachweisen. Folgende Umstände sind dabei an-
zugeben:
• Geburt des Kindes
• gemeinsamer Haushalt mit dem Kind
• Anspruch und Verzicht der Mutter auf Karenz

Die Karenz muss mindestens drei Monate betragen.

Anspruch und Verzicht der Mutter auf Karenz

und genau das ist gesetzlich nicht gedeckt

Steht aber so da.

Und was hilfts, wenn der Vater dann gerichtlich dagegen angeht? Erst verbratet er vor Gericht sein Geld und dann trennt sich die Mutter einfach und seine Karenzanspruch ist weg, weil er keinen gemeinsamen Wohnsitz mit dem Kind hat.

das steht im gesetz nicht so da.
und bei einer scheidung ist auch die mutter mit dem kind nicht so einfach weg, weils das kind ned so einfach mitnehmen kann

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