CSU-Chef fordert Blockade der Frauenquote

Horst Seehofer: Deutsche Bundesregierung soll EU-Beschluss nicht umsetzen

Berlin - CSU-Chef Horst Seehofer hat die deutsche Bundesregierung aufgefordert, die von der EU-Kommission beschlossene
Frauenquote für Aufsichtsräte in Deutschland nicht umzusetzen. Für eine solche Quote sei die EU-Kommission "schlicht und einfach nicht zuständig", sagte Seehofer der "Bild am Sonntag". "Die Kommission soll sich lieber um Wachstum und Arbeitsplätze in Europa kümmern. Die Frauenquote für Aufsichtsräte hat keine Priorität."

Gleichstellung, aber keine Quote

Vorrang habe für Seehofer stattdessen eine Gleichstellung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern beim Gehalt, sagte Seehofer: "Viel wichtiger ist die gleiche Bezahlung von Mann und Frau auch bei einfachen Tätigkeiten."

Die EU-Kommission hatte am Mittwoch auf Initiative von Justizkommissarin Viviane Reding einen Gesetzesvorschlag
verabschiedet, wonach 40 Prozent der Aufsichtsratsposten in großen börsennotierten Unternehmen bis 2020 mit Frauen besetzt sein sollen. Dem Gesetzesentwurf müssen noch das EU-Parlament und der Ministerrat zustimmen. Mehrere Länder haben bereits angedroht, den Vorstoß zu blockieren. Auch die deutsche Bundesregierung sieht die Initiative sehr kritisch. (APA, 19.11.2012)

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