"I'm not a fucking princess"

  • Eva Ionesco verklagt ihre Mutter Irina, die nach wie vor mit Nacktfotos ihrer Tochter an die Öffentlichkeit tritt.
    foto: apa/stephanie pilick

    Eva Ionesco verklagt ihre Mutter Irina, die nach wie vor mit Nacktfotos ihrer Tochter an die Öffentlichkeit tritt.

Die französische Schauspielerin Eva Ionesco klagt ihre Mutter wegen Nacktfotos, die sie als Kind von ihr machte und an den "Playboy" verkaufte

Paris - Wegen weit verbreiteter Nacktfotos aus ihrer Kindheit trifft sich die französische Schauspielerin Eva Ionesco einmal mehr mit ihrer Mutter vor Gericht. Die heute 47-Jährige forderte am Montag vor einem Pariser Gericht über ihren Anwalt 200.000 Euro Schadenersatz von der Fotografin Irina Ionesco. Sie will zudem alle Nacktfotos ausgehändigt bekommen, die ihre durch die Fotos bekannt gewordene Mutter in den 70er Jahren von ihr machte, als sie zwischen vier und zwölf Jahre alt war. Ein Urteil soll am 17. Dezember fallen.

Jüngstes "Playboy"-Modell aller Zeiten

Eva Ionesco war elf, als der "Playboy" im Oktober 1976 Nacktfotos von ihr druckte - nie zuvor hatte das Männermagazin Fotos von einem so jungen Mädchen veröffentlicht. Nacktaufnahmen von ihr wurden auch im Erotikmagazin "Penthouse" gedruckt. Das deutsche Nachrichtenmagazin "Spiegel" druckte im Mai 1977 ein Nacktfoto Ionescos auf der Titelseite zu einer Geschichte über "Kinder auf dem Sex-Markt: Die verkauften Lolitas" und wurde dafür vom deutschen Presserat gerügt. Eva Ionesco thematisierte die Aufnahmen und das Verhältnis zu ihrer Mutter 2011 in dem autobiografischen Film "I'm not a fucking Princess".

Ausschnitte aus "I'm not a princess", Quelle: www.youtube.com 

Feindseligkeiten im Gerichtssaal

Eva Ionescos Anwalt kritisierte die Fotos heftig, die Irina Ionesco damals von ihrer Tochter machte. "Wie kann man ein vierjähriges Kind seine Beine öffnen lassen und dann ein Foto davon machen?", fragte Jacques-Georges Bitoun. Eva Ionesco sei von ihrer Mutter nie wie ein Kind fotografiert worden, sondern wie eine "verkleidete Prostituierte". Seine Mandantin sei ihrer Kindheit beraubt worden. "Wenn es Kunst ist, ein Kind in einer solchen Positionen zu fotografieren, dann habe ich keine Ahnung von Kunst", sagte Bitoun.

Irina Ionescos Anwalt Rene-Jean Ullmann sagte, die damalige Zeit sei "liberaler und freizügiger" gewesen. Er warf Eva Ionesco "Hass" auf ihre Mutter vor und sagte, die 47-Jährige habe selbst immer wieder Nacktbilder aus ihrer Kindheit verkauft. (APA/red, dieStandard.at, 13.11.2012)

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